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Wettbetrug im Tennis : Topspieler sollen Partien verschoben haben

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Nach Informationen des ZDF sollen zwei aktuelle Top-50-Spieler im Tennis und ihr ehemaliger Trainer in Sportbetrug, sogenanntes Matchfixing, verwickelt sein.

Von wegen weißer und sauberer Sport: In kaum einer Sportart zeigt sich Wettbetrug so massiv wie im Tennis. Eine Spur führt zu einem Coach aus Belarus und dessen Starspielern.

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Zwei aktuelle Top-50-Spieler im Tennis und ihr ehemaliger Trainer sollen nach Informationen der ZDF sportstudio reportage in Sportbetrug, sogenanntes Matchfixing, verwickelt sein. Dabei handelt es sich um Nikoloz Basilashvili aus Georgien (Nr. 26 der Weltrangliste) sowie den Russen Aslan Karatsev, der im letzten Jahr im Halbfinale der Australian Open stand (Nr. 42).

Weißrussischer Trainer bot Spielern Geld an

Der weißrussische Trainer Yahor Yatsik, der beide betreute und coachte, hat in der Vergangenheit mindestens zweimal Spielern Geld angeboten, um Tennismatches zu verschieben. Das geht aus den dem ZDF vorliegenden Ermittlungsakten des Tennisweltverbandes ITF hervor. Karatsev betreute Yatsik zuletzt von 2018 bis 2021. Basilashvilli reiste ab 2013 rund 18 Monate mit dem Weißrussen.

Ein aktiver osteuropäischer Trainer belastet Yatsik im ZDF schwer:

Er ist seit Jahren involviert im Wettbetrug, arbeitet mit Leuten zusammen, die mit Matchfixing in Russland und Osteuropa zu tun haben.
Osteuropäischer Trainer, der unerkannt bleiben will

"Er hat immer viel Geld bei sich, ist auf der Tour unterwegs und sucht nach jungen Spielern oder Spielerinnen, die Probleme haben. Finanzielle oder mentale. Die er leicht überzeugen kann mit Geld."

Trainer hat eng mit Spielern zusammengearbeitet

Aus Angst spricht er im ZDF verdeckt: "Yatsik hat mit beiden Spielern eng zusammengearbeitet, hat sie jahrelang beobachtet. Sie sind beide unglaublich talentierte Spieler. Aber sie hatten finanzielle Probleme am Anfang und auch große Schwächephasen, sind im Ranking abgerutscht. Jeweils in einem kritischen Moment in ihrer Karriere hat er sie angesprochen."

Nikoloz Basilashvili in Aktion gegen den Niederländer Tim van Rijthoven in der dritten Runde während des fünften Tages der Wimbledon Championships am 01.07.2022.
Soll nach ZDF-Informationen in Wettbetrug verwickelt sein: Nikoloz Basilashvili
Quelle: Dpa

ZDF weiß von fünf mutmaßlich verschobenen Spielen

Dem ZDF liegen die Fälle von fünf mutmaßlich verschobenen Matches mit ungewohnt hohen Wettausschlägen vor, in denen der Russe Karatsev involviert sein soll. Zwei Matches fallen in den Zeitraum der Zusammenarbeit mit Yatsik - ein Doppel 2019 in Finnland und ein Doppel 2020 in Kasachstan - beide auf der Challengertour ausgetragen, bevor Karatsev den großen Durchbruch schaffte.

Yatsik und Karatsev wurden im Jahr 2020 währen der French Open von der französischen Polizei verhört. Das hatte am 2. Mai bereits die französische Zeitung "l'Équipe" berichtet. Das ZDF kann das bestätigen. Passiert ist seitdem nichts.

Der russische Tennisspieler Aslan Karatsev in Aktion während seines Spiels gegen seinen Landsmann Daniil Medvedev bei der ATP 250 Mallorca Championship am 22.06.2022.
Der russische Tennisspieler Aslan Karatsev ist nach Informationen des ZDF in Wettbetrug verwickelt.
Quelle: Epa

Manipulation bei ATP-Turnier in Stuttgart

Nach Recherchen des ZDF soll Karatsev auch zuletzt beim ATP Turnier in Stuttgart manipuliert haben. Beim Doppel in der ersten Runde. Hier geht es um auffällig hohe Wetten auf die Niederlage. Die Ausrichter teilten dem ZDF mit, sie haben nichts vom Matchfixing gewusst. 

Tom Mace, der Director Operations von Sportradar, der Monitoringfirma, die für den Weltverband den Wettmarkt überwacht, erklärt im ZDF: "Ich kann bestätigen, dass wir Matches von Aslan Karatsev analysiert haben, aufgrund unserer Verträge mit dem Weltverband und der ITIA kann ich aber keine Auskunft über spezielle Ergebnisse geben."

Keine Stellungnahme des Weltverbands

Die ITIA, die zuständige Behörde des Weltverbandes ITF, will sich zu Karatsev und Yatsik nicht äußern. Auch nicht zu der Frage, warum beide trotz der Ermittlungen in Frankreich nicht suspendiert oder gesperrt sind. Lebenslang gesperrt von der ITIA wegen Wettbetrug ist nur die ehemalige Freundin von Karatsev, Sofia Dmitrieva.

Karatsev selbst gab dem ZDF ein Interview, widerrief seine Aussagen aber danach. Gegen Nikoloz Basilashvilli läuft nach russischen Medien ein Verfahren wegen Matchfixings bei der ITIA. Sein Management erklärte auf Anfrage des ZDF, man habe bislang nichts von der ITIA gehört.

Nach ZDF-Informationen soll sein Erstrunden Doppel-Match in Wimbledon 2021 an der Seite des Moldawiers Radu Albot verschoben worden sein. Es geht um auffällige hohe Wetteinsätze auf die Niederlage und Beträge bis zu einer halben Million US-Dollar. Mehrere Wettanbieter und mit der Sache vertraute Personen bestätigten das dem ZDF.

Der Wettskandal im Profi-Tennis weitet sich aus. Nach ZDF-Informationen sollen Betrüger zuletzt Dutzende Partien verschoben haben. Betroffen ist auch ein Turnier in Deutschland.

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