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Ski Alpin - Weltcup - Parallelrennen: Attraktiv, aber umstritten

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Am Wochenende wird der alpine Ski-Weltcup fortgesetzt, mit den Parallelrennen am Arlberg. Viele Stars bleiben fern. Ihnen missfällt der Modus.

Ski Alpin: Petra Vlhová und Mikaela Shiffrin
Wer vorne ist, gewinnt - so der Modus bei Parallelrennen. Hier Petra Vlhová (links) und Mikaela Shiffrin in Aktion. Beide fehlen am Wochenende am Arlberg.
Quelle: dpa

Für Alexander Schmid ist es ein gutes Gefühl, wieder in Lech zu sein. Der deutsche Skirennläufer hat beste Erinnerungen an den Weltcup-Ort, oder besser an die alpinen Parallelrennen, die dort an diesem Wochenende ausgetragen werden. Bei der Arlberg-Premiere 2020 stand er als Dritter auf dem Podest. Auch Teamkollege Stefan Luitz mischte vorne mit, wurde Siebter - und freut sich deshalb ebenso auf den Sonntag (ab 16 Uhr ZDF-Livestream).

Parallelrennen eine Spezialität für Deutsche

Auch andere deutsche Starter sind so etwas wie Parallel-Experten. Linus Straßer und Lena Dürr feierten ihre ersten Weltcup-Erfolge bei Parallelrennen. Allerdings liegen die schon ein bisschen zurück. Dürr gewann 2013 in Moskau, Straßer 2017 in Stockholm. "Es ist ein echt cooler Bewerb", findet Luitz.

Ein Wettbewerb, bei dem Zuschauer nicht lange auf Zeiten schauen müssen, um den Schnellsten oder die Schnellste zu erkennen. Bei dem Duell Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau erkennt man meist mit bloßem Auge, wer vorne ist.

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von Andreas Heck

Zu viele Regeländerungen

Klingt ganz einfach, ist es aber bei den Parallel-Events nicht. So attraktiv dieses Format auch ist, so wenig hat er Ski-Weltverband FIS bisher daraus gemacht. Dabei sollte es ein Zukunftsmodell sein.

Ständig wurden an den Regeln geschraubt. Mal wurde es City Events genannt, mal Parallel-Slalom, mal Parallel-Riesenslalom. Mal zählte der Wettbewerb für die Weltcup-Wertung, mal nicht.

Plötzlich gab es in den letzten Finalrunden nur noch einen Lauf statt zwei. Weil aber die beiden nebeneinanderliegenden Kurse aufgrund der Pistenbegebenheiten nie ganz identisch sein können, führte das zu Chancenungleichheiten.

Unfairer WM-Wettbewerb

Vor der vergangenen Saison ruderte die FIS zwar wieder zurück, aber dann kam die WM in Cortina d’Ampezzo. Der Unterschied zwischen den beiden Kursen war dort so groß, dass der Wettbewerb auch nicht mit mit Hin- und Rücklauf fair war. Denn wer im ersten Lauf den schlechteren Kurs erwischte, hatte bessere Chancen als derjenige, der ihn im zweiten Lauf beackern musste.

Die Erklärung ist ganz einfach: Der Rückstand nach dem ersten Durchgang ist bei 0,50 Sekunden gedeckelt, damit die Spannung bleibt und abgeschlagene oder sogar gestürzte Läufer im zweiten Lauf noch eine Chance haben. Bei der WM konnten die 0,50 Sekunden auf dem besseren Kurs locker wettgemacht werden.

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Shiffrin und Vlhova verzichten

Dass am Samstag (Entscheidung im ZDF-Livestream ab 17 Uhr) mit Mikaela Shiffrin und der Gesamtweltcupsiegerin Petra Vlholva zwei der Superstars der Frauen-Szene fehlen und bei den Männern, die einen Tag später dran sind, mit Loic Meillard, Justin Murisier und Sölden-Sieger Marco Odermatt fast die gesamte Schweizer Elite verzichtet, sagt einiges über den internationalen Stellenwert des Wettbewerbs aus.

Murisier will mit seinem Boykott "ein Zeichen bei der FIS setzen". Die WM habe gezeigt, "dass die Regeln im Parallel-Format nicht ganz fair sind. Trotzdem hat die FIS die Regeln nicht angepasst", sagte er im Schweizer "Blick".

Selbst Österreichs Frauen-Cheftrainer Christian Mitter, der immerhin in Katharina Liensberger die Slalom-Weltmeisterin in seinen Reihen hat, sieht noch Anpassungsbedarf:

Die Regel sind in diesem Bewerb noch relativ wenig ausgegoren.
Österreichs Frauen-Cheftrainer Christian Mitter

"Ideale Topographie" am Arlberg

Zumindest ein Skandal-Rennen wie in Cortina sollte in Lech nicht passieren. Der Hang, sagt der deutsche Frauen-Cheftrainer Jürgen Graller, sei "prädestiniert" für Parallel-Events.

Ähnlich sieht es sein Kollege bei den Männern, Christian Schwaiger: "Die Topographie ist ideal. Gleichmäßig geneigt bietet der Hang beste Voraussetzungen für spannende Rennen." Die außerdem anders als bei der Lech-Premiere vor einem Jahr mit Zuschauern stattfinden werden.

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