Tennis | French Open: Viel Unterstützung für Naomi Osaka

    Tennis | French Open:Viel Unterstützung für Naomi Osaka

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    Der Rückzug von Naomi Osaka bei den French Open bewegt die Sportwelt. Wie geht der Profi-Sport mit psychischen Erkrankungen um? Und können Topsportler offen darüber sprechen?

    Frankreich, Paris: Tennis: Grand Slam/WTA-Tour - French Open, Einzel, Damen, 1. Runde, Naomi Osaka (Japan) im Spiel gegen Patricia Maria Tig Rumänien).
    Naomi Osaka.
    Quelle: Reuters

    Die French Open im Stade Roland Garros gingen am Dienstag weiter, als sei nichts geschehen - dabei ist die Tennis-Welt seit Montagabend eine etwas andere. Mit dem Öffentlichmachen ihres Kampfes gegen Depressionen hat Superstar Naomi Osaka für Aufsehen und Anteilnahme gleichermaßen gesorgt. Und erneut die Frage aufgeworfen, ob Athletinnen und Athleten im Spitzensport im Umgang mit Erwartungen und Druck genügend Unterstützung erfahren.
    Die 18-malige Grand-Slam-Siegerin Martina Navratilova erklärte:

    Als Sportler wird uns beigebracht, auf unseren Körper zu achten, und vielleicht kommt der mentale und emotionale Aspekt zu kurz.

    US-Tennisikone Billie Jean King meinte: "Es ist unglaublich mutig, dass Naomi Osaka die Wahrheit über ihren Kampf mit Depressionen enthüllt hat." US-Superstar Serena Williams zeigte ebenfalls ihr Mitgefühl: "Ich wünschte, ich könnte sie einfach umarmen, weil ich weiß, wie es sich anfühlt."
    Statement von Naomi Osaka auf Instagram
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    Osaka sagte Medientermine ab

    Osaka hatte sich am Montag nach einem Streit um ihren Medien-Boykott aus den French Open zurückgezogen. In einem öffentlichen Statement teilte die 23-jährige Japanerin mit, seit den US Open 2018 immer wieder unter Depressionen zu leiden.
    In Paris habe sie sich "ängstlich und verwundbar" gefühlt und daher entschieden, nicht an den obligatorischen Medienterminen teilzunehmen. Die Hintergründe ihrer Boykott-Entscheidung nannte sie den Verantwortlichen wohl erst mit ihrem Rückzug. So hatte der Druck auf sie immer weiter zugenommen.

    Grand-Slams drohten mit Ausschluss

    Denn nachdem sie nach ihrem Erstrundensieg der Pressekonferenz wie angekündigt ferngeblieben war, hatten sie die Veranstalter mit einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Dollar belegt. Zudem hatten die vier Grand-Slam-Turniere in einer gemeinsamen Erklärung für den Fall des fortgesetzten Presseboykotts mit einem Ausschluss von den French Open und der Sperre für die weiteren Grand Slams gedroht.
    Basketball-Superstar Stephen Curry kritisierte die Veranstalter: "Du hättest nie in die Lage kommen dürfen, eine solche Entscheidung treffen zu müssen - aber es ist verdammt beeindruckend, dass du den schwierigen Weg nimmst, wenn die Mächtigen die ihren nicht schützen. Großer Respekt."
    Basketballer Stephen Curry auf Twitter
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    Osaka, die Nummer zwei der Welt, hatte sich zuletzt zum neuen Aushängeschild der Damen-Tour entwickelt. Auf dem Platz erfolgreich, politisch und sozial engagiert und dank Werbemillionen die bestverdienende Sportlerin der Welt - die 23-Jährige war dauerpräsent. Nun will sie sich erst einmal aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Ob sie Ende des Monats in Wimbledon an den Start geht, ist noch unklar.
    Quelle: dpa, SID