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Blutdoping-Prozess - Vier Jahre und zehn Monate Haft für Mark S.

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Im Blutdoping-Prozess hat das Landgericht München II das Urteil gesprochen. Der Hauptangeklagte wurde zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Der Erfurter Arzt Mark S. hat jahrelang Spitzensportler gedopt. In München wurde er heute zu über vier Jahren Haft verurteilt.

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Im Doping-Prozess um die aufsehenerregende Operation Aderlass ist der Hauptangeklagte, Sportmediziner Mark S., zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem erhielt er drei Jahre Berufsverbot und muss eine Geldstrafe von 158.000 Euro zahlen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Mark S. mehrere Winter- und Radsportler über Jahre mit Blutdoping behandelte. Zudem verabreichte er einer österreichischen Mountainbikerin in einem Fall ein Präparat, das nicht für den Gebrauch an Menschen zugelassen war. Der 42-Jährige wurde deshalb von der Strafkammer auch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Hörmann: "Was lange währt ... "

Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, begrüßte das Urteil: "Was lange währt... - endlich erleben wir ein Urteil, das für die Betrüger im Sport drakonische Strafen beinhaltet. Das ist ein enorm wichtiges Signal an den gesamten Weltsport und eine wertvolle Bestätigung für all diejenigen, die den Fair-Play-Gedanken respektieren und praktizieren."

"Zugleich ist es nach fünf Jahren des Antidopinggesetzes nun erstmals die praktische Bestätigung dafür, dass dieses nicht nur bei den Ermittlungen der Täter wertvoll, sondern auch bei deren Verurteilung angemessen umgesetzt wird", so der DOSB-Präsident weiter.

Der heutige Tag wird als sehr positiver in die Sportgeschichte eingehen und diese künftig an manchen Stellen prägen!"
Alfons Hörmann

DOSB hofft auf abschreckende Signalwirkung

Als wichtigster Helfer des Mediziners erhielt der Handwerker Dirk Q. eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Die Krankenschwester Diana S. wurde zu einem Jahr und vier Monate auf Bewährung verurteilt. Der Notfallsanitäter Sven M. und Ansgard S. erhielten Geldstrafen. In dem Prozess legten alle fünf Angeklagten - teils umfassende - Geständnisse ab. Gegen die Urteile sind Rechtsmittel möglich, sie sind noch nicht rechtskräftig.

Deutsche Sportfunktionäre und Anti-Doping-Kämpfer hoffen, dass von dem Verfahren ein abschreckendes Signal an Betrüger ausgeht. Nachdem Doping Ende 2015 in Deutschland als Straftat eingestuft worden war, war dieses Verfahren das erste aus dem Spitzensport. DOSB-Präsident Alfons Hörmann prognostizierte zuletzt, dass der Prozess und das Urteil "Auswirkungen auf den gesamten Weltsport" haben werden.

Ich gehe fest davon aus, dass das Urteil abschreckende Wirkung hat auf andere, die mit dem Gedanken spielen, sich zu bereichern und zu betrügen.
Max Hartung (Präsident Athleten Deutschland)

Auch das IOC begrüßte die harten Strafen: "Die Bestrafung der Entourage ist ein entscheidender und lange Zeit nicht genug beachteter Bestandteil des Kampfes gegen Doping", sagte IOC-Sprecher Mark Adams. "Während Sportorganisationen mit ihren Mitteln dopende Athleten identifizieren und bestrafen können, haben sie nicht die nötigen Werkzeuge, um gegen die Entourage zu ermitteln und sie zur Verantwortung zu ziehen. Hier braucht es die volle Unterstützung der staatlichen Behörden", so Adams weiter.

Razzien bei Nordischer Ski-WM

Aufgeflogen war das Dopingsystem um den Sportmediziner Mark S. durch spektakuläre Razzien im Rahmen der "Operation Aderlass" im Februar 2019 während der nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld sowie in Erfurt. Dabei war in Seefeld der österreichische Skilangläufer Max Hauke in flagranti mit einer Bluttransfusion im Arm erwischt worden. Bekannt ist die Verwicklung von Sportlern aus acht Ländern. Dabei handelt es sich um Athleten aus den Bereichen Radsport, Skilanglauf, Biathlon, Eisschnelllauf und Leichtathletik.

Einige involvierte Athleten wurden in ihren Heimatländern separat angeklagt und verurteilt; zumeist sprangen dabei Bewährungsstrafen heraus. In dieser Woche erhielt der österreichische Radprofi Georg Preidler als Folge der Zusammenarbeit mit Mark S. eine Haftstrafe. Deutsche Sportler waren nicht Teil der Anklage in München.

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