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Tennis-Weltrangliste - Gesucht wird die wahre Nummer eins

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Novak Djokovic hat Roger Federers Bestmarke geknackt, kein Spieler war je länger an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. Doch wer ist der Beste aller Zeiten?

Novak Djokovic und Roger Federer bei den Australian Open.
Novak Djokovic und Roger Federer (re.)
Quelle: reuters/issei kato

Novak Djokovic ist der wohl zäheste Defensivspieler dieser Tennis-Ära. Verteidigen muss sich der 33-jährige Serbe aber auch außerhalb des Spielfeldes oft. Djokovic polarisiert, ist ein von vielen ungeliebter Champion.

Meine Antwort ist der Gewinn der Trophäe.
Novak Djokovic nach dem Gewinn der Australian Open

Gerade holte er seine 18. Grand-Slam-Trophäe, den 82. Titel insgesamt und seit diesem Montag hält er zudem den Rekord von 311 Wochen an der Spitze der Tennis-Weltrangliste, die seit 1973 erhoben wird. Zum Vergleich: Boris Becker, die einzige deutsche Nummer eins, blieb es nur zwölf Wochen lang. Bisher hielt der bald 40 Jahre alte Schweizer Roger Federer mit 310 Wochen diese magische Bestmarke, doch macht das Djokovic jetzt zum besten Spieler aller Zeiten? Die Antwort ist kompliziert.

Zahlen sind nicht alles

Tennis ist ein wahres Paradies für Statistik-Liebhaber. Keine Aufschlagquote, keine verpasste Breakchance, keine Punkte, die von einem Linkshänder an einem Montag auf einem Rasenplatz bei Nieselregen erzielt wurden, bleiben ungezählt. Alles wird analysiert und exakt aufgelistet.

So ist jeder Spieler eine wandelnde Statistik, deren nackte Zahlen sich miteinander vergleichen lassen - und doch ist es schon bei Federer, Djokovic und Rafael Nadal schwierig. Die drei Ausnahmeathleten bescheren dem Tennissport gerade eine Goldene Ära, bestimmen seit 15 Jahren das Geschehen. Doch wie gewichtet man?

Federer, Nadal - oder doch Laver?

Federer und Nadal haben jeweils 20 Grand-Slam-Titel, mehr als Djokovic und jeder andere Spieler. Djokovic wiederum ist nun 311 Wochen die Nummer eins, Federer war es aber mit 237 Wochen am Stück über den längsten Zeitraum hinweg und auch mit 36 Jahren und 187 Tagen als ältester Spieler und insgesamt über eine Rekord-Spanne von über 14 Jahren.

Nadal dagegen gewann 13 Mal die French Open, niemand sonst hat einen einzigen Grand Slam je so dominiert. Zudem erspielte sich der 34 Jahre alte Mallorquiner olympisches Gold - im Gegensatz zu Federer und Djokovic.

Auch Conners hält noch einen Rekord

Nimmt man die ehemaligen großen Champions hinzu, wird es noch kniffliger: Der Australier Rod Laver gewann als einziger Spieler zwei Mal alle vier Grand Slams in einem Kalenderjahr (1962 und 1969) und hatte das Pech, dass mit dem Beginn der Profi-Ära 1968 einige seiner Erfolge nicht offiziell gezählt werden. Jimmy Connors spielte sensationelle 25 Jahre auf der Tour, seine Bestmarke von 109 Titeln steht bis heute. Federer folgt ihm mit 103 Titeln.

Grafik der Punkte-Übersicht von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic.
Das Titelrennen der ''Big Three'' ist noch offen.
Quelle: ATP

Ivan Lendl, John McEnroe, Björn Borg, Pete Sampras oder Andre Agassi - auch sie haben mit gutem Recht ihren besonderen Platz in den Annalen. Doch ihre Zeit lässt sich nicht mehr eins zu eins mit heute vergleichen, der Tennis-Sport hat sich extrem gewandelt.

Jede Zeit hatte ihre Heroen

Borg sah es realistisch: "Alte Rekorde sind nicht für die Ewigkeit gedacht." Ewig währt nichts, aber die Bestmarken dieser Goldenen Ära dürften lange bestehen.

Für mich ist Novak der beste und kompletteste Spieler aller Zeiten, für jemand anderen ist das Nadal oder Federer. Es wird ein interessantes Diskussionsthema sein, wenn ihre Karrieren vorbei sind.
Goran Ivanisevic, Djokovic' Coach

Djokovics Vorteil: Er hat mit 33 Jahren noch Zeit, weitere Rekorde zu knacken und statistisch zweifelsfrei ganz oben zu stehen. Doch er wird damit leben müssen, dass es in der Tennis-Welt für die große Mehrheit immer einen gefühlten Besten geben wird: Und das ist abseits jeder Statistik Roger Federer, der geliebte Champion.

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