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Interview

Olympia | Schwimmen - Köhler: Brauchen in Tokio vernünftige Führung

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Athletenvertreterin und Medaillenhoffnung: Sarah Köhler spricht über die jüngsten Personaldebatten im Schwimmverband, den Umgang mit Corona und ihre Chancen bei Olympia.

Sarah Köhler von der SG Frankfurt reagiert auf den Sieg.
Sarah Köhler bei der Olympia-Qualifikation der Schwimmer.
Quelle: dpa

ZDFsport: Frau Köhler, in Berlin ist gerade die finale Olympia-Qualifikation der deutschen Schwimmer zu Ende gegangen. Sie hatten das Ticket für Tokio bereits durch ihre Resultate bei der WM 2019 sicher, das war acht Monate vor Beginn der Corona-Pandemie. Mit welchem Gefühl blicken Sie momentan auf Olympia?

Die deutschen Medaillenhoffnungen Florian Wellbrock und Sarah Köhler befinden sich im Olympiajahr in hervorragender Frühform. Beide überzeugten bei der Qualifikation in Berlin.

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Sarah Köhler: Bedingt durch die aktuelle pandemische Lage mache ich mir natürlich ein Stück weit einen Kopf darüber, wie es vor Ort werden wird, wie das Hygienekonzept umgesetzt wird. Aber ich denke, die Verantwortlichen werden alles in ihrer Macht Stehende tun, dass Olympia so sicher wie möglich ist. Und auf der anderen Seite spüre ich auch sehr viel Freude, international mal wieder einen so großen Wettkampf zu haben.

ZDFsport: Wie haben Sie die Verlegung der Spiele im letzten Jahr persönlich empfunden?

Köhler: Es hatte sich ja schon abgezeichnet, aber als die Verlegung dann offiziell war, war das für meine Motivation schon ein ganz schöner Dämpfer. Zum einen sportlich – für mich hat das aber auch privat viel durcheinander gebracht. Ich wollte in diesem Jahr mein Jura-Examen schreiben und mir nach Olympia die Zeit nehmen, um dafür zu lernen. Dieser Plan wurde dann umgeworfen – und ich musste mich generell erst einmal neu sortieren.

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ZDFsport: Von den letzten beiden Olympia-Ausgaben kamen die deutschen Schwimmer ohne Medaille zurück. Wie schätzen Sie die Chancen in Tokio im Vergleich dazu ein?

Köhler: Wir haben mit Philip Heintz, Marco Koch, Franziska Hentke oder Florian Wellbrock ein paar ganz gute Leute dabei, die durchaus für eine Medaille oder eine vordere Platzierung gut sind – und das auch in der Vergangenheit schon gezeigt haben. Vielleicht gibt es dazu den einen oder anderen Überraschungskandidaten.

ZDFsport: Sich selbst zählen Sie aber schon auch zu denjenigen mit guten Aussichten auf Top-Platzierungen, oder?

Köhler: Natürlich möchte ich mir den Traum von einer olympischen Medaille gern erfüllen. Es wäre gelogen, das zu verneinen.

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ZDFsport: In die positive Entwicklung der letzten zwei Jahre fielen in den letzten zwei Monaten einige Wermutstropfen, mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz, der Freistellung von Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen – und bei der andauernden Suche nach einem Nachfolger.

Köhler: Das waren definitiv Wermutstropfen – die auf jeden Fall nicht zu einer ruhigen Olympiavorbereitung beigetragen haben.

ZDFsport: Welche Reaktionen auf diese Personal-Geschichten haben Sie als Athletensprecherin von anderen Schwimmerinnen und Schwimmern mitbekommen?

Köhler: Natürlich kommt die eine oder andere Frage auf. Aber dadurch, dass es doch recht wenig war, hatte ich insgesamt das Gefühl, dass viele speziell in den letzten Wochen einfach ihr Ding machen. Aber gerade, was die Vorfälle vom Februar und den großen "Spiegel"-Artikel [über die Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen Freiwasser-Coach Stefan Lurz, Anm. d. Red.] angeht – das sollte man nicht einfach wegschieben. Und für Themen wie Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt muss auch in Zukunft jeder sensibilisiert werden.

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ZDFsport: Wie auch die Bundestrainer Bernd Berkhahn und Hannes Vitense haben Sie sich für eine Rehabilitierung von Leistungssportdirektor Kurschilgen und für Michael Groß als Interimslösung ausgesprochen. Welche Forderungen an den DSV, welche Vorstellungen über die nahe Zukunft haben Sie darüber hinaus?

Köhler: Ich glaube, das Wichtigste ist, bis zu den Olympischen Spielen eine Lösung zu haben, die einfach Ruhe reinbringt. So dass wir rund um die Spiele in Tokio eine vernünftige Führung haben. Die Bundestrainer können die Arbeit von Thomas Kurschilgen einfach nicht auffangen, sie haben mit ihren Aufgaben genug zu tun. Und nach den Spielen wird man weitersehen.

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