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Speerwerfen - Johannes Vetter kratzt am Weltrekord

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Johannes Vetter ist einem Uralt-Weltrekord ganz nahe gekommen. Bei 97,76 Metern landete sein Speer - die zweitbeste je erzielte Weite seit Änderung des Reglements 1986.

Johannes Vetter am 25.07.2020
Johannes Vetter (Archivbild)
Quelle: Imago

Weltjahresbestleistung, deutscher Rekord, zweitbeste Weite der (neuen) Speerwurf-Geschichte: Speerwurf-Star Johannes Vetter hat im polnischen Chorzow für einen Paukenschlag gesorgt und ist mit dem Wurf auf 97,76 Meter in neue Dimensionen seines Sports vorgedrungen.

Vetter: "Stolz für Bolle"

Nur 72 Zentimeter fehlten dem 27 Jahre alten Weltmeister von 2017 zum Weltrekord von Speerwurf-Ikone Jan Zelezny (Tschechien) vom 25. Mai 1996.

"Ich habe schon im Abwurf gemerkt, dass der Wurf gut war. Als dann die Weite angezeigt wurde, war es ein extremes und intensives Gefühl", sagte Vetter. Er müsse das "erstmal alles einordnen, aber ich bin stolz wie Bolle".

Mit seiner Weltjahresbestweite von 91,49 m von Turku wäre Speerwerfer Johannes Vetter in Tokio Olympiasieger geworden. Der Dresdner im Gespräch mit Katrin Müller-Hohenstein.

Beitragslänge:
56 min
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Vetter: Dreistellig möglich

Dabei waren die Verhältnisse nicht einmal optimal. Wenn er ähnliche Bedingungen gehabt hätte wie Zelezny damals, sagte Vetter, "wäre der Speer sicherlich dreistellig geflogen". Zeleznys Weltrekord liegt bei 98,48 Metern.

Seinen eigenen deutschen Rekord von 2017 übertraf Vetter um satte 3,32 Meter. Als Belohnung gönnte er sich am Abend "ein, höchstens zwei Bierchen". Schließlich plant er schon am Dienstag in Dessau seinen nächsten Start, am 13. September ist er beim ISTAF in Berlin dabei.

In Topform

Vetter befindet sich momentan in der Form seines Lebens. Schon vor knapp zwei Wochen hatte er an gleicher Stelle in Polen zwei Mal die 90-Meter-Marke geknackt. Erst Anfang August hatte er zudem im finnischen Turku mit 91,49 Meter die bisherige Weltjahresbestleistung aufgestellt.

Für die kommenden Wettbewerbe sieht Vetter noch Luft nach oben. "Es gibt immer Platz für Verbesserungen", sagte er. "Ich habe keine Glaskugel und weiß nicht, wohin die Reise noch gehen kann", sagte Vetter. Fakt ist: Sein Traum vom Heiligen Gral der Speerwerfer, dem Wurf über 100 Meter, lebt. Seit Sonntag erst recht.

Uwe Hohn: 104,80 Meter mit altem Speer

Diese 100 Meter hatte 1984 im Berliner Jahnstadion Uwe Hohn mit 104,80 übertroffen - als bisher einziger Werfer der Geschichte. Danach änderte der Weltverband das Reglement und verlegte den Schwerpunkt des Speers nach vorne, um die Flugkurve kürzer und steiler zu machen. Seit dem 1. April 1986 wird mit dem neuen Speer geworfen, nun sind auch mit diesem die 100 Meter in Reichweite – dank Johannes Vetter.

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