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Vierschanzentournee - Kamil Stoch - der perfekte Skispringer

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Kamil Stoch steht vor seinem dritten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee. Die Dominanz der polnischen Skispringer gleicht nach dem Corona-Schock einem Wunder.

Kamil Stoch.
Jubelt er auch am Mittwoch? Der polnische Skispringer Kamil Stoch führt die Vierschanzentournee vor der letzten Station an.
Quelle: epa

Kamil Stoch hat kurz vor Beginn dieser 69. Vierschanzentournee ein Bild von den Heiligen Drei Königen und dem Stern von Bethlehem gepostet. "Es ist die Zeit der Wunder. Alles kann passieren", schrieb er dazu.

Stoch hat Gesamtsieg dicht vor Augen

Zu diesem Zeitpunkt hatte das wegen des vermeintlich positiven Corona-Falls von Klemens Muranka komplett in Quarantäne versetzte polnische Skisprung-Team in letzter Minute doch noch die Startberechtigung für den Tournee-Auftakt in Oberstdorf erhalten. Gut eine Woche nach diesem Wechselbad der Gefühle steht Kamil Stoch beim Finalspringen in Bischofshofen am Mittwoch (16:30 Uhr/live im ZDF) vor seinem dritten Tournee-Gesamtsieg nach 2017 und 2018. Zuvor steht heute noch die Qualifikation an, ebenfalls live im ZDF.

Skispringen - Quali in Bischofshofen

Skispringen - 16 Uhr: Qualifikation zum vierten Springen 

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Der Volksheld aus Zakopane ist also einer, der poetischen Worten eindrucksvolle Taten folgen lässt. "Kamil ist ein hundertprozentiger Profi, der alles dem Sport unterordnet. Er fordert sich selbst brutal und ärgert sich extrem, wenn er nicht gewinnt", sagt der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher. Er hat Stoch drei Jahre lang in seiner Zeit als polnischer Cheftrainer betreut und schwärmt von seinen "außergewöhnlichen Fähigkeiten: Kamils Körper ist zu 100 Prozent fürs Skispringen gebaut. Er ist der perfekte Skispringer".

Populär wie Lewandowski

Das hat Stoch spätestens 2017/2018 bei der Vierschanzentournee bewiesen, als er alle vier Springen gewinnen konnte. Der Pole hat aber auch drei Einzel-Olympiasiege sowie je zwei WM-Titel und Gesamtweltcup-Triumphe auf seinem Erfolgskonto stehen. In Polen wird Stoch deshalb ehrfürchtig "König Kamil" genannt und steht in der Popularitätsskala auf einer Stufe mit Weltfußballer Robert Lewandowski.

Überhaupt ist die Bedeutung des Skispringens in Polen gewaltig: Als die vergangene Saison wegen der beginnenden Corona-Pandemie abgebrochen wurde und keine Flüge mehr verfügbar waren, wurden Stoch und Co. aus Norwegen mit einem Regierungsflieger heimgeholt.

Regierungschef hilft aus der Corona-Quarantäne

Auch den Last-Minute-Start bei dieser Vierschanzentournee hatten sie ihren Top-Beziehungen zur ganz großen Politik zu verdanken. Nach der Corona-Sperre in Oberstdorf machte selbst Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki Druck: "Für uns Polen beginnt der Winter mit dem Skispringen. Man darf diese schreiende Ungerechtigkeit nicht zulassen." So durfte sich das polnische Team entgegen aller Hygienepläne freitesten. Und Stoch dankte danach immer wieder "allen Polen, die für uns gekämpft und uns diese Möglichkeiten eröffnet haben".

Skispringen Typical am 23.11.2017.

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Die Mannschaft des tschechischen Cheftrainers Michal Dolezal rückte noch enger zusammen und dominiert die Vierschanzentournee. In Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck besetzte das Team jeweils drei der ersten vier Plätze. Auch das Duell um den Gesamtsieg ist eine rein polnische Angelegenheit: Stoch geht mit einem Vorsprung von 15,2 Punkten auf Dawid Kubacki ins Finale.

Deutsche wollen aufs Podest

Horngacher hat mit seinem Knowhow bei der Arbeit in Polen dafür die Grundlage gelegt. Jetzt versucht der Österreicher, die deutschen Springer weiterzuentwickeln. Sein Musterschüler ist dabei Karl Geiger, der im Dezember überraschend Skiflug-Weltmeister geworden war. "Karl kann man mit Kubacki vergleichen. In Karl steckt noch viel mehr drin, es braucht halt in manchen Situationen noch Geduld", sagt Horngacher.

Der Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee ist für die deutschen Skispringer wohl außer Reichweite. Bundestrainer Stefan Horngacher hofft dennoch auf einen guten Tour-Abschluss.

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Oberstdorf-Sieger Geiger büßte mit seinem 16. Platz von Innsbruck wohl alle Chancen auf den ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg seit 19 Jahren ein. 24,7 Punkte Rückstand – umgerechnet fast 14 Meter - auf Stoch dürften zu viel sein. Genau wie Markus Eisenbichler (33,4 Punkte zurück) möchte Geiger aber wenigstens noch den Sprung aufs Tournee-Podest schaffen. Dann würden sie dort zumindest neben Kamil Stoch stehen.

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