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Olympia 2020 - Tokio - Das olympische Dorf lebt doch

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Stille, Kontrolle, klinische Ruhe. Schaut man ins Regelbuch zum olympischen Dorf, verheißt das eher sterile Tristesse als ausgelassene Partylaune. Ganz so schlimm ist es nicht.

Olympisches Dorf - Team Deutschland
Außenwirkung: Team Deutschland im Olympia-Dorf von Tokio
Quelle: Reuters

Bier gibt es laut Playbook nur allein auf dem Zimmer. Abstand muss gehalten und der Kontakt zu anderen möglichst eingestellt werden.

Auch von außen betrachtet erinnert das olympische Dorf in Tokio erst einmal etwas an frühere osteuropäische Plattenbau-Melancholie, der Eingang ein wenig an einen Supermarkt. Doch der Anschein trügt: Drinnen dominiert warmes Zedern- und Zypressenholz aus sämtlichen Landesteilen Nippons. Und die Plaza lebt und vibriert.

Zehn Tage vor Beginn der Sommerspiele ist das olympische Dorf in Tokio eröffnet worden. Für die rund 11.000 Athleten und deren Betreuer gelten strenge Corona-Auflagen.

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Hockey-Teams als Langzeit-Bewohner

Da flaniert eine italienische Delegation an Sponsorenständen vorbei, während die chinesischen Volleyballerinnen in Reih und Glied zum Training aufbrechen. Athleten, Trainer und Offizielle tummeln sich im hölzernen Ambiente japanischer Sommerpavillons.

Tobias Hauke
Hockey-Kapitän Tobias Hauke
Quelle: dpa

Mitten im Trubel finden sich Deutschlands Langzeit-Dorfbewohner: die Hockey-Nationalteams, die "Honamas" (Männer) und "Danas" (Frauen) - das sin die Spitznamen der Hockey-Teams.

"Das olympische Dorf hat Trainingsmöglichkeiten, Grünflächen, kurze Wege und seinen Charme", sagt Tobias Hauke, Kapitän der Hockey-Nationalmannschaft.

Die Japaner haben sich viel einfallen und nicht lumpen lassen, um es uns sehr heimisch zu machen.
Tobias Hauke
Selin Oruz
Abwehrspielerin Selin Oruz
Quelle: dpa

Das sieht Selin Oruz, Verteidigerin der "Danas", ähnlich: "Das Leben ist auf jeden Fall da, weil die Athleten und Teams alle da sind." Die japanische Organisatoren, die Freiwilligen und Angestellten, sie alle hätten einen guten Job für diesen internationalen Flecken Erde gemacht. "Das ist total wertvoll, wenn man bedenkt, wie wir alle im letzten Jahr Monate auf unseren Zimmern verbracht haben", meint Oruz.

Zwei Wochen Wettkampf - zwei Wochen olympisches Dorf

Beide deutschen Hockey-Teams schafften es in den letzten vier Sommerspielen fast immer unter die Top vier. Das bedeutet in einem Teamsport: die volle, olympische Distanz. Zwei Wochen Wettkampf auf höchstem Niveau – und zwei Wochen im olympischen Dorf.

"Bei jeden Spielen ist man in einer anderen Lebensphase", erklärt Hockey-Stürmer Florian Fuchs. Drei Weltstädte durfte er im Zeichen der fünf Ringe bereisen. "Beim ersten Mal wusste ich gar nicht, wo ich hingucken soll. Aber das war eine witzige Zeit:

Nach der Abendbesprechung sind wir in Adiletten schnell durchs Dorf gelaufen, um mit den NBA-Stars Bilder zu machen.
Florian Fuchs

Bolt, Phelps, Djokovic, Federer – "die alle habe ich schon gesehen und Fotos mit machen können", erzählt Kapitän Hauke. Selbst in einem Dorf mit so vielen Sport-Granden gibt es bei den Promi-Rummel.

Im Olympischen Dorf in Tokio gibt es einen ersten Corona-Fall.

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Olympisches Dorf: Mythos Party-Town

"An so ein Dorf gewöhnt man sich nicht, sagt Hockey-Mittelfeldspielerin Cécile Pieper. Für sie sind es nach Rio die zweiten Spiele. "Das deutsche Quartier ist diesmal direkt im Herzen, da pulsiert das Leben, soweit es diesmal eben pulsieren kann. Das wird nie alt oder langweilig."

Doch Langeweile steht im Raum. Djokovic könne man diesmal nur distanzhypen. Ums olympische Dorf rankt sich seit Jahrzehnten der Mythos eines Party- und Kontakthotspots, der durch die Pandemie ausgebremst werden könnte.

Wo die reißenden Partys in den letzten Jahren gewesen sein sollen, weiß ich nicht,

sagt Hockey-Kapitän Hauke, mittlerweile vierfacher Olympionike. "Denn wenn du fertig bist", ergänzt Sturmpartner Fuchs, "respektierst du trotzdem, dass andere ihren Entscheid noch vor sich haben."

Sicherheitstechnisch sind die Olympischen Sommerspiele in Tokio, und das war bereits vor Corona der Fall, eine enorme Herausforderung. Mit großem technischen und personellen Aufwand wurde das teuerste Sicherheitskonzept aller Zeiten vorbereitet.

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48 Stunden Zeit zum Koffer packen

Die deutschen Frauen- wie Männer-Hockeyteams hatten bei den letzten Sommerspielen in Rio jeweils Bronze gefeiert. "Das passierte dann eher im deutschen Haus, das es dieses Mal nicht gibt“, sagt Cécile Pieper. "Twentyfour-Seven Party war deswegen nie. Aber die, die fertig sind, feierten halt doch ein bisschen."

"Allerdings wird das von außen komplett übertrieben dargestellt", meint Selin Oruz. "Wahr ist, dass wir diesmal innerhalb von 48 Stunden rausmüssen und Kontakte eben verboten sind."

sportstudio live - Olympia

Olympia - Olympia - Tokio 2020 

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