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Trump und der US-Sport - Der provozierende Präsident

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Für gewöhnlich halten sich Staatsoberhäupter zurück, wenn es um Sport geht. Nicht so Donald Trump. Der US-Präsident legt sich immer wieder mit Athleten und Ligen an.

Donald Trump am 23.07.2020 in Washington
Donald Trump ist sportbegeistert, aber nur solange die Athleten sich so verhalten wie er es möchte.
Quelle: epa

Neulich war es wieder soweit. US-Präsident Donald Trump hatte das Bedürfnis, sich zum Sport zu äußern. Genauer gesagt, zur Basketball-Liga NBA. Deren Athleten hatten seit der Fortsetzung des Spielbetriebes nach der Corona-Zwangspause bei der Hymne gekniet, um so gegen soziale Ungerechtigkeit zu protestieren. Für Trump ein rotes Tuch.  

Trump beleidigt Spieler als "sehr dumm"

Es gäbe "sehr fiese, offen gesagt, sehr dumme" Spieler, meinte der US-Präsident bei Fox Sports Radio. Es war nicht das erste Mal, dass sich Trump mit der NBA anlegt. Seitdem er im Weißen Haus sitzt, ist kein NBA-Champion mehr dort gewesen. Dabei ist es Tradition, dass der Präsident die Meister der jeweiligen Ligen in seinen Amtssitz einlädt. Spieler und Trainer sehen dies als Ehre an. Doch rund 80 Prozent der NBA-Profis sind schwarz. Es gibt einfach keine Gemeinsamkeiten mit Trump.

Andere Staatsoberhäupter tauchen im Sport nur auf der Ehrentribüne auf - oder eröffnen Wettkämpfe. Trump redet mit. Mehr noch, er sagt, was er denkt und wie es ihm passt. Vor allem beim Thema Hymne.

Streit um Hymne und Kniefall

Im US-Sport geht es nicht nur um Sieg und Niederlage, sondern auch um viel Patriotismus und Pathos. Das Star-Spangled Banner ist vor den Spielen fester Bestandteil. Aufstehen, Hand aufs Herz, mitsingen. Erst dann wird angepfiffen.

Als im Sommer 2016 San Francisco 49ers-Quarterback Colin Kaepernick anfing, während der Hymne zu knien, um auf Polizeigewalt gegenüber Schwarzen aufmerksam zu machen, nannte Trump ihn "Hurensohn" und forderte, er solle aus der Liga verbannt werden.

Trump hat sich öffentlich mit Athleten und Sport-Institutionen angelegt, wie kein Präsident zuvor.
TV-Sender ABC News

In einem Bericht von "ABC News" kommt auch Christine Brennan zu Wort. Sie ist seit 40 Jahren Sportjournalistin. Doch sie habe, so Brennan, "noch nie so viel über einen Präsidenten geschrieben", wie unter Trump. Dessen Knie-Debatte habe das Thema auf eine nationale Ebene gehoben und seine Wählerbasis in Schwung gebracht. Und somit hätten auch Sportjournalisten mehr darüber berichtet.

Wenn Spieler knien, schaltet Trump ab

Als Ende Juli die US-Sportligen vor ihrem Comeback standen, twitterte Trump, dass er sich auf Live-Sport freue. Sobald er jedoch einen Spieler sehe, der bei der Hymne knie, sei die Partie für ihn vorbei, stellte er klar.

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Das Magazin "Forbes" schrieb daraufhin: "Trump versteht weiterhin nicht, warum Sportler wegen sozialer Ungerechtigkeit knien". Nun ist nicht bekannt, wie oft Trump mittlerweile tatsächlich seinen Fernseher an- und womöglich schnell wieder ausgeschaltet hat. Die Internetseite sports.yahoo.com meinte jedoch. "Wenn Trump wirklich jedes Sportevent boykottiert, bei dem protestiert wird, dann wird er wohl aufhören müssen, Sport zu gucken."

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