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Para-Wintersport | Saisonbilanz - Biathletin Wicker "positiv geschockt"

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Es sind vor allem die Para-Skifahrerinnen, die sich ein Jahr vor den Winter-Paralympics in China bestens gerüstet zeigen. Nicht nur Anja Wicker zeigt sich in Top-Form.

Anja Wicker
"In der ganzen Saison keinen einzigen Fehler geschossen. Einfach Wahnsinn": Para-Biathletin Anja Wicker.
Quelle: Imago

Anja Wicker war bei diesem zweiten und letzten nordischen Ski-Weltcup des coronabedingt schwierigen Parasport-Winters nicht nur schnell, sondern auch erneut überaus präzise.

Die querschnittsgelähmte Biathletin vom MTV Stuttgart siegte im finnischen Vuokatti sowohl im Sprint als auch im Einzelrennen - und das ohne einen einzigen Schießfehler.

Biathletin Wicker: Jeder Schuss ein Treffer

Zwei Wochen zuvor war ihr im slowenischen Planica schon mit jedem Schuss ein Treffer gelungen - und mit Rang drei hatte sie ihre läuferische Form angedeutet. Die zwei Siege in Finnland brachten der 29-Jährigen nun ein Jahr vor den Paralympischen Winterspielen in Peking auch den Triumph im Biathlon-Gesamtweltcup. Lob kam von Bundestrainer Ralf Rombach:

Anja ist total im Flow, steckt voller Energie.
Ralf Rombach, Bundestrainer

Wicker selbst sagte: "Ich bin positiv geschockt. Das waren zwei geniale Tage. Dazu in der ganzen Saison keinen einzigen Fehler geschossen. Einfach Wahnsinn." 2014 in Sotchi sicherte sie sich bereits paralympisches Gold und Silber. Nun können die Spiele in Peking kommen.

Neben Anja Wicker waren es vor allem weitere Athletinnen, die in diesem Winter die Hoffnungen des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) auf erfolgreiche Winterspiele 2022 nährten. Im Bereich Ski Nordisch untermauerten in Slowenien bei den sehbehinderten Frauen die Freiburgerin Vivian Hösch (30) und die Münchnerin Clara Klug (26) mit jeweils einem dritten Platz ihre Ambitionen.

Auch wenn es in Finnland für beide weniger gut lief - Hösch leistet sich zu viele Schießfehler und Klug war geschwächt von einer Erkältung.

Anna-Lena auf Anna Schaffelhubers Spuren

Im alpinen Ski-Rennsport ist es allen voran Anna-Lena Forster (25) aus Radolfzell, die im Monoskibob als Nachfolgerin von Superstar Anna Schaffelhuber überzeugte.

Sie holte sich souverän den Weltcup-Gesamtsieg, was der deutsche Bundestrainer Justus Wolf mit einem trockenen "das war von ihr erwartet worden", kommentierte.

Anna-Lena Forster
In Aktion: Anna-Lena Forster.
Quelle: Imago

Sein Team konnte in diesem Winter trotz der durch Corona erschwerten Bedingungen 25 Einzelrennen im Weltcup und im Europacup bestreiten. "Es war sehr aufwändig, aber wir haben es hinbekommen, dass wir ständig unterwegs waren", sagt Wolf. Das sei ungemein wichtig gewesen, um nun nach einer Pause zuversichtlich und routiniert in die direkte Paralympics-Vorbereitung zu gehen.

Deutsches Para-Ski-Team unter den Top drei

Medaillen im Gesamtweltcup haben neben Forster noch Anna-Maria Rieder (21/Murnau) als Zweite bei den Frauen stehend und die sehbehinderte Noemi Ristau (29/Marburg) mit Guide Paula Brenzel als Dritte erobert. Damit ist der DBS in allen Kategorien des alpinen Para-Skirennsports unter den Top drei vertreten.

Warum vor allem bei den Frauen? "Das ist bei uns schon lange so", sagt Wolf, "dadurch können sich junge Athletinnen immer wieder gut entwickeln." Wie Anna-Lena Forster, die sich nach und nach an die mit sieben paralympischen Siegen hoch dekorierte Anna Schaffelhuber herangepirscht und 2018 in Pyeongchang bereits selbst zweimal Gold gewonnen hat.

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Medaillenaussichten für Winter-Paralympics 2022

Oder wie Anna-Maria Rieder, die sich in diesem Winter an Andrea Rothfuss (31/Mitteltal) vorbeischob, die immerhin bei allen Winter-Paralympics seit 2006 Medaillen gewonnen hat, unter anderem eine goldene im Slalom in Sotchi 2014.

Für Peking prognostiziert Wolf den beiden deutschen Top-Fahrerinnen Medaillenchancen - obwohl das Siegen in der stehenden Klasse zuletzt deutlich schwieriger geworden sei. Da hätten in den letzten Jahren immer Rothfuss und die Französin Marie Bochet dominiert, nun führen aber weitere Athletinnen aus Schweden, China, aber auch Deutschland und Frankreich ganz vorn mit, sagt Wolf.

Es wird schwieriger, Medaillen zu gewinnen, aber insgesamt ist das natürlich eine schöne Entwicklung.
Justus Wolf, Bundestrainer

  

  

Para-Wintersport - Aussichten bei den Männern

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