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das aktuelle sportstudio : Parasport: "Inklusion ist schon da"

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Im Sport sei bereits viel möglich, sagt Paralympicssiegerin Edina Müller, es müsse nur sichtbarer werden. Beste Beispiele für tolle Karrieren sind sie selbst und Annika Zeyen.

Leistungssportlerin zu sein, zumal in einer Disziplin, die nebenher noch einen Zweitjob zum Geldverdienen erfordert, ist ja für sich genommen schon aller Ehren wert. Wenn dann noch ein paar weitere Erschwernisse hinzukommen, ein Rollstuhl etwa, ein Sportartenwechsel oder gar die Mutterschaft, dann wird es umso erstaunlicher. Bei Annika Zeyen aus Hennef und Edina Müller aus Hamburg ist das der Fall. Sie haben bei den Paralympischen Spielen in Tokio begeistert - mit ihren Siegen mit dem Handbike und im Kajak einerseits, aber vor allem mit den Geschichten ihrer Karrieren im Parasport.

Müller, heute 38 Jahre alt, war 17 und hatte Rückenproblem, als ein Behandlungsfehler zur Querschnittslähmung führte. Zeyen, heute 36, ist seit einem Reitunfall mit 14 Jahren querschnittsgelähmt. In der Nationalmannschaft der Rollstuhlbasketballerinnen trafen sie als junge Frauen aufeinander und gewannen 2012 gemeinsam Gold. Anschließend trennten sich ihre Wege, aber beide konnten nicht lassen vom Spitzensport. Und beide entwickelten sich wieder famos. Müller ab 2012 im Kajak, Zeyen ab 2017 mit dem Handbike.

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Müller: Das hat sich einfach so ergeben

Geplant sei das nicht gewesen, erklärte Müller am Samstag im aktuellen sportstudio. "Das hat sich einfach so ergeben." Das Kanufahren sollte für sie nur eine Freizeitbeschäftigung sein. Doch dann wurde Müller erst Weltmeisterin, schließlich Paralympicszweite 2016 und nun in Tokio also Paralympicssiegerin. Und das, obwohl vor zwei Jahren Sohn Liam zur Welt kam. Er gibt ihrer Geschichte eine zusätzliche Prise Emotionen, denn Müller stillt ihn noch. Sie musste hart gegen allerlei bürokratische Hürden kämpfen, damit er in Japan dabei sein konnte. Sein Kuss für die noch im Boot sitzende Mama direkt nach dem Sieg ist eines der besonders eindrücklichen Bilder von den Paralympics.

Annika Zeyen spielte noch bis 2016 Rollstuhlbasketball, dann wollte sie mehr Zeit für sich. Und was tat sie damit? Na klar, sporteln. Im Rennrollstuhl, einer eher an die Leichtathletik angelehnten Disziplin, gefiel es ihr nicht so gut. Aber das Handbiken, das dem olympischen Radsport ähnelt, war sofort ihr Ding. Auch sie wurde Weltmeisterin und holte nun in Tokio erneut paralympisches Gold.

Paralympics zu Corona-Zeiten

Einziger Wehrmutstropfen bei diesen für sie so erfolgreichen Spielen seien die Corona-Einschränkungen gewesen, sagte Müller. "Ich bin an leeren Fanbereichen vorbeigefahren, wo eigentlich Begegnung hätte stattfinden, wo der paralympische Sport die ganze Zeit hätte sichtbar sein sollen", sagte Müller: "Es hat mir wahnsinnig leid getan für die Japaner, dass sie nicht die Spiele austragen konnten, die sie geplant hatten. Das wäre gigantisch geworden."

Und das ist es ja, was der Parasport braucht. Die große Bühne, Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit. Damit Leistungen, wie sie Müller und Zeyen vollbringen, die verdiente Anerkennung erfahren. Damit Barrieren, die Menschen mit Handicap das Leben hierzulande noch immer oft genug schwer machen, abgebaut werden.

Uns wird es in vielen Dingen leicht gemacht. Deshalb müssen wir auch für diejenigen kämpfen, die nicht so in der Öffentlichkeit stehen und nicht so stark sind wie wir.
Annika Zeyen

Müller: Inklusion sichtbarer machen

Damit mehr Menschen mit einer Einschränkung den Sport als Bereicherung für ihr Leben entdecken können. Oft heiße es in den Vereinen: "Behindertensport machen wir nicht", erzählt Müller: "Aber dann guckt man da rein, und ach ja, der Hendrik, der hat nur ein Bein, und der Herbert, der ist blind."

Inklusion ist schon da, aber die muss einfach öffentlich werden, Leute mit einer Beeinträchtigung müssen wissen, wo sie hingehen können.
Edina Müller

Und dann, mit viel Ehrgeiz, Disziplin und ein bisschen Glück, kommen vielleicht Karrieren dabei heraus wie die von Edina Müller und Annika Zeyen.

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