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Vorbereitung auf Paralympics - Streng: "Mein Ziel ist eine Medaille"

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Trainingslager statt Paralympics: Felix Streng bereitet sich an der Ostsee auf die letzten Wettkämpfe dieser "verrückten Saison" vor. Eigentlich wäre der 25-Jährige jetzt in Tokio.

Felix Streng vom TSV Bayer 04 Leverkusen
Schnell, wegen Corona aber ausgebremst: Sprinter und Springer Felix Streng
Quelle: imago/Beautiful Sports

Fünf Monate vor dem Start der Paralympischen Spiele riss das Corona-Virus den Para-Sportler im März jäh aus den Vorbereitungen. Während des Trainingslagers in Südafrika erhielten die Sportler die Nachricht des Robert-Koch-Instituts, schnellstmöglich nach Deutschland zurückzukehren.

An ein Training in Leverkusen war aber nicht zu denken, da sämtliche Sportanlagen bereits geschlossen waren. "Zu dem Zeitpunkt, als wir in Deutschland ankamen, war es noch nicht klar, ob die Spiele stattfinden können", sagt der Leichtathlet im zdfsport-Interview.

Um mich fitzuhalten, habe ich viel Zuhause trainiert und war im Park joggen.
Felix Streng

Optimal sei das nicht gewesen, so Streng, da die Prothese für einen ebenen Untergrund wie einer Tartan-Bahn ausgelegt und das Trainieren im Wald damit eine große Herausforderung gewesen sei. Streng fehlt von Geburt an der rechte Unterschenkel.

Training unter Corona-Bedingungen

Nachdem IPC-Präsident Andrew Parsons am 24. März die Entscheidung verkündet hatte, die Spiele um ein Jahr zu verlegen, war nicht nur die Enttäuschung groß, auch körperlich sei dem Sportler die Verlegung nicht einfach gefallen: "Im Trainingslager war ich auf Höchstform und wurde dann von 100 auf 0 abgebremst, was für meinen Körper sehr anstrengend und belastend war", so Streng.

Nach der Zeit des Lockdowns war die Trainings-Situation unter Corona-Bedingungen komplett anders. "Wir wurden in Trainingsgruppen eingeteilt und hatten bestimmte Zeiten, in denen wir trainieren mussten", berichtet Streng. "Vor Corona war das weniger kompliziert. Da konnte ich meine Zeit um das Training herum viel flexibler gestalten."

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Die Gold-Staffel bei den Paralympics 2016
Quelle: dpa

Positive Einstellung wichtig

Obwohl jetzt noch nicht sicher ist, ob die Spiele im nächsten Jahr stattfinden können, geht Streng die Vorbereitung mit aller Ernsthaftigkeit an: "Ich will mich so vorbereiten, als wären die Spiele für mich sicher", sagt er und bekräftigt: "Ich glaube, so ein Mindset ist als Sportler auch extrem wichtig." Man müsse sich so fokussiert und konzentriert vorbereiten, als würden die Paralympics tatsächlich stattfinden und nicht noch einmal verschoben werden.

Aktuell bereitet sich der 25-Jährige im Trainingslager an der Ostsee in der Sportschule Zinnowitz auf die letzten Events vor, bei denen es in dieser Saison weniger um Titel als um eine Standortbestimmung geht. "Nach dem letzten Wettkampf im Westerwald in ein paar Wochen ist diese verrückte Saison mit drei Wettkämpfen dann auch vorbei", sagt Streng lächelnd.

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Abgesehen von den fehlenden Wettkämpfen, die Streng dabei helfen könnten, den perfekten Rennverlauf zu planen, ist der Sprinter in guter Verfassung - und gesund. Denn bislang haben keine Krankheit oder Verletzung seine Vorbereitung beeinflusst.

Sein Ziel für die Paralympics ist eindeutig: eine Medaille. Aber: "Es werden knappe Rennen", so Felix Streng, "gerade, weil man nicht weiß, wie gut die Sportler in den anderen Ländern trainieren - das wird eine Wundertüte werden". Er jedenfalls möchte "sein Bestes geben" und "ganz vorne mitlaufen", um sein großes Ziel zu erreichen und diese "verrückte Saison" vergessen zu machen.

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