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US-Sport | Präsidentschaftswahl - Stimmabgabe im Stadion

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Die USA stehen vor einer wichtigen Präsidentschaftswahl. Darauf weisen nicht nur Nachrichtensender hin, sondern auch die Sportligen, deren Klubs ihre Arenen zu Wahllokalen machen.

Fenway Park in Boston: Baseball-Arena als Wahllokal
Fenway Park in Boston: Baseball-Arena als Wahllokal
Quelle: ZDF/Oldörp

Der Fenway Park in Boston ist in dieser Saison der Major League Baseball wie ein Magnet ohne Anziehungskraft gewesen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie waren zu den Heimspielen der Boston Red Sox keine Zuschauer erlaubt. In den vergangenen Tagen aber war Amerikas ältestes Baseball-Stadion wieder eine Attraktion: Tausende Bostonians pilgerten zum Ballpark, um die Chance zum "early voting" zu nutzen.

Fenway-Park in Boston: Baseball-Arena als Wahllokal
Vor dem Stadion der Red Sox in Boston: Mirsa (links) und Lizzie haben erstmals gewählt.
Quelle: ZDF/Oldörp

Mirsa und Lizzie sind zwei dieser Frühwählerinnen. Die Studentinnen der Northeastern University lächeln, als sie den Fenway Park verlassen. Sie waren zum ersten Mal wählen.

Wir haben uns extra für dieses Stadion entschieden - und es ist ein großer Moment für uns.
Lizzie, Jung-Wählerin aus Boston

50 Vereine aus sechs Ligen öffnen ihre Tore

In diesem Jahr können Wählerinnen und Wähler nicht nur in Bostons bekanntem Baseball-Park ihre Stimme abgeben. Insgesamt stellen 50 Vereine aus sechs US-Profiligen ihre Arenen, Trainingshallen und Stadionvorplätze als Wahllokale oder für die Registrierung zur Präsidentschaftswahl am 3. November zur Verfügung. Noch nie hat sich der US-Sport so bei der Wahl des Staatsoberhauptes engagiert.

Eine Protestwelle quer durch die Athleten-Landschaft - die Politik ist längst im US-amerikanischen Sport angekommen. Eine Bestandsaufnahme eine Woche vor der Präsidentschaftswahl.

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Das hat zwei Gründe. Die üblichen Schauplätze wie Schulen oder Rathäuser sind in Zeiten von Covid-19 mitunter nicht in der Lage, Menschenmassen unter Einhaltung des vorgegebenen Sicherheitsabstandes zu bewältigen. In den Sport-Arenen stellt sich diese Frage nicht, hier ist Social Distancing mühelos umsetzbar. In der Arena von NBA-Klub Dallas Mavericks werden 50 Wahlautomaten stehen.

Ich dachte mir, wenn ich es für die Leute ein bisschen besser und einfacher machen kann, warum nicht.
Mark Cuban, Besitzer der Dallas Mavericks

Sport protestierte und kniete

Zudem hat Amerika bewegte Monate hinter sich. Als der Schwarze George Floyd im Mai qualvoll durch Polizeigewalt starb, gingen Millionen Menschen auf die Straßen. Unter den Protestierenden waren auch viele Sportler. Sie riefen nach sozialer Gerechtigkeit, machten deutlich, dass "Black Lives Matter" und forderten, dass es endlich an der Zeit sei, den institutionellen Rassismus ernsthaft zu bekämpfen.

Donald Trump am 23.07.2020 in Washington

Trump und der US-Sport -
Der provozierende Präsident
 

Für gewöhnlich halten sich Staatsoberhäupter zurück, wenn es um Sport geht. Nicht so Donald Trump. Der US-Präsident legt sich immer wieder mit Athleten und Ligen an.

von Heiko Oldörp

Als die Ligen nach der Corona-Zwangspause wieder loslegten, zeigten sich Sportlerinnen und Sportler so vereint, wie noch nie. Sie knieten gemeinsam. Sie nutzten ihre Reichweite in sozialen Medien für klare Botschaften. Sie sprachen auf Pressekonferenzen nicht über Sport, sondern über George Floyd, Breonna Taylor, Ahmaud Arbery und andere Opfer von Polizeigewalt.

Fall Jacob Blake sorgte für Streik

Und als Ende August mit Jacob Blake ein weiterer Schwarzer von einem weißen Polizisten schwer verletzt wurde, stellten sie sogar ihre Spiele für einige Tage ein. Es war der Zeitpunkt gekommen, noch aktiver zu werden, noch mehr zu machen, als Botschaften auf den Trikots zu tragen oder bei der Hymne zu knien.

In Florida, wo die NBA von der Außenwelt abgeschirmt ihre Playoffs austrug, saßen Spieler, Trainer und Vereinsbesitzer zusammen und diskutierten über die nächsten Schritte und Maßnahmen. Ein Ergebnis: Arenen werden zu Wahllokalen.

Kemba Walker (Boston Celtics)
Profispieler wie Kemba Walker (Boston Celtics) informieren über die Notwendigkeit sich für die Wahl zu registrieren.
Quelle: dpa

Doch wer in den USA wählen will, muss sich zuvor registrieren. Darauf weisen Ligen und Vereine seit Wochen auf ihren Internetseiten sowie die TV-Sender in ihren Live-Übertragungen der Basketball-, Football- und Baseballspiele hin. Denn gerade in den sozialen Brennpunkten, wo viele Schwarze und Latinos leben, ist dies nicht bekannt. Ein Beispiel dafür ist Kemba Walker, Spielmacher der Boston Celtics, der in der New Yorker Bronx aufgewachsen ist.

Wo ich herkomme, spricht keiner über die Wahl. In der Schule sagt dir niemand, geh wählen.
Kemba Walker, Spielmacher der Boston Celtics

Shaquille O’Neal: Erstmals gewählt

Und es passt ins Bild, dass vor wenigen Tagen Ex-NBA-Star Shaquille O’Neal erwähnte, zum ersten Mal in seinem Leben gewählt zu haben. Es fühle sich gut an, meinte er anschließend. O’Neal ist 48 Jahre alt.

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