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Chinas Tennisstar - Tenniswelt besorgt wegen Peng Shuai

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Tennisstar Peng Shuai warf dem Ex-Vizepremier Chinas einen sexuellen Übergriff vor. Seither ist sie verschwunden. Eine angebliche Nachricht vergrößert die Sorgen der Tenniswelt.

Archiv: Peng Shuai am 15.01.2019 in Melbourne
Chinas Tennisstar Peng Shuai.
Quelle: Reuters

Eine angebliche Nachricht der als verschwunden geltenden chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai hat bei der Spielerinnen-Organisation WTA erhebliche Zweifel geweckt und die Besorgnis um die 35-Jährige noch vergrößert.

Chinas staatliches Auslandsfernsehen CGTN veröffentlichte in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter eine Mail, die die Tennisspielerin selbst geschrieben haben und an den WTA-Chef Steve Simon geschickt haben soll. Darin hieß es, die Berichte über sie, "einschließlich des Vorwurfs der sexuellen Nötigung", seien "nicht wahr". Ihr gehe es gut und sie werde nicht vermisst. "Ich habe mich nur ein bisschen zu Hause erholt, und alles ist gut."

WTA-Chef Simon erklärte:

Es fällt mir schwer zu glauben, dass Peng Shuai diese E-Mail, die wir bekommen haben, tatsächlich geschrieben hat.
WTA-Chef Steve Simon

WTA fordert Beweis für Peng Shuais Sicherheit

Die WTA und der Rest der Welt brauchten einen "unabhängigen und nachprüfbaren Beweis", dass die Spielerin in Sicherheit sei. Die Veröffentlichung durch chinesische Staatsmedien vergrößere seine Bedenken bezüglich ihrer Sicherheit und ihres Aufenthaltsorts, so Simon. Er habe selbst wiederholt über verschiedene Wege vergeblich versucht, die Spielerin zu erreichen.

Um den Druck auf China im Zusammenhang mit der verschwundenen Tennisspielerin Peng Shuai zu erhöhen, schließt Simon nicht aus, dem Reich der Mitte WTA-Turniere zu entziehen. "Wir sind definitiv bereit dazu und würden alle Komplikationen, die das mit sich bringt, regeln", sagte der Funktionär in einem "CNN"-Interview. Schätzungen zufolge könnte die WTA durch eine solche Maßnahme mehrere hundert Millionen Dollar verlieren. Simon stellte aber klar: "Dies ist größer als das Geschäft. Frauen müssen respektiert und nicht zensiert werden."

Am Donnerstag zeigte sich auch die deutsche Nummer eins Alexander Zverev beim Saisonfinale der ATP in Turin besorgt. "Ich hoffe, sie wird bald gefunden werden", so Zverev.

Wir sprechen hier nicht von einem Tennismatch, wir sprechen von einem Menschenleben.
Alexander Zverev

Zuvor hatten sich bereits weitere Tennisstars wie Naomi Osaka, Chris Evert oder Novak Djokovic sehr beunruhigt geäußert.

Vorwurf des sexuellen Übergriffs: Shuai belastet Vizepremier

Peng Shuai hatte Anfang des Monats im sozialen Netzwerk Weibo Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker veröffentlicht. In dem Eintrag, der wenig später gelöscht wurde, hieß es, dass sie über einen Zeitraum von zehn Jahren mit Unterbrechungen eine Beziehung mit dem verheirateten früheren Vizepremier Zhang Gaoli (75) gehabt habe.

In dem Beitrag ist von Liebe und Zuneigung die Rede, aber auch von einem ungewollten sexuellen Übergriff - ohne dass Beweise vorgelegt werden könnten. Die Echtheit des Postings konnte nicht verifiziert werden.

Chinas Zensur blockiert Internet-Suche

Seither ist Peng Shuai nicht mehr öffentlich gesehen worden. Chinas Zensur streicht jede Debatte über den Fall. Suchen nach ihrem Namen oder nach #MeToo im chinesischen Internet sind geblockt.

"Er will mit diesen Spielen die Überlegenheit der Kommunistischen Partei dokumentieren": Wer das schöne Bild gefährde, würde "massiv" unterdrückt, so ZDF-Korrespondent Ulf Röller in Peking.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Die Menschenrechtsorganisation China Human Rights Defenders (CHRD) teilte mit: "Die chinesische Regierung hat eine lange Vorgeschichte, willkürlich Menschen in kontroversen Fällen festzuhalten, ihre Fähigkeit zur freien Meinungsäußerung zu kontrollieren, und sie dazu zu bringen, erzwungene Erklärungen abzugeben."

Chinas Außenministerium: Kein Kommentar

William Nee von CHRD wies auf die Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens und Machtmissbrauchs: "Diese Vorwürfe sollten nicht zensiert werden, sondern eine unparteiische und faire Untersuchung auslösen."

Über den Verbleib von Peng Shuai wollte sich Chinas Außenministerium nicht äußern. "Das ist keine diplomatische Frage", sagte Sprecher Zhao Lijian am Donnerstag vor der Presse. "Mir ist die genannte Situation nicht bekannt."

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