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Transfers der Bundesligisten - Vorsicht statt Risiko

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Von Vernunft haben sich die Fußball-Bundesligisten in der zu Ende gehenden Transferperiode offenbar leiten lassen. Die europäische Konkurrenz war wagemutiger.

Dayot Upamecano (Bayern München/rechts) im Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln).
Dayot Upamecanos (rechts) Wechsel zum FC Bayern München war der siebtteuerste in Europa.
Quelle: IMAGO / Sven Simon

Wie im Vorjahr agierten die Bundesliga-Klubs im internationalen Vergleich sehr vorsichtig. Sie gaben zwar laut dem Branchenportal transfermarkt.de (Stand 31. August, 11 Uhr) mit etwa 387 Millionen Euro fast 100 Millionen Euro mehr für Neuverpflichtungen als 2020 aus, blieben damit aber erneut weit unter den Sommer-Ausgaben der letzten Saison vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie (736 Millionen).

Aufgrund der noch kräftiger gestiegenen Einnahmen konnte der Transferüberschuss aus dem Vorjahr mit rund 66 Millionen Euro sogar fast vervierfacht werden.

Nur Bayern und Wolfsburg mit sattem Transferminus

Damit blieb die Bundesliga zum zweiten Mal in Folge die einzige der fünf europäischen Top-Ligen ohne Transferdefizit, obwohl sie bei den Ausgaben von Platz fünf auf drei kletterte. Lediglich Bayern München und der VfL Wolfsburg verzeichnen ein deutliches Transferminus.

"Nach einem Jahr fast ohne Fans müssen die deutschen Klubs vernünftig haushalten", sagt Alexander Binder, Redaktionsleiter bei transfermarkt.de, gegenüber ZDFsport:

Sie investieren zwar wieder mehr, verlieren aber insgesamt an Qualität.
Alexander Binder

Binder: Bundesliga bleibt Sprungbrett

Allein die Abgänge Jadon Sancho, David Alaba, Ibrahima Konaté, Leon Bailey, Mattheus Cunha oder Nicolás González hätten bei transfermarkt.de einen ebenso hohen Marktwert wie alle aus dem Ausland getätigten Bundesligazugänge zusammen.

Die Bundesliga hat sich laut Binder damit arrangiert, ein Sprungbrett für die größten Talente der Welt zu sein: "Die 25 wertvollsten Bundesliga-Neuzugänge in diesem Sommer sind im Schnitt 22 Jahre alt."

Trend: Mehr kaufen, weniger leihen

Eine verändertes Transferverhalten ist dagegen bei der Art der Verpflichtungen zu beobachten. Ausleihen sind weit weniger beliebt als im Vorjahr, als die Bundesliga-Klubs insgesamt 30 Spieler liehen.

"Von denen ist so gut wie keiner fest verpflichtet worden", sagt Binder: "Daraus scheint man gelernt zu haben."Weiter floriert dagegen das Ausleihgeschäft in die 2. Liga, die damit immer mehr zur Zwischenstation in der Entwicklung von Talenten wird.

Upamecano-Transfer nur auf Platz 7

Während in der Bundesliga Bayern-München-Neuzugang Dayot Upamecano mit einer Ablösesumme von 42 Millionen Euro deutlich hervorsticht, rangiert dieser Deal international nur an siebter Stelle. Selten zuvor wurden so viele Topstars (Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Romelu Lukaku oder Jack Grealish) in einem Sommer transferiert.

Die finanzstärksten Klubs der Welt nutzen die Möglichkeiten der von der UEFA aufgeweichten Financial-Fair-Play-Regeln weidlich aus.

Premier League und PSG weiter offensiv

"Corona gilt für die ganze Fußball-Welt, nur nicht für die Premier League mit ihrem Fernsehvertrag und Paris Saint-Germain mit Katar im Rücken. Die größten Klubs der Welt haben sich weiter verstärkt", sagt Binder. Selbst der FC Barcelona könne da nicht mehr mithalten, da er schlecht gewirtschaftet hat und massiv munter den Folgen von Corona leide.

Es wird eine der spannenden Frage der neuen Saison sein, wie sich dieses Gefälle in den europäischen Wettbewerben auswirkt. National scheint der hiesige Branchenführer auf jeden Fall wieder gut aufgestellt zu sein.

"Bayern München hat mit Julian Nagelsmann, Upamecano und Marcel Sabitzer die wichtigsten Leute ihres zuletzt größten nationalen Konkurrenten RB Leipzig verpflichtet", sagt Experte Binder.

Viel cleverer kann man nicht handeln
Transfer-Experte Alexander Binder über den FC Bayern

Sport - Der Fall Dembélé: Ein Foul am Fußball-Geschäft 

Der zweitteuerste Transfer der Fußball-Historie ist in trockenen Tüchern. Dass Borussia Dortmund für Ousmane Dembélé 105 Millionen Euro plus eine weitere variable Entschädigung kassiert, ist ein wichtiges Signal für alle anderen Klubs.

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1 min

Vergebliche Streiks

Nicht ganz neu ist der Versuch von Spielern, einen Transfer durch Arbeitsverweigerung zu erzwingen. Dem Beispiel von Ousmane Dembele bei Borussia Dortmund vor drei Jahren folgten nun Filip Kostic bei Eintracht Frankfurt und in der 2. Liga Marco Friedl bei Werder Bremen. Genützt hat es beiden nichts - beide bleiben bei ihren Klubs.

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