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Als Journalist in Tokio - Das Leben in der Olympia-Blase

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Die olympische Bubble ist akribisch japanisch und einsam. Die Organisatoren haben ein Paralleluniversum geschaffen - abgekapselt von der japanischen Welt.

Die im Wasser schwimmenden olympischen Ringe sind am 18. 02. 2021, in Tokio in der Nähe eines Schildes "No Trespassing" im Abschn
Olympia in Tokio - Spiele in einer Parallelwelt.
Quelle: AP

Die Spucke bleibt einem weg. Jeden Morgen. Aber besser als PCR-Stäbchen in der Nase ist das allemal. Also Spucke ins Röhrchen, online registrieren und ab damit ins Corona-Testzentrum. Tokio will für Olympia hinter seinen Gepäck-Leuchten und Temperaturkontrollen genau wissen, wer negativ ist.

Schnell ist man achtfach getestet, die zwei PCRs von vor der Einreise mitgerechnet. Raus aus der Bubble kommt man deswegen nicht: 15 Tage ist man in kollektiver Isolation. Währenddessen ist Tokio so nah und doch so fern.

Der Minimarkt als soziales Highlight

Wäsche waschen oder Sport machen, einfach mal laufen gehen? Geht nicht. Sozialer Höhepunkt: Der Konbini. Die japanischen Minimärkte sind einigermaßen gut mit nicht allzu ungesundem Essen ausgestattet. Frische Früchte und Gemüse fehlen aber. Hierhin darf man aus der Hotel-Quarantäne – von der japanischen Wachmannschaft im Hotel fein säuberlich notiert – zweimal täglich für 15 Minuten ausbüchsen.

Zusammen mit der Flugreise – aus Deutschland elf, aber aus Brasilien dank Pandemiechaos schon mal 60 Stunden – ist man ziemlich lange einsam und eingeengt. Raus darf man sonst nur zur Arbeit im Media-Center oder an den Wettkampfstätten, die das Tokioter Komitee nach Prüfung freigegeben hat. Zwei Apps notieren dabei den Gesundheitszustand und die Kontakte, die sie via Bluetooth registrieren.

In Tokio mangele es an der für die Spiele typischen Stimmung, so ZDF-Reporter Markus Harm. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit und Quarantäne-Maßnamen dominieren das Geschehen.

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Berührungspunkte olympischen Flairs: Null

Wer Japan kennt, so wie der freie Mitarbeiter David, den überrascht der Hang zur Kontrollpedanterie nicht. "In Nippon will für Fehler eigentlich niemand die Verantwortung übernehmen", sagt der Portugiese, der seit vier Jahren in Fernost lebt und über einen Sub-Sub-Sub-Vertrag zu Olympia gelangte. "Deswegen ist alles haarklein vorgeschrieben. Man ist so nie selbst verantwortlich."

All das bedeutet, dass vor allem Athleten nie einen Fuß ins reale Nippon setzen werden. Dadurch, dass es keine Zuschauer gibt, sind die Berührungspunkte olympischen Flairs zu den Tokiotern: Null. Und das, obwohl sich in Japans Politik lange der Glaube hielt, ein nahezu normales Olympia abhalten zu kommen.

Olympia in einer anderen Dimension

Die unter anderem fehlende Verve beim Impfen machte das zunichte. Mit jedem Monat wurde der Druck, die olympische von der japanischen Welt abzukapseln, größer. So mussten die Organisatoren ad hoc ein Paralleluniversum erschaffen.

Dieses trieb die Preise in die Höhe. Die Zimmerpreise bei den knapp dreißig Pflichthotels für Olympia-Ankömmlinge etwa schossen ins Astronomische. Und wer als freier Journalist früh nach Tokio kam, dem blieben erstmal nur spezielle, absurd teure Taxen als Transport.

Die Freude auf die Spiele hält sich in Japan in Grenzen. Grund dafür ist die anhaltende Pandemie-Situation. Die Menschen haben Angst vor einer noch stärkeren Corona-Welle.

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Zuschauerbann lässt Preise purzeln

Eine Fahrt zum Venue kostete schnell mal 80 Euro und eine SIM, um diese Taxen zu rufen, mindestens 70 Euro – eine Normalpreis-SIM gibt es für Ausländer nur bei Langzeitaufenthalt. Plötzlich ist das Münztelefon wieder gefragt, doch das wurde auch in Japan rigoros abgebaut.

Immerhin: Nachdem Zuschauer ganz gecancelt wurden, brechen die Zimmerpreise wieder auf ein Normalmaß zusammen. Tokios rigide Quarantäne-Politik mit impliziter Abschreck-Wirkung hatte offenbar Erfolg. Denn manches Mal ist man gar allein auf seiner zehnten Hotel-Etage mit 45 Zimmern.

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