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Spahn kritisiert Fan-"Flickenteppich"

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Fußball-Bundesliga - Spahn kritisiert Fan-"Flickenteppich"

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Zuschauer-"Flickenteppich" im Fußball kritisiert. Er sagte aber auch: "Entscheidend ist auf dem Platz, nicht auf dem Papier."

Pappkameraden statt echten Fans im Stadion von Borussia Mönchengladbach
Wieder Fans statt Pappkameraden im Stadion? Eine Klubs haben von den Behörden grünes Licht erhalten.
Quelle: Imago

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Zuschauer-"Flickenteppich" im Profifußball kritisiert. Er hätte sich sehr gewünscht, "dass wir bis Ende Oktober einen gemeinsamen Ansatz haben für den Start in die Bundesliga", sagte Spahn.

Dies gelte auch vor dem Hintergrund, dass entsprechende Beschlüsse der 16 Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) keine zwei Wochen alt seien. Damals hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass es angesichts der Infektions-Zahlen keine Zuschauer-Rückkehr im Profisport bis mindestens Ende Oktober geben wird. Eine Arbeitsgruppe mit den Chefs der Staatskanzleien soll bis dahin Vorschläge erarbeiten, wie anschließend mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen umgegangen werden kann.

Union Berlin gelingt Generalprobe vor 4500 Fans

Der Profifußball hatte aber nicht auf eine gesamtdeutsche Regelung zur Rückkehr von Zuschauern gewartet. Alle 36 Profiklubs arbeiteten intensiv an Hygienekonzepten, um die lokalen Behörden zu überzeugen. Einige mit Erfolg.

Bundesligist Union Berlin bestand seine Pflichtspiel-Generalprobe bei der teilweisen Rückkehr seiner Fans während der Corona-Pandemie. Vor 4500 Anhängern siegten die Köpenicker "An der Alten Försterei" gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg mit 2:1. Laut dem zuständigen Hygienereferenten habe Union die Vorgaben hervorragend umgesetzt. Man sei besonders beeindruckt von den Fans, die die notwendigen Maßnahmen annahmen und die Hygieneregeln einhielten.

Zuletzt hatte Bundesligist RB Leipzig die Erlaubnis erhalten, das erste Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 Mitte September vor bis zu 8.500 Zuschauern zu bestreiten. Hertha BSC will dann vor rund 4.000 Fans im Berliner Olympiastadion gegen Eintracht Frankfurt spielen.

VfL-Frauen spielen vor Publikum

Der FSV Mainz 05 teilte mit, dass bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals am 11. September gegen den TSV Havelse 1.000 Zuschauer auf den Rängen sein sollen. Der Karlsruher SC möchte beim Spiel gegen Union Berlin am 12. September 450 Zuschauer zulassen.

Zum Start in der Frauen-Bundesliga spielte der deutsche Meister VfL Wolfsburg am Freitagabend vor 500 Zuschauern.

DFL: Fan-Rückkehr als positives Zeichen

DFL-Chef Christian Seifert betonte zuletzt, die Rückkehr von Fans könne auch "ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen sein. Ein Zeichen, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und halten können."

Spahn betonte am Samstag dennoch erneut, ein koordiniertes Vorgehen sei sinnvoll.

Ich denke, für Akzeptanz insgesamt wäre ein einheitliches Vorgehen besser.
Jens Spahn

Egal, ob ein paar Hundert oder Tausende wie in Leipzig: Die DFL will in den Bundesligen die Rückkehr von Fans forcieren. Das letzte Wort werden aber die Gesundheitsämter haben.

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Weil, Söder und Kretschmann fordern gemeinsame Linie

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sprach sich gegen ein unterschiedliches Vorgehen bei der Wiederzulassung von Fans in den Sport-Arenen aus. Der SPD-Politiker verlangte im "Spiegel" wie zuvor schon Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) eine gemeinsame Linie.

Spahn ergänzte am Samstag, die Lage sei, wie sie sei. Die Behörden vor Ort würden in eigener Verantwortung entscheiden. Er hoffe, dass sich alle bewusst seien - Behörden wie Klubs, "dass damit eine hohe Verantwortung kommt, dass eben Infektionsrisiken dabei minimiert bleiben.

Wenn das gelingt, kann es ja auch Beispiel für andere Bereiche sein.
Jens Spahn

Die Vorarbeit der Deutschen Fußball Liga (DFL) für eine Rückkehr der Zuschauer sei gut, lobte Spahn erneut. Er habe immer gesagt: "Entscheidend ist auf dem Platz, nicht auf dem Papier."

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