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Olympia - Enttäuschende Quali-Bilanz der Ruderer

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Der Frauen-Achter hat die Qualifikation für Olympia verpasst - wie noch weitere acht DRV-Boote. Der Anspruch des Ruderverbandes war ein ganz anderer.

Das deutsche Achter-Team der Frauen beim Rudern am 09.04.2021 in Italien.
Der deutsche Frauen Achter verpasst Olympia.
Quelle: imago

Die Hoffnungen der deutschen Ruderer auf weitere Startplätze für die Olympischen Spiele haben sich als Wunschdenken erwiesen. Bei der finalen Qualifikation auf dem Rotsee in Luzern konnte am Sonntag nur der Doppelzweiter der Frauen das Ticket für die Spiele in Tokio lösen. Insgesamt waren acht deutsche Boote bei der Nachqualifikation für Tokio an den Start gegangen.

"Dass ich so etwas in meiner lange Karriere erleben darf", kommentierte Olympiasiegerin von 2016 und mehrfache Weltmeisterin Annekatrin Thiele. Nach Tokio soll für die 36-Jährige Schluss mit Rudern ein: Bei ihren bisherigen drei Olympia-Teilnahmen hatte Thiele immer eine Medaille gewonnen. Ihre 15 Jahre jüngere Mitstreiterin Leonie Menzel ist zum ersten Mal bei Olympia dabei.

DRV-Cheftrainer: "Enttäuscht"

Der Jubel von Thiele und Menzel konnte aber nicht über die Enttäuschung für den Deutschen Ruderverband (DRV) hinwegtäuschen. So ist der DRV in Tokio nur mit insgesamt sieben Booten vertreten. Das sind drei Startplätze weniger als noch bei den Sommerspielen 2016 in Rio.

Ich bin enttäuscht. Eigentlich hatte ich gedacht, wir schaffen mit insgesamt neun Booten die Quali.
DRV-Cheftrainer Ralf Holtmeyer

So verpasste etwa der Frauen-Achter als Dritter das Olympia-Ticket deutlich. Dem Frauen-Flagschiff fehlten zu Platz zwei mehr als sieben Sekunden. Nach EM-Silber im Vorjahr hatte das Team nun eigentlich auf ein Ausrufezeichen in Tokio gehofft.

Frauen-Achter wollte an EM anschließen

Dass sich für den Achter überhaupt eine realistische Chance auf Olympia ergab, war keinesfalls selbstverständlich. Lange galt das Boot als Sorgenkind im Deutschen Ruderverband. Die großen Zeiten, etwa mit Olympia-Bronze 1992, sind längst vorbei. 18 Jahre liegt der letzte große Erfolg mit WM-Gold inzwischen zurück, die Weltspitze war enteilt.

Doch mit der überraschenden Fahrt zu EM-Silber meldete sich der Frauen-Achter im Vorjahr zurück. Dieser Erfolg habe "uns vor Augen geführt, dass das Ziel Olympische Spiele realistisch ist und keine Träumerei", sagte Crewmitglied Marie-Catherine Arnold am Tag vor der Quali.

Nur vier DRV-Boote überhaupt im Finale

Am Ende blieb es beim Olympia-Traum - genauso wie für Einer-Hoffnung Alexandra Föster. Die 19-Jährige brach ihr Finale etwa 200 Meter vor dem Ziel verletzt ab, lag auf dem vierten Rang aber nicht in Qualifikations-Reichweite. Auch Marc Kammann und Friedrich Dunkel konnten sich im Zweier ohne Steuermann nicht für Olympia qualifizieren. Im Finallauf landete das Duo auf dem abgeschlagen fünften Rang.

Die anderen vier in Luzern gestarteten DRV-Teams waren bereits vor den Endläufen aus dem Rennen.

Cheftrainer Holtmeyer selbstkritisch


Knapp eine Woche vor dem Weltcup an gleicher Stätte wirkte Chefcoach Holtmeyer nachdenklich:

Vielleicht war es ein Fehler, die Mannschaftsbildung in den verschiedenen Booten nach der Corona-Pause nicht neu angegangen zu sein.

Sechs deutsche Boote aus den insgesamt 14 olympischen Wettkampfklassen hatten sich bereits bei der WM 2019 in Linz (Österreich) für Tokio qualifiziert, unter anderem Einer-Weltmeister Oliver Zeidler sowie das Flaggschiff des DRV, der Männer-Achter.

Vom Schwimmer zum Ruder-Shootingstar mit einer Olympia-Medaille 2020 im Visier - das war Oliver Zeidlers Plan. Die Olympia-Verschiebung gab ihm einen Vorteil: Mehr hartes Training.

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13 min
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