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Ärztin: Jakobsen außer Lebensgefahr

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Radsport - Polen-Rundfahrt - Ärztin: Jakobsen außer Lebensgefahr

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Wieder ein Drama bei der Polen-Rundfahrt. Fabio Jakobsen ist schwer gestürzt, laut der Rennärztin aber nicht mehr in Lebensgefahr.

05.08.2020, Polen-Rundfahrt: Fabio Jakobsen (l.) stürzt, nachdem er von Dylan Groenewegen (2.v.l) abgedrängt wurde.
Fabio Jakobsen (l.) stürzt, nachdem er von Dylan Groenewegen (2.v.l) abgedrängt wurde
Quelle: Tomasz Markowski/ap/dpa

Am ersten Todestag des Belgiers Bjorg Lambrecht ist die Polen-Rundfahrt erneut von einem schweren Unfall überschattet worden.

Sturz kurz vor dem Ziel

Im Zielsprint der ersten Etappe krachte der Niederländer Fabio Jakobsen (Deceuninck-Quick Step) am Mittwoch in die Absperrgitter. Der 23-Jährige war bei hoher Geschwindigkeit von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden.

Untersuchungen im Krankenhaus hätten keine Verletzungen des Gehirns oder der Wirbelsäule ergeben, aufgrund seiner weiteren schwerwiegenden Verletzungen bleibe er zunächst aber im künstlichen Koma. Das teilten sein Team Deceuninck-Quick Step und die Ärzte am Donnerstagmorgen mit.

Augen wohl nicht betroffen

Jakobsen war über Nacht fünf Stunden lang in einem Krankenhaus in Sosnowiec am Kopf operiert worden und befindet sich weiterhin auf der Intensivstation. "Ein CT-Scan wurde durchgeführt, das Gehirn scheint nicht beschädigt worden zu sein", erklärte Pawel Gruenpeter, stellvertretender Direktor des Krankenhauses, ehe Rennärztin Barbara Jerschina am Donnerstagmittag nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP sagte: "Jacobsen hat eine Operation überstanden, sein Leben ist nicht mehr bedroht."

Laut Klinikdirektor Gruenpeter sei der Radrennfahrer hauptsächlich im Gesicht verletzt, die Augen seien aber glücklicherweise nicht betroffen: "Heute werden wir versuchen, ihn aus dem Koma zu holen", so Gruenpeter am Donnerstag.

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Groenewegen, der am Schlüsselbein operiert wurde, drückte am Donnerstag sein Bedauern aus. "Was gestern geschehen ist, ist schrecklich. Ich finde keine Worte um zu beschreiben, wie leid es mir tut für Fabio und die anderen, die gestürzt sind oder betroffen waren", schrieb er auf Twitter.

Groenewegen drängt Jakobsen ab

Der Unfall hatte sich im Bergab-Sprint um den Sieg ereignet. Jakobsen war von seinem Landsmann Groenewegen kurz vor der Ziellinie ins Absperrgitter gedrängt worden - beide lagen deutlich vor dem Rest der Fahrer. Jakobsen stürzte in die Absperrung und prallte gegen einen Fotografen.

Groenewegen flog ebenfalls vom Rad, überquerte die Ziellinie aber als Erster. Er wurde nachträglich disqualifiziert und von der Jury aus dem Rennen genommen. Der Radsport-Weltverband stufte sein als "unakzeptabel" ein und schaltete die Disziplinarkommission ein. Groenewegens Team Jumbo-Visma, die Mannschaft des viermaligen Zeitfahr-Weltmeisters Tony Martin, entschuldigte sich für den Vorfall.

Weitere Fahrer kamen in Folge des Sturzes zu Fall. Kollegen und Beteiligte äußerten in den sozialen Medien herbe Kritik - an Groenewegen wie an den Veranstaltern. "Das war ein krimineller Akt von Groenewegen. Er gehört dafür in den Knast, dafür würde ich vor Gericht ziehen", twitterte Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere.

Geschke kritisiert Veranstalter

Simon Geschke, der wie die anderen deutschen Profis nicht direkt betroffen war, schrieb auf Twitter: "Jedes Jahr derselbe dumme Bergab-Sprint bei der Polen-Rundfahrt. Jedes Jahr frage ich mich, warum die Organisatoren denken, das sei eine gute Idee. Massensprints sind gefährlich genug, man braucht kein Bergab-Finale mit 80 km/h!"

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"Gedanken und Gebete gehen an Fabio Jakobsen. Bleibe stark, Junge", twitterte Ex-Profi Lance Armstrong, der nicht wusste, ob er jemals schon "einen so schrecklichen Sturz gesehen" habe.

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"Wir hoffen, dass Fabio da gut rauskommt, dass es doch nicht ganz so schlimm ist", sagte Roger Kluge der "Lausitzer Rundschau". Der Cottbuser war bei dem Sturz mit dem Schrecken und einigen Kratzern davon gekommen.

Jakobsens Unfall rief einen anderen verheerenden Sturzt brutal in Erinnerung: Am 5. August 2019 war der Belgier Lambrecht auf der 3. Etappe der Tour de Pologne bei Regen gegen einen Betonpfeiler geprallt und später im Krankenhaus gestorben. Der Profi des Lotto-Soudal-Teams wurde nur 22 Jahre alt.

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