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"Ein Alptraum" - Herpesvirus bedroht den Reitsport

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Von Valencia aus breitet sich ein Herpesvirus aus, dem schon mehrere Pferde zum Opfer gefallen sind. Im internationalen Reitsport geht die Angst um.

Archjiv: Herpesimpfung bei einem Pferd 25.08.2012
Herpesimpfung bei einem Pferd
Quelle: picture alliance / imageBROKER

Mitten in der Corona-Krise trifft den Reitsport ein weiteres Virus. Von Spanien aus verbreitet sich eine Herpes-Variante, die bereits mehrere Pferde getötet hat.

Von einem "Alptraum, den niemand erleben sollte", schreibt Weltmeisterin Simone Blum auf Instagram. Bei einer Turnierserie in Valencia sind auch mindestens vier deutsche Pferde dem Virus schon zum Opfer gefallen.

Knappes Dutzend Reiter aus Deutschland in Valencia

"Das Virus ist sehr aggressiv", berichtet Mike Patrick Leichle, der mit Hilmar Meyer und einem knappen Dutzend deutscher Reiter Anfang Februar zur mehrwöchigen Spring Tour nach Valencia gereist war.

Meyer, der im niedersächsischen Thedinghausen einen Handels- und Ausbildungsstall betreibt, hat bisher zwei Pferde verloren. Leichle, Reiter und Turnierstallbetreiber aus Schnarup-Thumby in Schleswig-Holstein, betrauert ein Pferd.

Wir kämpfen hier Schulter an Schulter um unsere Pferde.
Hilmar Meyer

Betroffene beklagen späten Informationsfluss

Von den örtlichen Behörden, Tierärzten und vom Weltverband (FEI) fühlt sich Leichle mehr oder weniger im Stich gelassen. Die Informationen aus Valencia, wo bereits am Sonntag vor einer Woche mehrere Pferde starke Symptome gezeigt hatten, "sind viel zu spät weitergegeben worden", klagt der Reiter.

Der Weltverband geht derzeit von drei weiteren europäischen Ländern aus, in denen es Fälle gibt. Valencia-Teilnehmer haben das Virus laut der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) auch nach Deutschland gebracht.

Reiterverband fürchtet hohes Infektionsrisiko

Herpesvirus-Infektionen sind nach Angaben des Verbandes hierzulande "nicht anzeige- oder meldepflichtig". Laut FN verursachen die Viren auch "keine auf Menschen übertragbaren Krankheiten".

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Die FEI geht davon aus, "dass eine große Anzahl von Pferden den Veranstaltungsort in Valencia ohne ein offizielles Gesundheitszeugnis verlassen hat". In einer Mitteilung heißt es weiter: "Einige Pferde waren bereits krank, und das Risiko einer Übertragung von diesen Pferden ist ein großes Problem."

Reitturniere in zehn Ländern vorerst abgesagt

Um die weitere Ausbreitung zu stoppen, sagte die FEI alle internationalen Turniere in Deutschland und in neun weiteren Ländern bis 28. März ab. Auch das deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) reagierte und schloss aus Vorsicht den Bundesstützpunkt in Warendorf für externe Pferde, alle im März anstehenden nationalen Turniere sind verschoben.

Der Ausbruch sei "wahrscheinlich der schlimmste in Europa seit vielen Jahrzehnten", sagte FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez: "Dieser EHV-1-Stamm ist besonders aggressiv und hat bereits Todesfälle bei Pferden und eine sehr große Anzahl von schweren klinischen Fällen verursacht."

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