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Kommentar: Wimbledon-Absage richtig

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Tennis in Zeiten von Corona - Kommentar: Wimbledon-Absage richtig

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Wirklich überraschen kann die Absage von Wimbledon nicht. Nach Abwägung aller Umstände und Argumente ist es die eindeutig richtige Entscheidung. Ein Kommentar von Martin Wolff.

Tennis: Wimbledon
Tennis: Wimbledon
Quelle: dpa

Das legendäre Tennisturnier von Wimbledon wird weder mit noch ohne Zuschauer stattfinden. Ebenso entfallen alle Vorbereitungsturniere.

Boris Becker hatte noch um Aufschub gebeten. "Wartet ab. Geduld ist eine Tugend", hatte der dreimalige Wimbledon-Sieger kurz vor der Entscheidung angemahnt. Doch dessen ungeachtet ist nun nach den French Open bereits das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres aufgrund der Coronakrise von den Veranstaltern abgesagt worden.

Im Gegensatz zum Turnier von Paris, hier hatten die Organisatoren eigenmächtig eine Verlegung auf den 20. September verkündet und dafür viel Kritik geerntet, plant Wimbledon ausdrücklich keine Verschiebung. Erst vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 soll die 134. Ausgabe des Tennis-Klassikers ausgespielt werden.

Boris Becker sieht "Hysterie"

Das Argument, mit dem der alljährlich als BBC-Wimbledon-Kommentator agierende frühere Tennisstar Boris Becker auf ein Abwarten drängte, konnte einfach nicht verfangen. Wenig hilfreich in Anbetracht der weltweiten Notlage sein Hinweis, dass in dieser Thematik "Hysterie" vorherrsche: "Das ganze Weltende-Szenario bringt nichts außer Angst!"

Zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg findet das weltberühmte Tennis-Turnier von Wimbledon in diesem Jahr nicht statt.

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Zwar erst nach Ende der Pandemie wird man seriös analysieren können, welche Maßnahmen im Umgang mit der Krise übertrieben und welche unbedingt erforderlich waren. Wer aber weiß, welch verheerende Wirkung mittlerweile der Ausrichtung des Fußball-Champions-League-Spiels Atalanta Bergamo gegen den FC Valencia am 19. Februar vor vollen Rängen im Mailänder San Siro-Stadion zugeschrieben wird, der sollte sich in seinen öffentlichen Twitter-Meldungen zumindest nicht so verharmlosend äußern.

Tennisturniere in Deutschland im Blick

Spätestens seit der Infektionsexplosion in Bergamo und Mailand wird nachvollziehbarerweise kein politischer Verantwortlicher vorschnell eine Sportveranstaltung mit Zuschauern erlauben. Kein Wunder also, dass ein Start der Wimbledon Championships Ende Juni auch den Entscheidungsträgern im All England Lawn Tennis and Croquet Club angesichts der Corona-Pandemie kaum mehr realistisch erschien. Zumal niemand voraussagen kann, wann die derzeit über die ganze Welt verstreuten Profis wieder ohne Aus- und Einreise-Beschränkungen nach England fliegen können.

Alle Topturniere von WTA und ATP inklusive der French Open in Paris sind verschoben oder gestrichen worden. Die Zwangspause trifft vor allem Profis aus der zweiten Reihe und Vereinstrainer.

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Hinzu kommt, dass die Entscheider als verantwortungsbewusste Hüter des Rasentennis auch die Situation der vorgelagerten Wimbledon-Vorbereitungsturniere im Blick haben mussten. Den vier deutschen Rasentennis-Turnierveranstaltern Stuttgart und Halle (ATP) sowie Berlin und Bad Homburg (WTA) wäre nicht damit gedient gewesen, erst im allerletzten Moment von einer Wimbledon-Absage überrascht zu werden. Insbesondere nicht dem Stuttgarter Weissenhof, der bereits am 8. Juni den Anfang gemacht hätte. Denn eines war von vornherein klar: ohne Wimbledon auch keine Vorbereitungsturniere.

Jetzt, da die Entscheidung gefallen ist, können sich die vier deutschen Veranstalter wenigstens weitere überflüssig gewordene Vorbereitungsmaßnahmen sparen.

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