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Pogacar schnappt Roglic Gesamtsieg weg

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Tour de France - Pogacar schnappt Roglic Gesamtsieg weg

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Thriller bei der Tour de France: Tadej Pogacar hat auf der vorletzten Etappe Primoz Roglic die Führung weggeschnappt. Er wird damit am Sonntag als Gesamtsieger nach Paris fahren.

In einem Showdown für die Geschichtsbücher hat Tadej Pogacar seinem Kumpel und Landsmann Primoz Roglic den sicher geglaubten Tour-de-France-Sieg abgejagt. Pogacar nahm als Gewinner des Bergzeitfahrens dem Mann in Gelb rund zwei Minuten ab und wird am Sonntag in Paris als erster slowenischer Sieger der Frankreich-Rundfahrt in die Historie eingehen.

"Ich kann es nicht glauben. Ich habe nichts mehr mitbekommen, so laut waren die Fans", sagte Pogacar:

Ich habe einfach Vollgas von Anfang bis Ende gegeben. Mein Traum war eigentlich, mitzufahren, jetzt stehe ich hier. Unglaublich. Ich weiß nicht, wann ich das kapieren werde.
Tadej Pogacar

Pogacar macht fast zwei Minuten wett

Der mit 57 Sekunden Vorsprung in den brutalen Kampf gegen die Uhr an der Planche des Belles Filles gestartete Roglic wurde Fünfter (+1:56 Minuten), erreichte das Ziel schwer gezeichnet. In der Gesamtwertung hat er vor dem Abschluss am Sonntag, bei dem traditionell das Gelbe Trikot nicht mehr attackiert wird, 59 Sekunden Rückstand auf den designierten Tour-Champion. Dritter im Gesamtklassement ist der Australier Richie Porte (Trek - Segafredo).

Roglic war um 17.14 Uhr als letzter Starter von der Rampe gerollt, die Ausgangslage war für den starken Zeitfahrer bei 57 Sekunden Vorsprung auf Pogacar sehr gut. Der Mann in Gelb begann auf dem unheimlich selektiven Kurs - zuerst eben, dann spürbar ansteigend und die letzten sechs Kilometer als steile Rampe - dosiert, lag bei der ersten Zwischenzeit nur auf Platz fünf und 13 Sekunden hinter Pogacar.

Pogacar wie entfesselt

Bis zum Anstieg der Schlusssteigung verlor Roglic weitere Sekunden auf Pogacar. Beide wechselten am Fuß der Steigung ihr Rad, stiegen von der Zeitfahr- auf die Bergmaschine um.

Als Roglic bei der Vier-Kilometer-Marke ankam, war sein Vorsprung aufgebraucht. Der entfesselte Pogacar gab weiter Gas, Roglic hatte nichts mehr zuzusetzen und verlor Sekunde um Sekunde.

Primož Roglič
Primož Roglič: Als Favorit in die Etappe gegangen, verlor er dann fast zwei Minuten.
Quelle: AP

Dabei wurden Erinnerungen an das spannende Tour-Finale 1989 wach, als Greg Lemond im abschließenden Einzelzeitfahren Laurent Fignon noch abfing und mit acht Sekunden Vorsprung den Toursieg holte. Danach gab es kein Einzelzeitfahren mehr am Schlusstag.

Drei Trikots für Pogacar

Pogacar, der am Montag 22. Geburtstag feiert, wird am Sonntag auf den Champs-Elysees gekrönt. Jünger war in der Geschichte der Grande Boucle nur ein Sieger: Im Jahr 1904 triumphierte der 19-jährige Henri Cornet. Zu seinem Gelben Trikot wird Pogacar auch das Gepunktete für den Platz eins in der Bergwertung und das Weiße für den besten Jungprofi erhalten.

Das Grüne Trikot ist dem Iren Sam Bennett bei 55 Punkten Vorsprung auf Peter Sagan (Slowakei) kaum mehr zu nehmen. Damit endet eine Ära, sieben Mal hatte der Bora-hansgrohe-Kapitän in den letzten acht Jahren das Maillot Vert getragen. Einzige Unterbrechung war seine Disqualifikation 2017.

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