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Olympia in Tokio : Sportler in der Blase der Ungewissheit

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Wieder mehren sich Spekulationen um eine Absage der Olympischen Spiele. Deutsche Sportler/innen blenden das so gut es geht aus und trainieren in abgeschotteten Gruppen.

Laut IOC-Präsident Thomas Bach wird an den Olympischen Spielen in Tokio festgehalten. Für die Spitzensportler/innen wie Ruderin Carlotta Nwajide bedeutet das intensives Training.

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Trainieren, körperlich und mental, Pläne machen, Pläne einhalten, Stimmung und Motivation nicht in den Keller sinken lassen – deutsche Athleten/innen und Trainer/innen mit Aussichten auf eine Olympiateilnahme tun aktuell, was sie am besten können: Sie konzentrieren sich auf den Sport, auch unter den unwirklichen Bedingungen der Corona-Pandemie.

So erklärt etwa Ulla Koch, die Bundestrainerin der deutschen Turnerinnen:

Wir vertrauen dem Herrn Bach, der sagt: Die Olympischen Spiele finden statt.

Die Vehemenz, mit der Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), aktuell eine neuerliche Änderung der Pläne für Tokio 2020 – der Name ist geblieben, trotz der Verschiebung um ein Jahr – kategorisch ausschließt, erinnert an den vergangenen März. Damals glaubte kaum noch jemand im Angesicht des neuartigen Virus an eine mögliche Austragung der Spiele im Sommer 2020, doch Bach hielt daran fest – um schließlich doch noch die Verschiebung um ein Jahr bekannt zu geben.

Training unter Auflagen

Nun, ein knappes halbes Jahr vor der geplanten Eröffnungsfeier in Tokio am 23. Juli, mehren sich erneut die Spekulationen, diesmal um eine Absage und die Hoffnung Japans, dafür 2032 die Spiele ausrichten zu können. Die britische "Times" berichtete über entsprechende Pläne, was von japanischen Regierungskreisen und vom IOC umgehend dementiert wurde.

Wie verlässlich dieses Dementi ist, darüber könnten sich Athleten mit olympischen Ambitionen jetzt den Kopf zerbrechen. Doch das brächte sie nicht weiter. Also wird trainiert, unter strengen Hygieneauflagen, bei Trainingslagern in abgeschotteten Hotels und Trainingshallen.

Schon vor Olympia: Sportler leben in Blasen

Die Sportler/innen leben in so genannten Blasen, die Hockeyspieler unter sich, die Ruderer, die Turner. Sie tun alles, um sich nicht zu infizieren und andere nicht zu gefährden. Gleichzeitig versuchen sie, sich in Höchstform zu bringen für das große Lebensziel Olympia. Dafür müssen sie alle Zweifel ausblenden, die mehr und mehr in ihre Trainingsblasen sickern.   

"Es hilft mir nichts, mich immer wieder in eine pessimistische Stimmung zu bringen. Ich blicke nach vorn und gebe mir so ein gutes Gefühl", sagt Turnerin Sarah Voss. "Ich liebe meinen Sport. Im Moment versuche ich einfach, meine Trainingsfortschritte als Motivation zu nehmen."

Athletensprecher Hartung hat Bedenken

Das erste Etappenziel der deutschen Turnerinnen ist die EM im April in Basel. Die Qualifikation dafür soll im März und im April bei einem Weltcup und einem Bundesliga-Wettbewerb stattfinden. Plan B steht aber auch schon: "Sollten diese Wettbewerbe coronabedingt nicht möglich sein, wird es eine interne Qualifikation in Frankfurt geben", erklärt Bundestrainerin Koch. In der Blase der Turnerinnen. 

Max Hartung ist Athletensprecher des DOSB. Der Fechter zu seinen aktuellen Trainingsbedingungen und zu möglichen Olympischen Spielen und Paralympics in Tokio.

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Früher oder später in diesem Jahr müssen die Sportler jedoch raus aus ihren Blasen. Eine Tatsache, die der deutsche Athletensprecher Max Hartung fürchtet. "Inmitten der derzeitigen Pandemie-Lage werden nun überall auf der Welt Wettbewerbe abgehalten, die mit Blick auf den Corona-Schutz wohl nicht mit der Effizienz und dem organisatorischen Geschick ausgerichtet werden, wie man es den Organisatoren von Tokio zutraut", sagte der Säbelfechter in einem Interview der Funke Mediengruppe.

Äußerst wackliges Konstrukt

Auch Koch sieht diese Gefahr für ihre Turnerinnen. Im vergangenen Jahr hat das Team geschlossen auf die Teilnahme an der EM in der Türkei verzichtet. Obwohl alle nach Wettkämpfen lechzen. "Trainingsausfälle kann man sich auf dem Weg zu den Spielen nicht leisten", sagt Koch. "Aber das ist auf der ganzen Welt so, das gilt für alle."

Das macht die Spiele von Tokio ohnehin zu einem sehr wackligen Konstrukt. Chancengleichheit wird es kaum geben. Turnerin Voss sieht die Sache pragmatisch: "Ich lasse die Vorfreude auf Olympia zu. Das ist immerhin ein Kindheitstraum, ein Lebenstraum, das kann ich nicht vergessen." Aber: "Ich werde nicht erschlagen sein, wenn es anders kommt als geplant. Das habe ich gelernt."     

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