Triathlon: Lange geht ambitioniert in den Ironman auf Hawaii

    Triathlon - Ironman:Lange mit neuer Kraft nach Schicksalsschlägen

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    Patrick Lange ist der deutsche Hoffnungsträger beim Ironman-Triathlon auf Hawaii. Auch ohne Jan Frodeno soll die deutsche Siegesserie weitergehen.

    Triathlon: Patrick Lange.
    Patrick Lange zählt zu den Favoriten beim Ironman-Triathlon.
    Quelle: dpa

    Patrick Lange will beim Ironman-Triathlon auf Hawaii (live auf zdfheute.de und im TV) die deutsche Siegesserie fortsetzen. Doch die Vorzeichen sind äußerst schwierig - nicht nur in sportlicher Hinsicht. Lange hat den Tod seiner Mutter zu verarbeiten gehabt, was ihm schwer fiel. Doch mittlerweile hat er neue Kraft geschöpft.

    Lange will deutsche Serie fortsetzen

    Die letzten gemeinsamen Tage mit der mittlerweile Verstorbenen "im Angesicht des Todes" hätten "neue Energien freigesetzt", sagt der zweimalige Triathlon-Weltmeister. Die tiefgreifenden Gespräche im Hospiz "werden für den Rest meines Lebens in meinem Kopf bleiben". Und diese sollen ihn beim ersten WM-Start nach dem tragischen Schicksalsschlag zu neuen Heldentaten beflügeln.
    Nichts weniger als die deutsche Siegesserie auf Hawaii gilt es in Abwesenheit des verletzten Jan Frodeno zu retten. Ein siebter schwarz-rot-goldener Jubeltag nacheinander sei "definitiv ein Ansporn. Wir wollen das Rennen nicht aus der Hand geben", betonte Lange. Auch wenn es "hart" werde, sei er "ziemlich guter Dinge, dass wir zumindest eine realistische Chance haben, die Serie noch das eine oder andere Jahr aufrechtzuerhalten."

    Frodeno fehlt, Kienle nicht in Form

    Dabei könnten die Vorzeichen kaum ungünstiger sein. Frodeno fehlt nach Hüft-Operation, Sebastian Kienle scheint nicht mehr in der Form vergangener Tage - und Lange hat gesundheitlich ein rabenschwarzes Jahr hinter sich. Die Ausweich-WM in St. George/Utah verpasste er wegen einer komplizierten Schultereckgelenksprengung, auf dem Weg zurück bremste ihn im Juli eine Corona-Infektion.

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    FAQ
    "Auch wenn es momentan runtergeredet wird, muss ich sagen, dass ich das niemandem wünsche. Das war schon eine heftige Grippe", sagte der Hawaii-Champion von 2017 und 2018. Aber das solle im Inselparadies "keine Ausrede" sein. Er könne dennoch "im Best-Case-Szenario um den Sieg mitreden", so Lange.

    Lange strotzt vor Tatendrang

    Der Hesse strotzt wieder vor Tatendrang, nachdem er 2019 in ein tiefes Motivationsloch gefallen war. Die Krebs-Diagnose seiner Mutter, das krankheitsbedingte Aus auf Hawaii und die Trennung von seinem langjährigen Trainer - all das war zu viel. Er erzählt rückblickend:

    In aller Negativität steckte aber auch super viel Aufbruch und Möglichkeit.

    Patrick Lange

    Er sei "dem Jahr 2019 gar nicht so undankbar. Es hat mich herausgefordert, mir aber auch die Möglichkeit gegeben, mich menschlich und sportlich zu entwickeln".

    Norweger Blummenfeldt der Favorit

    Sportliche Fortschritte waren auch nötig, denn eine neue Generation drängt vehement auf den Machtwechsel. "Die alten Hasen wie ich wollen, solange es geht, auf dem Thron sitzen bleiben", erklärt der Wahl-Österreicher. Doch die Jungen würden "kräftig rütteln".
    Der Norweger Kristian Blummenfelt gilt nach dem dominanten Triumph bei der Ausweich-WM als Topfavorit, doch Lange fürchtet sich nicht: "In einer direkten Laufentscheidung weiß ich, dass ich mich vor niemandem zu verstecken brauche - auch nicht vor Kristian Blummenfelt." Und vielleicht beflügeln ihn im direkten Duell auch wieder die Gedanken an die letzten Tage mit seiner Mutter.
    Quelle: SID
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