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Nach Rassismus-Eklat : Rad-Sportdirektor Moster suspendiert

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Rad-Sportdirektor Patrick Moster muss nach seiner rassistischen Entgleisung bei Olympia nun doch vorzeitig abreisen. Der Weltverband UCI suspendierte Moster.

Radsport-Funktionär Patrick Moster wird nach seiner rassistischen Entgleisung nun doch vorzeitig nach Hause geschickt. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entschied am Donnerstag, dass der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) von den Olympischen Spielen abreisen müsse.

Der BDR wird am Freitag ein Gespräch mit Moster über mögliche Sanktionen führen, das kündigte Verbandspräsident Rudolf Scharping im Deutschlandfunk ab. Moster könnte zudem schriftlich mitgeteilt werden, dass ein Wiederholungsfall arbeitsrechtliche Konsequenzen haben kann.

Politik fordert Konsequenzen

Auch die Politik hat sich eingeschaltet. Die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Dagmar Freitag, forderte Konsequenzen. Dass Moster aus Steuermitteln finanziert werde, sei "nach dem rassistischen Ausfall nicht länger akzeptabel", schrieb die SPD-Politikerin bei Twitter. Moster, betonte Hörmann derweil, sei kein Rassist. DOSB-Präsident Alfons Hörmann erklärte:

"Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass seine öffentliche Entschuldigung für die gestern von ihm getätigte rassistische Äußerung aufrichtig ist.

Mit dieser Entgleisung hat Herr Moster jedoch gegen die olympischen Werte verstoßen. Fairplay, Respekt und Toleranz sind für das Team D nicht verhandelbar.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann

Vorausgegangen der Entscheidung sei eine "eingehende Beratung der Delegationsleitung sowie eine erneute Anhörung des Betroffenen", wie der DOSB mitteilte. Tags zuvor hatte Hörmann noch von Konsequenzen für Moster während Olympia abgesehen.

UCI suspendiert Moster

Der Weltverband UCI suspendierte den deutschen Rad-Funktionär bis auf weiteres. Das teilte die UCI am Donnerstag mit. Die Äußerungen von Moster stünden im Gegensatz zu den Anstandsregeln des Weltverbandes, sie seien diskriminierend gewesen und stellten somit eine Verletzung der Regularien dar.

Moster hatte während des Zeitfahrens der Männer am Mittwoch den deutschen Fahrer Nikias Arndt mit den Worten "hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm" angefeuert. Vor Arndt waren der Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und der Algerier Azzedine Lagab im Kampf gegen die Uhr auf die Strecke gegangen.

Moster hatte sich anschließend für seine Entgleisung entschuldigt. Persönliche Konsequenzen wollte er nicht ziehen und stattdessen seine Aufgabe bei den am Montag beginnenden olympischen Bahnrad-Wettkämpfen wahrnehmen.

Radprofis distanzieren sich von Aussagen

Doch die Kritik an Moster war groß, ein Verbleib bei Olympia kaum zu begründen. Radprofi Nikias Arndt hatte sich "entsetzt" gezeigt und sich von den Aussagen des Sportdirektors distanziert. Auch Maximilian Schachmann, der neben Arndt im Zeitfahren zum Einsatz kam, betonte, dass solche Worte bei Olympischen Spielen und generell in der Welt nichts zu suchen hätten.

Auch der betroffene Algerier Lagab meldete sich zu Wort. "Nun, es gibt kein Kamelrennen bei Olympia, deshalb betreibe ich Radsport. Wenigstens war ich in Tokio dabei."

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