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Was die Task Force ausgetüftelt hat

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Vor DFL-Mitgliederversammlung - Was die Task Force ausgetüftelt hat

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Tim Meyer ist gerade der wichtigste Mediziner für den deutschen Fußball. Der DFB-Teamarzt steht der Task Force vor, die den Rahmen für eine Saisonfortsetzung festgelegt hat.

Prof.Dr Tim Meyer
Der deutsche Fußball schaut auf ihn: Task-Force-Leiter Tim Meyer
Quelle: Imago

Offiziell hat Tim Meyer seine Arbeit noch nicht vorgestellt. Doch mittlerweile ist zumindest im Entwurf öffentlich geworden, was der Arzt der deutschen Nationalmannschaft als Vorsitzender der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" als neuen Rahmen für eine Fortführung des Spielbetriebs der beiden Bundesligen während der Corona-Krise in einer Art virenfreien Sonderzone ausgetüftelt hat.

Klubpleiten vermeiden und die Grundlage für die Wiederaufnahme des unterbrochenen Spielbetriebs in der Bundesliga schaffen. Darum geht's in einer der wohl wichtigsten Konferenzen in der Geschichte des deutschen Profifussballs

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41 Seiten umfasst das Corona-Regelwerk und wird am Donnerstag bei der DFL-Mitgliederversammlung den 36 Profiklubs präsentiert. Meyer, ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes, hat gemeinsam mit Barbara Gärtner (Fachärztin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie), Werner Krutsch (FIFA Medical Centre) und Markus Braun (Mannschaftsarzt Borussia Dortmund) ein genaues Vorgehen erarbeitet.

Stadiongelände in drei Zonen unterteilt

Darin werden strikte Vorgaben für organisatorische und hygienische Vorkehrungen im Stadion, die TV-Produktion, Hotelunterbringung, häusliche private Hygiene im Alltag und in Quarantäne sowie zur Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings bis ins Detail aufgelistet. Bei Spielen ohne Publikum dürfen maximal 300 Personen anwesend sein.

Das Stadiongelände wird in drei Zonen eingeteilt:

  • Stadioninnenraum (max. 98 Personen),
  • Tribünenbereiche inklusive Funktionsräume (max. 115)
  • und Stadionaußenbereich inklusive TV-Compound (max. 109).

Übergeordnete Vorgabe ist, dass so wenige Personen wie möglich an die Spielstätten kommen. Auch gibt es nur vier statt sonst zwölf Balljungen.

Tests angeblich nicht mehr das Nadelöhr

Allein die Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings umfasst 31 Punkte - mit der Empfehlung, dass es für die Spieler sinnvoll ist, sich zuhause zu duschen. Auch Wäsche und Schuhe sollen selber gereinigt werden, um den Zeugwart zu schützen. Überhaupt wird an das Vorbildverhalten der hochbezahlten Akteure "bezüglich der Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen" appelliert.

ZDF-Reporter Markus Harm über die DFL-Mitgliederversammlung, auf der das Gesundheits- und Hygiene-Konzept für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Profifußball vorgestellt wird. Entschieden wird aber an anderer Stelle.

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Kein Nadelöhr soll die engmaschige Testung der Spieler, Trainer und Betreuer sein.

Es geht an den Fakten vorbei, wenn unterstellt wird, dass eine mögliche engmaschige Testung eine Unterversorgung der Bevölkerung verursache.

..., heißt es bei der DFL. Die "Akkreditierten Labore in der Medizin" hätten mittlerweile 640.000 Tests pro Woche zur Verfügung, das DFL-Konzept erfordere weniger als 0,5 Prozent der aktuellen Kapazität. Von 20.000 Tests bis Saisonende ist die Rede.

Heikel: Umgang mit Corona-positiven Personen

Heikel erscheint, wie bei einer positiv getesteten Person vorgegangen werden soll. Der "Spiegel" zitiert aus dem Konzeptpapier, wonach in diesem Fall "die Beruhigung und Aufklärung des Teams über den Sachverhalt" genannt wird.

Die Vereine sollen positive Fälle nicht automatisch der Presse melden. Den Klubs werde zudem empfohlen, "frühzeitig für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale zu sorgen". Offenbar sollen auch positive Corona-Fälle nicht den Spielbetrieb lahmlegen.

Die Sprecherin der Fan-Initiative "Unsere Kurve", Helen Breit, fordert vor einem möglichen Bundesliga-Fortsetzung eine "gerechtere Verteilung von Fernsehgeldern" und die "Verpflichtung, nachhaltig zu wirtschaften".

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Gründlichkeit ist oberstes Gebot

Meyer selbst hat sich über seine Arbeit bislang nicht öffentlich geäußert. Verlässlichkeit und Gründlichkeit stehen bei ihm vorne an. Im Profifußball kann er sich auf eine langjährige Erfahrung verlassen, weil er die Entwicklung der Nationalmannschaft seit 2001 direkt begleitet.

Auf die Wichtigkeit der Handhygiene wies er übrigens schon hin, als Philipp Lahm und Co. zur WM 2014 das Campo Bahia in Brasilien bezogen. Der 52-Jährige erinnert sich: "In Brasilien  ist die Infektionssituation eine andere als in Deutschland, weil der Körper mit neuen Erregern in Berührung kommt. Also haben wir die Spieler darauf hingewiesen, sich mehrfach am Tag gründlich mit Seife die Hände zu waschen. Und wir haben Desinfektionsmittel verteilt." Diesmal werden solche Maßnahmen nicht genügen.

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