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Tennis | Kommentar - Djokovic scheitert krachend mit Adria-Tour

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Novak Djokovic hatte mit der Adria-Tour "ein Zeichen setzen" wollen. Nach dem Motto: "Ist ja halb so wild mit dieser Corona-Pandemie." Ein Irrtum - auch er ist positiv getestet.

Kommentar: Martin Wolff zur Adria-Tour
Kommentar: Martin Wolff zur Adria-Tour
Quelle: ZDF/dpa

Novak Djokovic hatte die Organisatoren der US Open unter Druck gesetzt. Weil ihm so ganz und gar nicht gefiel, was diese für das erste Grand-Slam-Turnier nach der "Corona-Pause" planten. Am besonders heftig vom Virus gebeutelten Austragungsort New York soll das Motto vom 31. August an: "Sicherheit zuerst!" lauten. Die Veranstalter wollen alles nur Mögliche dafür tun, eine Ausbreitung des Virus zu unterbinden.

Djokovic geht Sicherheitsdenken viel zu weit

Keine Qualifikations-Runden, keine Zuschauer. Nur eine Begleitperson für jeden Profi erlaubt, kein Duschen auf der riesigen Tennisanlage in Queens. Und die Profis sollen alle gemeinsam in einem Hotel in Flughafennähe untergebracht werden. So der ursprüngliche Plan.

Für einen Menschen wie Djokovic, der sich gerne mit sogenannten Wunderheilern und Gurus umgibt, geradezu unerträgliche Rahmenbedingungen. Was aber dagegen tun? Die Veranstaltung einer Turnierserie mit geradezu grenzenlosen Freiheiten schien ihm eine geniale Idee zu sein.

Serbiens Novak Djokovic gerät als Organisator der Adria-Tour immer stärker in die Kritik. Nun ist er selbst mit dem Coronavirus infiziert.

Tennis | Adria-Tour - Auch Djokovic positiv auf Corona getestet 

Der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das gab der 33 Jahre alte Serbe am Dienstag bekannt.

Konzept aus der Zeit gefallen

Während in Deutschland vom Deutschen Tennis-Bund eine siebenwöchige Turnierserie unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen aufgezogen wurde, verteilte Djokovic Einladungen für eine Veranstaltung, deren Konzept aus der Zeit gefallen war.

Nicht die geringsten Einschränkungen. Tennis wie zu "guten alten" Zeiten. Der weltweiten Aufmerksamkeit willen mussten absolute Spitzenspieler mitmachen. Mit Djokovic-Kritiker Nadal war das nicht zu machen. Und Roger Federer konnte "dank" einer zweiten Knie-OP bequem abtauchen.

Alexander Zverev: Naive Schwärmerei

Da Djokovic aber immerhin den Weltranglisten-Dritten Thiem und die Nummer Sieben der Welt, Zverev, ködern konnte, schien seiner in Belgrad startenden Turnierserie der Erfolg gewiss. Denn die Bilder, die er lieferte, erregten hohe Aufmerksamkeit.

Innige Umarmungen am Netz, Autogrammstunden inmitten von Menschenmassen und nächtliche Clubbesuche. Und Zverev schwärmte im ZDF-Interview: "Mit so vielen Menschen bin ich seit den Australian Open nicht mehr zusammengekommen."

Viktor Troicki

Adria-Tour - Dritter Tennis-Profi infiziert  

Bei der umstrittenen Adria-Tour der Tennisprofis soll es eine dritte Ansteckung geben. Der Serbe Viktor Troicki hat sich nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert.

Genialer Pokerspieler oder verantwortungsloser Hasardeur?

Gut eine Woche lang schien die Rechnung des 33-jährigen Co-Veranstalters aufzugehen. Mit unverhohlenen US-Open-Boykottdrohungen nach dem Motto: "Ihr seht doch, dass man keine Angst mehr haben muss", erwirkte er tatsächlich Entgegenkommen bei den Veranstaltern.

Denn die fürchteten plötzlich um die großen Zugpferde. Jeder sollte nun drei Begleiter gestattet bekommen. Und wer sich das leisten kann, soll auch Privatunterkünfte anmieten dürfen, hieß es vergangenen Donnerstag. Auch Duschen auf der Anlage wurde plötzlich gestattet.

Ein Rückschlag der schlimmeren Sorte

Am Montag musste die Adria-Tour auf der zweiten Station abgesagt werden. Die Nummer 19 der Weltrangliste, Grigor Dimitrov, war positiv auf Corona getestet worden. In Windeseile kamen Borna Coric und Viktor Troicki dazu. Der negativ getestete Alexander Zverev verzog sich, Entschuldigungen aussprechend, in Quarantäne.

Nach Grigor Dimitrow wurde auch Borna Coric positiv getestet.

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Novak Djokovics Ruf war schon damit ruiniert. Dass er nun auch noch höchstselbst positiv getestet wurde, rundet das Desaster für den schon vorher stark kritisierten Serben brutal ab. Das einzig wirklich "Positive" an dieser Geschichte: Es wird jetzt keinen Profi mehr geben, der den Sicherheitskurs der US Open auf die leichte Schulter nimmt.

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