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Fußball | Italien - Ein Re-Start der Rekorde

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Seit dem Wochenende ist Schluss in der Serie A. Im Endspurt setzten ein Deutscher und drei Ex-Bundesligisten Ausrufezeichen. Und ein Schwede erfand eine seltsame Auszeichnung.

01.08.2020, Italien, Fußball, Serie A, Juventus Turin - AS Rom: Gianluigi Buffon (l.) und Cristiano Ronaldo feiern Juves Meistertitel
Juves neunter Titel in Folge ist eingesackt: Gianluigi Buffon (l.) und Cristiano Ronaldo feiern.
Quelle: Alberto Lingria/dpa

Zur alleinigen Spitzenposition langte es nicht mehr: Robin Gosens verlor das letzte Ligaspiel mit Atalanta Bergamo daheim 0:2 gegen Inter Mailand und verweilte bei seiner herausragenden Quote von 17 Scorerpunkten (neun Tore, acht Vorlagen).

Damit teilte sich der Deutsche das Attribut gefährlichster Defensiv-Mann der fünf Top-Ligen Europas mit Liverpools Trent Alexander-Arnold (vier Treffer, 13 Vorlagen).

Rekord-Team Atalanta Bergamo

Die dritte Atalanta-Saison war für Gosens ein Parade-Jahr. Er dürfte sich in den Kreis der Nationalelf gespielt haben. Gleichzeitig wiederholte sein Klub Platz drei aus dem Vorjahr und schoss so viele Tore (98) wie seit 68 Jahren kein Team der Serie A mehr.

Der krönende Abschluss könnte im August bevorstehen, wenn Atalanta im Viertelfinale der Champions League auf Paris Saint-Germain trifft, nächste Überraschung nicht ausgeschlossen.

Juventus unerreicht in Europa

Gosens ist schon dort, wo Juventus noch hinmuss - unter den besten Acht. Die Turiner hatten sicher nicht die beste Vorbereitung aufs Achtelfinal-Rückspiel gegen Lyon (Hinspiel 0:1), denn das Team um Cristiano Ronaldo zog früh den Stecker, als die 36. Meisterschaft so gut wie eingetütet war.

Juve darf sich mit neun Titeln in Folge seit dem 6. Mai 2012 amtierender Meister nennen - seit 3011 Tagen. Das ist in den fünf großen europäischen Ligen unerreicht.

Kampf um den Job und gegen den Fluch

Der neue Coach Maurizio Sarri wurde mit 61 Jahren zum ältesten Meistercoach der Serie A, doch die von Patron Andrea Agnelli eingeforderte ästhetische Revolution blieb aus. Es blieb freilich kaum Platz für Ästhetik, als nach 103 Tagen viraler Pause 124 Partien in 41 Tagen durchgepeitscht wurden.

Sarri spielt in dieser Woche nun um seine Zukunft, ausgerechnet in Juves Fluch mit Namen Champions League. Dort hat der Klub schon sieben Finals verloren und wartet seit 24 Jahren sehnsüchtig auf einen Triumph.

Buffon hängt noch ein Jahr dran

Gigi Buffon gewann den Henkelpott noch nie, reicherte sein Curriculum allerdings mit weiteren Bestmarken an. Als Ersatz für Wojciech Szczęsny eingesprungen, überrundete er Paolo Maldini als Rekordspieler der Serie A mit 649 Einsätzen und feierte seine zehnte Meisterschaft. Buffon verlängerte für eine weitere Saison, der ewige Gigi zählt in der kommenden Saison 43 Jahre.

Als Buffon debütierte, war Ciro Immobile erst fünf Jahre. Heute ist er 30 und durfte am Sonntag Schlagzeilen wie "Cirissimo" (Corriere dello Sport) oder "König der Bomber" (Gazzetta dello Sport) genießen. Der Ex-Dortmunder schoss bei Lazios 1:2 in Neapel Saison-Tor Nummer 36 und wurde zum dritten Mal Torschützen-König der Serie A.

Lewandowski hat das Nachsehen

Mit der Einstellung des Liga-Tor-Rekordes gewann er außerdem vor Robert Lewandowski den Goldenen Schuh als bester Goalgetter Europas und brachte die Römer nach zwölf Jahren wieder in die Gruppenphase der Champions League.

Das ist das erklärte Ziel der AC Milan für nächstes Jahr, und die Rot-Schwarzen legten eine aussichtsreiche Basis. Nach verkorkster Hinserie drehte Milan vor allem dank der Ex-Bundesligisten Ante Rebic (elf Tore im Jahr 2020) und Hakan Calhanoglu (neun Tore, neun Assists) unterstützt vom Winter-Zugang Zlatan Ibrahimovic (zehn Tore) auf.

Ibrahimovic wird bei Milan wohl verlängern, doch erfand zuvor noch eine neue Auszeichnung und ernannte sich zum "Gott des Spiels". Ein charmanter Abschluss einer wahrlich surrealen Saison.

Die Entscheidungen der Serie A

Meister
Juventus Turin

Champions League
Inter Mailand, Atalanta Bergamo, Lazio Rom

Europa League
SSC Neapel (als Pokalsieger), AS Roma, AC Milan (Qualifikation)

Absteiger
Brescia Calcio, SPAL Ferrara, US Lecce

Aufsteiger
Benevento Calcio, FC Crotone. Der dritte Aufsteiger wird zwischen sechs Teams in Play-offs ermittelt.

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