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Der Tour droht ein Dopingskandal

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Radsport | Tour de France - Der Tour droht ein Dopingskandal

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Nur einen Tag nach Ende der Tour de France droht dem Radsport ein Dopingskandal. Die Staatsanwaltschaft Marseille ermittelt.

Schatten eines Radfahrers, aufgenommen am 07.09.2020
Überschattet wieder einmal ein Doping-Skandal die Tour de France?
Quelle: dpa

Ein harter Verdacht, Ermittler im Einsatz und schon zwei Festnahmen: Nur einen Tag nach dem Ende der 107. Tour de France droht dem Radsport neues Ungemach. Die Staatsanwaltschaft in Marseille bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Montag die Aufnahme einer vorläufigen Untersuchung.

General-Manager von Team Arkea-Samsic bestätigt Ermittlungen

Namen wurden zunächst nicht genannt, die Sportzeitung L'Equipe und das Journal du Dimanche waren sich aber bereits recht sicher: Im Fokus steht das Team Arkea-Samsic um Dayer Quintana, Bruder des kolumbianischen Radstars Nairo Quintana, der ebenfalls für die Franzosen fährt. Auch das medizinische Personal des Teams haben die Ermittler im Blick. Es handele sich um einen insgesamt "kleinen Teil" des betroffenen Rennstalls, sagte Staatsanwältin Dominique Laurens zunächst bei AFP. Emmanuel Hubert, General-Manager des Rennstalls, bestätigte die Ermittlungen am Abend auf AFP-Anfrage.

Die Tour de France endet auf der Avenue des Champs-Élysées.

Kommentar zur Tour de France -
Experiment geglückt - die Tour ist am Ziel
 

Viele hatten ihre Zweifel, dass es Tour de France nach dem Start vor drei Wochen in Nizza bis nach Paris schafft. Doch das strikte Hygienekonzept des Veranstalters hat gewirkt.

von Peter Leissl

Zwei Personen befanden sich demnach am Montagabend in Polizei-Gewahrsam - bei ihnen seien "viele Gesundheitsprodukte und Medikamente gefunden worden", darunter insbesondere eine "Methode, die man als Doping bezeichnen könnte". Die Unterkunft des Teams soll bereits am Mittwoch noch während der laufenden Frankreich-Rundfahrt untersucht worden sein. Emmanuel Hubert, General-Manager bei Arkea-Samsic, wollte sich am Montag zu den Entwicklungen nicht äußern.

Keine Verdachtsfälle während der Tour

Ermittelt werde, so Staatsanwältin Laurens, wegen der Verschreibung einer verbotenen Substanz sowie der Hilfe bei und der Anstiftung zu der Einnahme eben dieser Substanz. Das Team mit Sitz in Rennes war in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und hatte sich spätestens mit den Verpflichtungen von Nairo Quintana und zuvor bereits Warren Barguil (Frankreich) ambitioniert gezeigt. Arkea-Samsic setzte die Tour nach der Razzia am vergangenen Mittwoch fort.

Am Sonntag erreichte das Feld Paris, der Kolumbianer Nairo Quintana landete mit mehr als einer Stunde Rückstand auf Sieger Tadej Pogacar auf Gesamtrang 17, Barguil holte den 14. Rang. Bei der diesjährigen Tour hatte es bislang keine echten Verdachtsfälle gegeben, keine Fakten zu möglichen Dopingvergehen - allerdings einige erstaunliche Leistungen.

Auch Pogacar und Roglic im Zwielicht

Auch Sieger Pogacar und sein slowenischer Landsmann Primoz Roglic auf Rang zwei gerieten dabei ins Zwielicht. Denn erstaunliche Leistungen hinterlassen im Radsport mittlerweile grundsätzlich ein ungutes Gefühl, und vor dem Hintergrund der Coron-Krise galt das besonders: Aufgrund dieser seien zwischen Januar und Ende August nur halb so viele Tests wie im Vorjahreszeitraum durchgeführt worden, teilte die Anti-Doping-Kommission des Radsports (CADF) mit.

Das Normalniveau sei erst kürzlich wieder erreicht worden. Roglics Tophelfer Tom Dumoulin klagte daher schon vor der Tour, er sei "seit Monaten nicht mehr getestet worden", auch Romain Bardet ("es ist eine Ewigkeit her") und schon im April Thibaut Pinot ("seit Oktober 2019 kein Test") äußerten Sorge. Bardets Teamkollege Nans Peters fragte gar: "Haben Betrüger im Moment freie Hand?"

Die Gewinner der Tour de France 2020

  • Gelbes Trikot (Gesamtsieger): Tadej Pogacar (Slowenien)
  • Grünes Trikot (Sprintwertung): Sam Bennett (Irland)
  • Gepunktetes Trikot (Bergwertung): Tadej Pogacar
  • Weißes Trikot (bester Jungprofi): Tadej Pogacar

Die knappsten Entscheidungen über den Tour-Gesamtsieg

  • 0:08 1989 Lemond (USA) vor Fignon (Frankreich)
  • 0:23 2007 Contador (Spanien) vor Evans (Australien)
  • 0:38 1968 Janssen (Niederlande) vor van Springel (Belgien)
  • 0:40 1987 Roche (Irland) vor Delgado (Spanien)
  • 0:48 1977 Thevenet (Frankreich) vor Kuiper (Niederlande)
  • 0:54 2017 Froome (Großbritannien) von Uran (Kolumbien)
  • 0:55 1964 Anquetil (Frankreich) vor Poulidor(Frankreich)
  • 0:58 2008 Sastre (Spanien) vor Evans (Australien)
  • 0:59 2020 Pogacar (Slowenien) vor Roglic (Slowenien)

Straßenrad-WM in Imola -
Einzelzeitfahren der Frauen
 

Das Einzelzeitfahren der Frauen über 32 Kilometer; Kommentar: Peter Leissl.

Videolänge:
98 min
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