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Skispringen | Frauen - Noch Luft nach oben bei Gleichberechtigung

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Die Skispringerinnen kommen auf ihrem Weg zur Gleichberechtigung in der Luft voran. In diesem Jahr gibt es die WM-Premiere auf der Großschanze, aber viele Wünsche sind noch offen.

Frauen-Skispringen
Im Frauen-Skispringen ist es aus finanziellen Gründen nach wie vor schwierig, Ausrichter für die Wettbewerbe zu finden.
Quelle: ZDF

Gleich drei Wettbewerbe stehen für die besten Skispringerinnen der Welt vom Freitag bis Sonntag im österreichischen Hinzenbach (Freitag, 13:25 live im ZDF) auf dem Plan. Sie werden dort für eine Siegprämie von 3.800 Schweizer Franken von der Normalschanze fliegen, während die Männer um Skiflug-Weltmeister Karl Geiger in Klingenthal für den Weltcup-Sieg vom großen Bakken 10.000 Fränklis kassieren.

Nach echter Gleichberechtigung in der Luft schaut das noch nicht aus, allerdings hat sich in den letzten Jahren viel im Sinne der fliegenden Frauen getan. Hier ein Überblick:

Große Unterschiede im Skisprung-Weltcup zwischen Frauen und Männern

Im Weltcup sind die Unterschiede am deutlichsten. Während die Frauen in diesem Winter erst vier Weltcup-Einzelspringen absolviert haben, sind es bei den Männern schon 17. Das hat vor allem damit zu tun, dass der Kalender der Frauen coronabedingt radikal zusammengestrichen wurde.

Beim Teamspringen in Ljubno haben die Sloweninnen einen Heimsieg vor Norwegen und Österreich gefeiert. Das deutsche Quartett wurde mit rund 50 Meter Rückstand Fünfte.

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8 min
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Der Saison-Auftakt im norwegischen Lillehammer wurde genauso gecancelt wie die zweiwöchige Japan-Tournee mit insgesamt fünf Springen. Auch bei den Männern gab es Absagen, allerdings fanden sich hier durchweg Ersatz-Ausrichter.

Das hat damit zu tun, dass die Ausrichter mit einem Skisprung-Weltcup der Männer Geld verdienen können, während die Frauen ein Zuschussgeschäft sind.
Skisprung-Bundestrainer Andreas Bauer

Keine Gleichberechtigung beim Preisgeld

Die Unterschiede sind gewaltig. Bei den Frauen kassiert die Siegerin 3.800 Schweizer Franken und die besten 20 kassieren Prämien. Bei den Männern gibt es (mindestens) 10.000 Schweizer Franken und die ersten 30 werden prämiert. Gesamtweltcup-Spitzenreiter Halvor Egner Granerud (Norwegen) hat so in diesem Winter schon stolze 160.000 Schweizer Franken verdient, sein weibliches Pendant Marita Kramer (Österreich) dagegen nur 13.930.

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Skispringen der Frauen in Hinzenbach komplett
 

Der Skisprung-Weltcup der Frauen in Hinzenbach kommentiert von Eike Papsdorf.

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95 min

Die besten Verdienstmöglichkeiten für die Frauen gibt es bei der Raw Air-Tournee in Norwegen, wo für die Gesamtsiegerin 35.000 Euro ausgelobt sind. Die Nummer 1 bei den Männern kassiert 60.000.

Wird das Preisgeld der Frauen zu stark erhöht, findet man keine Ausrichter mehr.
Andreas Bauer
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Keine Tournee und kein Skifliegen für die Frauen

Auch in Sachen Wettbewerbe und Schanzengrößen sind die Frauen (noch) benachteiligt. "Die letzten Männer-Bastionen sind die Vierschanzentournee und das Skifliegen", sagt Bauer. Zumindest in Sachen Vierschanzentournee gibt es jedoch Hoffnung: Die vier Präsidenten der Tournee-Ausrichtervereine in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen haben sich für die schnellstmögliche Inkludierung der fliegenden Frauen ausgesprochen.

Es laufen Gespräche, dass wir am Qualifikationstag der Männer unsere Wettbewerbe durchführen könnten. Wir trainieren ja ohnehin schon häufig auf den großen Schanzen.
Andreas Bauer

Auch wenn die Frauen die großen Bakken längst beherrschen, springen sie im Weltcup doch meist auf Kleinschanzen. Und Skifliegen gibt es für sie bislang gar nicht. Bauers Vorschlag dazu: "Die besten zehn Springerinnen bei der Raw Air-Tournee könnten in Vikersund auf der größten Schanze der Welt fliegen, die bislang den besten Männern vorbehalten ist."

Katharina Althaus hat beim Weltcup im slowenischen Ljubno den sechsten Platz belegt. Die Norwegerin Norwegerin Eirin Maria Kvandal sicherte sich den Tagessieg vor Ema Klinec.

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WM und Olympia: Gleichberechtigung fast erreicht

Bei der anstehenden Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf (24. Februar bis 7. März) gibt es die Premiere eines Großschanzenspringens für Frauen. Damit haben Lokalmatadorin Katharina Althaus und Co vier Medaillenchancen bei der WM und damit genauso viele wie die Männer. Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking wird es zudem den ersten Mixedwettbewerb im Skispringen geben.

Damit bekommen die Frauen eine zweite Medaillenchance, allerdings haben die Männer vier. Der Großschanzen- und Teamwettbewerb für die Frauen sind noch nicht olympisch. Trotzdem zieht Andreas Bauer insgesamt ein positives Fazit in Sachen Gleichberechtigung in der Luft: "Wir haben in den vergangenen Jahren schon viel erreicht und sind auf einem guten Weg."

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