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Kommentar

Trotz Gerichtsentscheid - Djokovic stellt sich ins Abseits

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Novak Djokovic darf nun doch an den Australian Open teilnehmen, wenn die Berufung keinen Erfolg hat. Ein schaler Beigeschmack bleibt mit Blick auf den Tennis-Exzentriker.

Novak Djokovic
Umstrittener Tennis-Star: Novak Djokovic
Quelle: imago/Shutterstock

In einer Zeit, in der Egoismus nun wahrlich nicht angebracht ist und in der Solidarität und Fürsorge das Gebot der pandemischen Stunde sind, wirkt das Urteil wie eine Extrawurst. Schmackhaft angerichtet für den Weltranglisten-Ersten.

Nur unschuldiger Spielball der Behörden?

Dabei könnte es ja durchaus sein, dass der föderale Wirrwarr in Australien ursächlich für Djokovics zunächst verwehrte Einreise gewesen ist. Der Bundesstaat Victoria mit seiner Hauptstadt Melbourne hat auch anderen, leider nicht genannten Anreisenden, Sondergenehmigungen zur Einreise verschafft. Vielleicht ist Djokovic wirklich nur ein unschuldiger Spielball in der Auseinandersetzung unterschiedlicher australischer Behörden?

Das Gericht hat entschieden: "Djokovic kann bleiben", berichtet Sven Görn über die Einreise des Tennisstars nach Australien ohne Impfnachweis.

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Novak Djokovic macht es einem schwer, ihn als Unschuldslamm zu sehen. Die Puzzlestücke seiner charakterlichen Prägung vermitteln oft ein verstörendes Bild: Seine erschreckende Nähe zu Ultranationalisten und Verschwörungstheoretikern wie Jovan Deretic oder dem Politiker Milorad Dodik, einem Leugner des Völkermordes in Srebenica.

Seltsame Kontakte in Djokovics Umfeld

Dazu noch Serbiens Präsident Vucic - einem weiteren umstrittenen Politiker, dem Bürgerinitiativen Machtmissbrauch und Einschüchterung von Gegnern vorwerfen - der sich lautstark und fettgedruckt hinter Djokovics Einreise nach Australien stellt und damit letzte Stimmen im Wahlkampf im Blick hatte.

Zu guter Letzt Djokovics Vater Srdjan, der in einem Anfall von Verbal-Diarrhoe zitiert wird: "Jesus wurde gekreuzigt, jetzt kreuzigen sie Novak!" Oder seinen Sohn als modernen "Spartakus" bezeichnet, gar von "Deportation" spricht.

Entscheidung erst mal vertagt - Gericht erlaubt Djokovic die Einreise 

Die Entscheidung zieht sich weiter hin: Ob Tennis-Ass Novak Djokovic bei den Australian Open spielen wird, bleibt auch nach dem jüngsten Gerichtsentscheid offen.

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Tennis-Ass mit Holzhammer-Methode

Wie kann man sich so über die Gesetze eines Landes stellen? Vertrauen auf die rechtlichen Bestimmungen Australiens wäre nicht nur diplomatischer und intelligenter, sondern auch hilfreicher gewesen. Stattdessen die Holzhammer-Methode.

Mal ehrlich: Würde es Djokovic nicht besser zu Gesicht stehen, die Heimreise anzutreten, aus Respekt vor der australischen Bevölkerung? Novak Djokovic würde so gerne geliebt sein, überall wo er auftritt. Es ist ihm wichtig zu gefallen.

Australien hat ganz andere Probleme

Möglicherweise glaubt er, dass die Australier wollen, dass er das erste Grand Slam Turnier des Jahres dort spielt. Augen auf, Novak! Die haben ganz andere Probleme. Die Pandemie hat sie zermürbt. Der Mehrheit dürfte es sogar ziemlich egal sein, ob der Weltranglistenerste spielt oder statt seiner ein Känguru.

Sein Auftritt in Melbourne droht ein Spießrutenlauf zu werden, mit Pfiffen statt Beifall. Und selbst wenn Novak Djokovic überhaupt keine Schuld trifft, rührt sich bei mir kein Mitleid. Nur die Hoffnung, dass der Aufenthalt in einem Hotel, in dem Flüchtlinge sogar mehrere Jahre auf die Abschiebung warten, sein scheinbar entrücktes Weltbild etwas zurecht rückt.

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