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Tokios Olympia-Organisator - Mori tritt nach Sexismus-Skandal zurück

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Keine sechs Monate vor den Olympischen Spielen müssen die Macher in Tokio die Führung auswechseln. Chef-Organisator Mori tritt wegen abfälliger Äußerungen über Frauen zurück.

Keine sechs Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio werden OK-Chef Yoshiro Mori seine abfälligen Äußerungen über Frauen zum Verhängnis.

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Wenige Monate vor dem geplanten Start der Olympischen Spiele in Tokio ist der Chef-Organisator zurückgetreten. Yoshiro Mori zog damit die Konsequenzen aus seinen sexistischen Äußerungen vergangene Woche. Bei einer Online-Vorstandssitzung des Organisationskomitees hatte er gesagt, dass Sitzungen mit Frauen sich in die Länge zögen, weil die miteinander konkurrierenden Frauen alle reden wollten.

Daraufhin war in Japan und auch international ein Sturm der Entrüstung entbrannt. Als Kandidat für seine Nachfolge gilt Medienberichten zufolge Japans Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto.

Die Regierung wird weitere Anstrengungen unternehmen, um das Vertrauen wiederherzustellen und das große Konzept der Vielfalt und Harmonie im In- und Ausland zu verbreiten.
Japans Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto

Große Mehrheit der Japaner für eine Absage

Das Image der Spiele ist durch diverse Probleme wie anfängliche Plagiatsvorwürfe um das Olympia-Logo, explodierende Kosten und die coronabedingte Verschiebung ohnehin schon beschädigt. Der Eklat um Mori drohte das nun zu verschärfen: In Umfragen sprachen sich mehr als 80 Prozent der befragten Japaner dafür aus, die Spiele angesichts der andauernden Pandemie erneut zu verschieben oder ganz abzusagen. Doch Japans Olympia-Macher halten daran fest, die Spiele am 23. Juli zu eröffnen.

Die Olympischen Spiele in Tokio sind wegen Corona zwar auf 2021 verschoben. Doch ob es dazu kommt, ist sechs Monate davor unsicher. In Japan sind die Meinungen gespalten.

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Mori: Habe "viel Chaos" angerichtet

Mori selbst erklärte auf einer Sondersitzung des Organisationskomitees, seine "unangemessenen" Äußerungen hätten "viel Chaos" angerichtet. Er entschuldigte sich erneut. Es sei nicht seine Absicht gewesen, auf Frauen herabzuschauen. In den Medien sei das aber so dargestellt worden.

Er selbst habe vielmehr dafür gesorgt, dass Frauen mehr gehört würden, sagte der Funktionär. Frauen hätten einen starken Sinn für Rivalität, war Mori zitiert worden. "Wenn eine von ihnen ihre Hand hebt, denken sie wahrscheinlich, dass sie auch etwas sagen müssen. Und dann sagen alle etwas." Er bezog sich damit auf Pläne des Komitees, den Frauenanteil im Vorstand von 20 auf 40 Prozent zu erhöhen.

Zunächst mal weiter wie bisher

Mori hatte sich zwar entschuldigt und seine Bemerkungen zurückgezogen, einen Rücktritt aber zunächst ausgeschlossen. Japans Olympia-Macher hatten örtlichen Medien zufolge nicht mit so heftigen Reaktionen der Öffentlichkeit und im Ausland gerechnet und gehofft, Mori würde im Amt bleiben.

Der amtierende Ministerpräsident Yoshihide Suga und andere ranghohe LDP-Politiker rügten Mori zwar, von Rücktritt wollte niemand sprechen. Der 83-jährige Mori war früher Regierungschef und ist eine graue Eminenz in der Regierungspartei LDP. Als späterer langjähriger Rugby-Verbandschef ist er auch im Sport stark vernetzt.

IOC reagiert - Protest von Helfern und Sponsoren

Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte das Thema nach Moris Entschuldigung zunächst als erledigt betrachtet, seine Äußerungen dann jedoch in einer Stellungnahme als "absolut unangebracht und im Widerspruch zu den Verpflichtungen des IOC und den Reformen seiner Olympischen Agenda 2020" bezeichnet.

Rund 390 freiwillige Olympia-Helfer zogen sich aus Protest zurück, Unmut gab es auch von Seiten der Olympia-Sponsoren. Der Eklat wirft ein Schlaglicht auf die Benachteiligung von Frauen in Japans männerdominierter Gesellschaft.

Rund sechs Monate vor den Sommerspielen in Tokio hält sich die Ungewissheit. Kann Olympia trotz Corona stattfinden? IOC-Präsident Bach hat daran offenbar keine Zweifel.

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