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Sebastian Vettel - nächstes Ferrari-Opfer?

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Formel 1 | Spanien GP - Sebastian Vettel - nächstes Ferrari-Opfer?

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Auch wenn Sebastian Vettel für den Spanien-GP ein neues Chassis bekommt, könnte er das nächste Opfer einer schon traditionellen Ferrari-Politik sein.

Sebastian Vettel war bei den letzten Formel-1-Rennen chancenlos. Er kämpfte mit einem Auto, das auf keinerlei Änderungen zu reagieren schien. Jetzt bekommt er immerhin für Barcelona ein neues Chassis. Beim alten habe man einen kleinen Fehler gefunden. Ex-Piloten wie Nico Rosberg und Christian Danner hatten schon seit einiger Zeit auf einen Chassis-Wechsel gedrängt.

Aber wie groß ist das Interesse von Ferrari überhaupt noch, Vettel eine faire Chance zu geben? Die schlechte Behandlung von Fahrern, von denen man sich trennt, sowie Intrigen und Politik haben schon fast Tradition bei dem italienischen Team. Das stammt noch aus den Zeiten von Enzo Ferrari. Niki Lauda etwa verzieh dem "Commendatore" nie, dass der nach Laudas Nürburgring-Unfall 1976 sofort Carlos Reutemann als Ersatzfahrer verpflichtete.

Prost und der "Lastwagen"

Alain Prost wurde 1991 vorzeitig vor die Tür gesetzt, als er mit einem Auto, das sich als Fehlkonstruktion erwies, keine Erfolge mehr erzielen konnte und klar war, dass er für 1992 zu Williams wechseln würde. Anlass war damals der kolportierte Satz "dieser Ferrari fährt sich wie ein Lastwagen" in einem Interview, der nach Prosts Aussagen bewusst verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben wurde.

Selbst Michael Schumacher wurde in seinem Abschiedsjahr 2006, nach fünf WM-Titeln für die Scuderia, mit der gnadenlosen Ferrari-Politik konfrontiert - auch wenn das nach außen nicht so auffiel. Schumacher konnte sich damals über einige Zeit nicht wirklich entscheiden, ob er aufhören, oder doch noch ein Jahr anhängen sollte. Ferrari wartete nicht ab, sondern machte schnell einen Vertrag mit Kimi Räikkönen und legte Schumacher einen Rücktritt nahe, so dass alle ihr Gesicht wahren konnten.

Alonso und die gesteuerte Kritik

Als die Ehe zwischen Ferrari und Fernando Alonso im Laufe der Saison 2014 endgültig scheiterte, setzte man einiges daran, den Spanier in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen. Mitglieder der Ferrari-Presseabteilung tauchten damals regelmäßig im Pressezentrum auf, um den Journalisten vor allem der großen italienischen Sportzeitungen so einiges einzuflüstern und die Richtung vorzugeben.

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Der Mann, der 2014 eine wichtige Rolle dabei spielte, Vettel als Nachfolger von Alonso zu Ferrari zu holen, traut sich heute jedenfalls nicht mehr zu, zu beurteilen, was im Moment im Team vor sich geht. Luca di Montezemolo, der über Jahrzehnte als Teamchef, Ferrari-Chef und graue Eminenz eine Schlüsselfigur war, sagte kürzlich, er könne sich nicht festlegen, ob Vettel bewusst benachteiligt wird.

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