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Nach Spielabbruch in Duisburg : Solidarität für Opoku nach Rassismus-Eklat

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Nach dem Spielabbruch in der 3. Liga wegen eines rassistischen Vorfalls laufen die Ermittlungen. Osnabrück-Profi Opoku erreicht eine Welle der Solidarität.

Erstmals wurde im deutschen Profifußball ein Spiel wegen eines Rassismus-Vorfalls abgebrochen. Für Klubs und Schiedsrichter eine alternativlose Entscheidung.

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Der erste Spielabbruch in der Geschichte des deutschen Profi-Fußballs wegen eines rassistischen Vorfalls hat für ein starkes Echo auch über den Sport hinaus gesorgt. Der Spielabbruch könnte als Statement gegen Rassismus zukunftsweisend sein. Es sei nun endlich "die Zeit gekommen", um härter durchzugreifen, sagte DFB-Integrationsbotschafter Jimmy Hartwig.

Die Partie zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück war am Sonntag vom Schiedsrichter abgebrochen worden. Ein Zuschauer soll VfL-Profi Aaron Opoku rassistisch beleidigt haben. Nach Angaben der Polizei unter Berufung auf Zeugenaussagen soll der Beschuldigte gerufen haben: "Du Affe kannst eh keine Ecken schießen!"

Solidarität unter dem Hashtag #NoToRacism

Während am Tag danach die Polizei und auch der DFB Ermittlungen aufnahmen, erreichte Opoku, gebürtiger Hamburger mit ghanaischen Wurzeln, eine Welle der Solidarität.

Die 3. Liga und ihre 20 Vereine posteten am Montag aus Solidarität in den sozialen Netzwerken Beiträge unter dem Hashtag "NoToRacism", Erst- und Zweitligisten schlossen sich der Aktion an. "Wir gemeinsam gegen Rassismus. Aaron, wir stehen hinter dir", lautete die Botschaft.

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Der Beschuldigte räumte gegenüber der Polizei nach Angaben vom Montag offenbar ein, diesen Satz so geäußert zu haben, er habe aber einen anderen Spieler der Osnabrücker gemeint, der zum Eckball bereitgestanden habe.

Erstmals Spielabbruch wegen Rassimus

Die Polizei prüft auch, ob es wie von Schiedsrichter Nicolas Winter angegeben Affenlaute gab. Nach gut einer halben Stunde Spielzeit war Opoku beim Stand von 0:0 Richtung Eckfahne gelaufen, da "wurden Affenlaute von der Tribüne gerufen", hatte Winter erklärt. Opoku und der Schiedsrichterassistent hätten die Affenlaute sofort wahrgenommen, so der Schiedsrichter.

Aufgrund des Vorkommnisses unterbrach er die Partie zunächst - nach Beratungen im Kabinentrakt folgte der Abbruch.

Ich habe gesehen, wie schockiert der Spieler gewesen war.
Schiedsrichter Winter

Man sei deshalb direkt in die Kabine, "um uns um den Spieler zu kümmern. Ich habe ihm gesagt, wir sind da, um ihn zu schützen." Man werde von Schiedsrichter-Seite einen Sonderbericht verfassen.

DFB nimmt Ermittlungen auf

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermittelt ebenfalls. Das DFB-Sportgericht werde zu einem späteren Zeitpunkt über die Wertung des Spiels zu befinden haben. Abhängig von den genauen Umständen kann das Spiel sowohl für Osnabrück als auch für Duisburg gewertet werden. Die dritte mögliche Variante ist eine Neuansetzung, für die sich Vertreter beider Klubs bereits am Sonntag ausgesprochen hatten.

MSV-Pressesprecher Martin Haltermann sagte nach dem Vorfall: "Der Junge ist fix und alle, die ganze Mannschaft ist fertig. Wir haben nur die Chance, um Entschuldigung zu bitten.

Das ist ein Tiefpunkt in unserer Vereinsgeschichte.
Martin Haltermann, MSV-Pressesprecher

MSV-Präsident Ingo Wald erklärte, verantwortlich für solche rassistischen Vorfälle sei grundsätzlich immer eine Minderheit. Diese Minderheit zerstöre jedoch möglicherweise den Fußball. "Jeder Fan sollte dahinterstehen, dass sich so etwas nicht gehört."

VfL-Geschäftsführer: Ein Zeichen setzen

Der Osnabrücker Geschäftsführer Michael Welling ordnete den rassistischen Vorfall als Problem der gesamten Gesellschaft und nicht bloß des Fußballs ein.

"Es ist wichtig, dass wir an dieser Stelle gar nicht über den VfL Osnabrück oder den MSV Duisburg sprechen. Sondern, dass wir dieses gesamtgesellschaftliche Problem adressieren und es auch bekämpfen müssen. Deshalb war es so wichtig, hier ein Zeichen zu setzen und uns mit unserem Spieler solidarisch zu zeigen", sagte Welling dem vereinseigenen VfL-TV.

Fan-Solidarität für Opoku im Stadion

Während sich die Mannschaften in der Kabine befanden, skandierten viele der Zuschauer "Nazis raus!" in der Arena. Die Stadionregie ließ den Antifaschismus-Song "Schrei nach Liebe" von der Band "Die Ärzte" spielen.

Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium hob das Verhalten der Fans in Duisburg hervor, die sich gegen die rassistische Beleidigung gestellt hatten: "Das ist etwas, was wir uns in deutschen Fußballstadien wünschen."

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