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Union will volles Haus und Corona-Tests

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Fußball | Bundesliga - Union will volles Haus und Corona-Tests

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Union Berlin will zum Bundesligastart im vollen Stadion spielen - mit Coronatests für alle. Und auch der DFB-Chef "träumt" von vollen Stadien.

Eine Totale des Stadions An der Alten Försterei.
Geht es nach den Plänen des Verein, soll das Stadion An der Alten Försterei beim ersten Heimspiel wieder voll sein.
Quelle: imago

Volles Haus beim ersten Heimspiel: Union Berlin strebt zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison am 18. September ein volles Stadion an. Der Klub will dafür an Spieltagen im Stadion "An der Alten Försterei" alle Mitarbeiter und alle 22.012 Karteninhaber auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen. Zugang zum Stadion erhält demnach nur, wer neben einem Ticket auch ein negatives Testergebnis vorweisen kann, das nicht älter als 24 Stunden ist.

Unser Stadionerlebnis funktioniert nicht mit Abstand, und wenn wir nicht singen und schreien dürfen, dann ist es nicht Union.
Union-Präsident Dirk Zingler

Gleichwohl stehe die Gesundheit der Menschen im Mittelpunkt, hieß es in der Vereinsmitteilung vom Freitag zu den Plänen.

Berlins Sportsenator Andreas Geisel zeigte sich offen für den Vorstoß des Bundesligisten. "Wir verstehen Unions Ambitionen", sagte der SPD-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden uns zeitnah mit der Vereinsführung treffen, um über das Konzept zu sprechen." Natürlich müsse ein Konzept die hygienischen Anforderungen erfüllen und von der DFL getragen werden, fügte Geisel hinzu: "Es sollte keine unterschiedlichen Lösungen innerhalb der Bundesliga geben."

DFB-Chef zu Fan-Rückkehr: "Alles daran setzen"

Auch für DFB-Präsident Fritz Keller ist eine zeitnahe Rückkehr der Zuschauer in die Stadien der Fußball-Bundesliga unabdingbar.

Wir müssen alles daran setzen, dass wir wieder Zuschauer in die Stadien reinkriegen.
DFB-Präsident Fritz Keller im SWR

Er und der DFB seien diesbezüglich im regelmäßigen Austausch mit dem Gesundheitsminister und der Bundesregierung, so Keller weiter.

Der DFB-Chef strebt dabei ähnlich wie Union Berlin möglichst schnell sogar wieder volle Stadien an. "Mein Traum wäre es, über Testungen irgendwann mal ein volles Stadion zu kriegen. Das wäre nicht nur für den Sport, sondern für den Kulturbetrieb und die Wirtschaft wichtig."

Bei Union Berlin laufen nach Vereinsangaben erste Gespräche mit möglichen Partnern, um das Konzept mit Corona-Tests für alle umzusetzen. Der Verein wolle die Kosten für dieses Vorhaben selbst tragen. Das fertige Konzept will Union dem Gesundheitsamt und dem Land Berlin vorlegen. In der Hauptstadt sind aktuell noch bis 24. Oktober Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen untersagt.

Auch andere Bundesligisten arbeiten an Fan-Rückkehr

Die Pläne von Union Berlin für eine Vollauslastung des Stadions zu Saisonbeginn sind bisher einmalig, aber auch weitere Bundesligisten arbeiten an Konzepten zumindest für die Teil-Rückkehr von Fans. So legte RB Leipzig jüngst dem zuständigen Gesundheitsamt ein Hygienekonzept vor, das zunächst eine Auslastung von etwa der Hälfte der Zuschauerplätze und ohne Gästefans vorsieht.

Das Gesundheitsamt trage das Konzept grundsätzlich mit, erklärte RB-Vorstandsmitglied Ulrich Wolter Anfang Juli. Auch bei Meister München, in Dortmund und Köln sollen die Planungen für eine Rückkehr von Zuschauern ins Stadin vorangeschritten sein.

Das Experiment, die Fußball-Saison trotz Corona zu Ende zu spielen, hat ohne größere Zwischenfälle funktioniert. Aber es hat auch gezeigt, wie groß die Distanz zwischen Clubs und Fans geworden ist.

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Länder entscheiden unterschiedlich

Wann wieder Profifußball vor Zuschauern möglich sein wird, hängt am Ende von der Entwicklung der Infektionszahlen und der Entscheidung der politischen Verantwortlichen ab. Und hier gibt es in den Ländern unterschiedliche Auffassungen.

So könnten in Sachsen vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zu Wochenbeginn: "Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll ist", betonte die Ministerin. Für den Fall des Beschlusses würden neben RB Leipzig vor allem die Drittligisten Dynamo Dresden und FSV Zwickau profitieren, die zum großen Teil von Zuschauereinnahmen abhängig sind.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) rechnet hingegen zu Beginn der neuen Bundesliga-Saison weiter mit Geisterspielen. Eine Lockerung im September komme aus "zu früh", sagte Pistorius der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er hoffe auf Fans in den Fußballstadion ab dem späten Herbst.

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