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Skispringen - Eine wieder nur fast perfekte Tournee

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Der Traum vom Tournee-Gesamtsieg erfüllte sich nicht, aber Karl Geiger schaffte mit Platz 2 ein Happy End. Die nächsten Ziele der deutschen Skispringer: Heim-Weltcup und Heim-WM.

Skispringen, Vierschanzentournee: Karl Geiger bei der Siegerehrung in Bischofshofen.
Karl Geiger bei der Siegerehrung in Bischofshofen.
Quelle: REUTERS/Lisi Niesner

Karl Geiger sehnt die Rückkehr zu seiner nicht einmal vier Wochen alten Tochter Luisa herbei. "Ich freue mich riesig, wenn ich sie sehen und meine Familie wieder in die Arme schließen kann", sagte er nach dem Happy End von Bischofshofen. Die emotionale Wiedervereinigung muss allerdings noch etwas warten, schließlich steht Samstag (16 Uhr) und Sonntag (16.30 Uhr) der Heim-Weltcup (live im ZDF) auf dem Plan.

Gegen Kamil Stoch war kein Ankommen, dennoch hat es für Karl Geiger bei der Vierschanzentournee ein Happy End gegeben. Im letzten Springen verbesserte er sich auf Gesamtplatz zwei.

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Musterschüler Geiger

Der Ort im Schwarzwald ist die Wahl-Heimat von Bundestrainer Stefan Horngacher. Der Vater von zwei Kindern ist der Mann hinter dem Erfolg von Karl Geiger. Vor inzwischen bald zwei Jahren übernahm der Österreicher von Werner Schuster die schwere Aufgabe, ein extrem erfolgreiches Team mit Olympiasiegern und Weltmeistern noch besser zu machen.

Horngacher ist das zumindest bei Karl Geiger überzeugend gelungen: Nach Platz zwei im Gesamtweltcup im vergangenen Jahr ist er in diesem Winter bislang der Top-Flieger bei den Highlights.

Tournee in Innsbruck verloren

"Karl ist Weltmeister im Skifliegen geworden und hat bei der Tournee Platz zwei hinter einem unschlagbaren Kamil Stoch belegt. Das ist sehr hoch einzuschätzen", sagt Horngacher. Zumal Geiger beim Skisprung-Grand-Slam nach seinem überzeugenden Auftaktsieg in seiner Heimat Oberstdorf nach dem Absturz auf Platz 16 in Innsbruck durch ein tiefes Tal gehen musste.

"Ich hatte schon extrem daran zu knabbern, dass ich die Tournee das zweite Jahr in Folge in Innsbruck verloren habe", gibt Geiger zu: "Aber mit Entschlossenheit und Willenskraft habe ich ein cooles Happy End geschafft."

Psychologisches Geschick von Horngacher

Zu verdanken war das auch dem psychologischen Geschick von Chefcoach Horngacher. Mit seinem Knowhow und der persönlichen Ansprache ("Jeder Springer wird individuell behandelt") hat er die deutschen Flieger insgesamt noch besser gemacht.

Das beweist zum Beispiel der komplette Medaillensatz bei der Skiflug-WM von Planica: Geiger gewann Einzelgold, Markus Eisenbichler Einzel-Bronzel - und das Team Silber, wobei Gold nur knapp verpasst wurde.

"Tournee-Fluch" besteht weiter

Bei der Tournee freilich wurde das klar ausgegebene Ziel vom ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawalds Triumph vor 19 Jahren verpasst. Einstige Topflieger wie Olympiasieger Andreas Wellinger oder Richard Freitag wurden wegen schwacher Leistungen schon bei Halbzeit wieder nach Hause geschickt.

Martin Schmitt und Sven Hannawald dominieren 1998 bis 2002 das Skispringen fast nach Belieben. Häufig stehen sie gemeinsam auf dem Podium, mal der eine ganz oben, mal der andere.

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"Der Tournee-Fluch besteht weiter", konstatierte Horngacher. Der als Mitfavorit angetretene Markus Eisenbichler verspielte mit seinem 35. Platz in Bischofshofen alle Chancen auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung.

Ich wollte die Tournee locker angehen und dann ist es locker in die Hose gegangen
Markus Eisenbichler

"Sind auf einem sehr guten Weg"

Eisenbichler - dreimaliger Weltmeister von 2019 - scheiterte genau wie der vor der Tournee in die Top 5 geflogene Pius Paschke (30. der Tournee-Gesamtwertung) am Erwartungsdruck. Auch Severin Freund (27.), Martin Hamann (28.) oder Constantin Schmid (35.) konnten nur in Einzelsprüngen überzeugen.

Laut Horngacher sei das jedoch kein Grund zur Sorge mit Blick auf den Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt (Qualifikation am Freitag, 16.15 Uhr): "Wir brauchen wieder Lockerheit und Einfachheit, dann werden die Ergebnisse wieder ganz anders ausschauen. Wir sind auf einem sehr guten Weg."

"Geiger-Countdown" zum Tournee-Sieg

Das gilt nach Meinung des Chefcoachs auch mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf (24. Februar bis 7. März). Dort rechnet er ganz besonders mit dem dreifachen Titelverteidiger Markus Eisenbichler ("Seine Zeit wird noch kommen") und natürlich dem dort mit Heimvorteil fliegenden Karl Geiger.

Seinen Musterschüler hat er auch mit Blick auf die nächste Vierschanzentournee auf dem Zettel: "Letztes Jahr war Karl bei der Tournee Gesamt-Dritter, heuer Zweiter, vielleicht schaut ja nächstes Jahr der erste Platz heraus. Das ist der Geiger-Countdown."

Die DSV-Adler bei der Vierschanzen-Tournee

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