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Olympische Spiele - Japans Superstars

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Es geht um Siege, doch bei einigen um viel Wichtigeres. Auf diese Sportler sollten Sie bei Olympia schauen, denn ganz Japan achtet auf sie.

Achiv: 05.07.2021: Portrait von Rui Hachimura.
Rui Hachimura war japanischer Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier.
Quelle: usa sports today

Niemanden wird es überraschen, wenn man behauptet, dass der Ehrbegriff Japanern wichtig ist. Eine Olympiateilnahme bedeutet da viel, ein Olympiasieg natürlich auch. Doch das ist nicht alles. Auf diese Sportler sollten Sie achten, denn ganz Japan achtet auf sie während dieser Olympischen Spiele.

Der schwarze Samurai: Rui Hachimura

Japaner lieben die NBA. Doch noch nie schaffte es ein Japaner in die Stammbesetzung eines Teams der besten Korbjäger der Welt. Bis er kam: 'Rui Hachimura. Mit den Washington Wizards zog er sogar in diesjährigen Play-Offs ein.

Hachimura gewann schnell eine riesige Fangemeinde, die den Forward und selbst ernannten "Black Samurai" pusht. Zugleich wird er mit rassistischen Vorurteilen konfrontiert.

Menschen mit nur einem japanischen Elternteil werden im Land "Halbe" genannt. Hachimuras Mutter stammt aus Japan, sein Vater aus dem Benin. Menschen mit dunklerem Teint schlägt oft gar das Vorurteil des Kriminellen oder Tunichtguts entgegen. Dass Hachimura die japanische Flagge bei der Eröffnungsfeier trug, ist ein wichtiges Zeichen an eine in dieser Hinsicht immer noch sehr verschlossene Gesellschaft.

Die Spanier werden ihrer Favoritenrolle gerecht und gewinnen gegen Japan standesgemäß mit 88:77.

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Ein Symbol, das aneckt: Naomi Osaka

Ihr Gesicht ist überall. Auf Plakaten, in Werbeclips und natürlich schon jetzt in Rückblenden auf diese Spiele: als diejenige, die das olympische Feuer entzündete. Naomi Osaka wird in einer Linie mit dem "Kind der Atombombe", Sakai Yoshinori, stehen. Der entfachte bei den ersten Spielen in Tokio im Jahr 1964 die olympische Flamme. Yoshinori war 1945 an dem Tag geboren, als die USA eine Atombombe auf Hiroshima abwarfen. Bei Olympia wurde er zum Symbol für Frieden und Wiedererstarken.

Naomi Osaka entzündet das olympische Feuer
Naomi Osaka entzündete das olympische Feuer.
Quelle: AP

Was wird Osaka für ein Symbol sein? Eines des Erfolges mit Sicherheit. Sie ist vierfache Grand-Slam-Siegerin. Doch daneben hat sie einen ähnlichen Hintergrund wie Basketballer Hachimura und spricht offen über Rassismus und Problemen im Profisport wie Depression.

Derzeit ist sie ein Symbol, mit dem sich alle gerne schmücken. Ein Symbol, das die Gesellschaft für Vielfalt öffnet, will sie gerne sein. Mal sehen, ob die Gesellschaft sich darauf einlässt.

Die Hin- und Hergerissene: Rikako Ikee

Die junge Schwimmerin war die Hoffnung Japans auf dem Weg zu Olympia: Bei den Asienspielen 2018 räumte sie als 17-Jährige alles ab. Sie galt als weibliche Inkarnation des Michael Phelps.

Achiv 15.07.2021: Ikee Rikako im Portrait
Ikee Rikako
Quelle: reuters

Doch dann die Schockdiagnose: Leukämie. Ikee besiegte nicht nur den Krebs, sie qualifizierte sich trotz Chemo für Olympia. Die notwendige Extra-Zeit hatte ihr die Corona-Pandemie eingeräumt.

Die Pandemie, die ihr olympisches Glück im Unglück bedeutete, stellt die sehr beliebte Sportlerin vor einen unlösbaren Konflikt: Viele Japaner, die Ikees dramatische Olympiastory lieben, sind aufgrund der Pandemie gegen Olympia.

Der gefallene König: Kohei Uchimura

Sein Auftritt ist schon vorbei, seinen Namen sollten Sie dennoch kennen. Uchimura alias "King" Kohei nennt neben sieben Olympiamedaillen, drei davon in Gold, zehn Weltmeistertitel sein Eigen.

Der leicht verschrobene, aber in japanischen Medien sehr sympathische Uchimura gewann die Königsdiszplin des Mehrkampfs sowohl in Rio wie in London und wollte sich in Tokio mit einer Übung an seinem Lieblingsgerät, dem Reck, die Kaiserkrone aufsetzen.

Achiv: 24.07.2021: Uchimura Kohei im Portrait.
Kohei Uchimura verpasste überraschend das Mehrkampf-Finale.
Quelle: ap

Doch im Vorkampf rutschte er ab und verpasste das Finale. Danach war er, der von vielen als bester Turner der letzten Jahrzehnte angesehen wird, wie stets selbstkritisch: "Ich Idiot! Das ist allein meine Schuld. Nicht mehr, nicht weniger. Ich bin von mir selbst enttäuscht." Derart gefrustet wackelt nun der eigentlich geplante Rücktritt.

Des Königs Erbe? Daiki Hashimoto

"Mr. Durchhaltevermögen": der Kerl, der vom Training nicht genug bekommen kann. Oder besser der Junge, denn Hashimoto ist erst 19 Jahre alt und traditionell erwachsen wird man in Japan erst mit 20.

Achiv 24.07.2021: Hashimoto Daiki in Aktion.
Daiki Hashimoto glänzte in der Qualifikation.
Quelle: reuters

Hashimoto hat in der Qualifikation all das gezeigt, was Uchimura sonst turnte. Er ist fast überall in den Top acht, wenn nicht auf Platz eins. Er könnte bei diesen Spielen tatsächlich das überaus goldgewichtige Erbe von Kohei antreten.

sportstudio live - Olympia

Olympia - Olympia - Tokio 2020 

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