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30 Jahre deutsche Einheit - Die Verschmelzung zweier Sport-Systeme

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Nach dem Mauerfall veränderte sich die Sportwelt massiv. Die Athleten sahen sich vor große Herausforderungen gestellt. Es war an der Zeit, gesamtdeutsche Idole zu finden.

Die Nationalmannschaften der der DDR und BRD vor dem WM-Spiel 1974
Beim WM-Spiel 1974 sind DDR und BRD noch getrennt eingelaufen. Nach dem Mauerfall 1989 entstand eine gemeinsame Fußballnationalmannschaft.
Quelle: imago images / WEREK

Wenn es um das Zusammenwachsen des deutschen Sports nach dem Mauerfall geht, hat jeder wahrscheinlich andere Bilder im Kopf. Sei es das Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und Union Berlin, der erste Gesamt-Berliner Neujahrslauf im Januar 1990 oder das gemeinsame Sporttreiben West- und Ostdeutscher wenige Tage nach dem Mauerfall. Während die Wiedervereinigung von Vielen herbeigesehnt wurde, stand ein Großteil der Athleten dem sportlichen Zusammenschluss kritisch gegenüber.

Veränderungen bestimmten Alltag der Sportler

Im Zuge der Wiedervereinigung folgten bedeutende Veränderungen wie die Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees beider Staaten, die Entstehung einer gemeinsamen Fußballnationalmannschaft und die Auflösung des Deutschen Turn- und Sportbunds der DDR. Mit ihren sportlichen Erfolgen hatte die DDR zuvor eine Überlegenheit des sozialistischen Systems deutlich machen wollen, weshalb sie ihre Organisationsstrukturen im Leistungsbereich professionell auf- und ausgebaut hatten.

Für die DDR wurde Anett Pötzsch 1980 Olympiasiegerin im Eiskunstlauf. Heute trainiert sie in Mannheim den deutschen Nachwuchs.

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Die BRD war im Gegensatz dazu deutlich schlechter ausgestattet. Nach dem Mauerfall mussten die beiden Strukturen angepasst werden, was dazu führte, dass viele Trainingseinrichtungen geschlossen werden mussten und Trainingsorte und Trainer wegfielen.

Die ersten gesamtdeutschen Meister

Nach erbitterter Konkurrenz zwischen Ost und West wurden Sportarten nach der Wende zusammengelegt. Im Fußball wurden in der Saison 1991/92 der Tabellenerste und -zweite aus der DDR-Oberliga in die Bundesliga eingegliedert. Somit bestand die Liga in der Saison aus 20 statt 18 Mannschaften. Der erste gesamtdeutsche Meister der Männer wurde der VfB Stuttgart. Auch im Handball war die Saison 1991/92 die erste, die von Beginn bis Ende gemeinsam gespielt wurde.

Zehn Vereine der DDR-Oberliga des Deutschen Handballverbandes plus Aufsteiger wurden in die "West-Bundesliga" integriert. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewann die Mannschaft der SG Wallau/Massenheim die Meisterschaft. Eishockey war die erste Sportart, die die Wiedervereinigung noch vor der politischen Einheit vollzog und auch die erste gesamtdeutsche Meisterschaft austrug. Meister der Saison 1990/91 wurde zum zweiten Mal in Folge die Düsseldorfer EG.

Eine Gewinnerin der Wende

Nach dem Mauerfall hatten viele Sportler aus dem Osten, insbesondere Leichtathleten, das Bedürfnis, sich beweisen zu müssen. Erfolge wurden oftmals aufgrund des dopingverseuchten DDR-Sportsystems kritisch betrachtet. Nur wenige Ausnahmesportler der DDR schafften es, sich im vereinigten Sport durchzusetzen. Eine Sportlerin, die nach dem Fall der Mauer Fuß fassen konnte, war Heike Drechsler. Ihren Durchbruch feierte die gebürtige Thüringerin 1983 mit gerade mal 18 Jahren, als sie Weltmeisterin im Weitsprung wurde.

Heike Drechsler springt zu Gold bei den Olympischen Spielen 2000.
Heike Drechsler springt zu Gold bei den Olympischen Spielen 2000.
Quelle: dpa

Dass der Sport in der DDR damals staatlich gefördert wurde, kam Drechsler zugute. 1988 in Seoul gewann sie drei olympische Medaillen. Vier Wochen nach ihrem letzten Wettkampf für die DDR kam die Wiedervereinigung. Es folgten Doping-Anschuldigungen und Stasi-Vorwürfe, die es der Weitspringerin nicht leicht machten.

Ich hatte nach der Wende immer das Gefühl, dass ich mich für die Zeit, in der ich in der DDR war, rechtfertigen oder beweisen müsste.
Heike Drechsler im Interview mit der Deutschen Welle (2015)

Doch Heike Drechsler trotzte den Anschuldigungen, setzte ihre Siegesserie im vereinten Sport fort und gewann 1992 und 2000 Olympiagold. Noch heute zählt sie zu den erfolgreichsten deutschen Leichtathletinnen und ist somit eine echte Gewinnerin der Wende.

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