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Major League Baseball | Corona - Wie Wurzelbehandlung ohne Betäubung

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Die Saison in der Major League Baseball ist noch keine Woche alt - doch die Probleme sind schon groß. 17 Mitglieder der Miami Marlins haben Corona. Überraschend ist das nicht.

Major League Baseball: Houston Astros gegen Los Angeles Dodgers, aufgenommen am 28.07.2020 in Houston, Texas, USA
MLB-Restart mit Houston Astros gegen Los Angeles Dodgers
Quelle: Erik Williams / USA TODAY Sports

Wer es böse mit der Major League Baseball meint, könnte jetzt lästern. Könnte die Verantwortlichen um Commissioner Rob Manfred mit einem altklugen “Musste ja so kommen” oder einem “Was habt ihr euch eigentlich dabei gedacht?” konfrontieren - und zwar zu recht.

MLB-Plan: Zwischen Wagemut und Wahnsinn

Denn der MLB-Plan, die Saison nicht in einer abgeschotteten Blase zu spielen - wie es im US-Sport die Basketballer der NBA oder die Eishockey-Liga NHL machen - war minimal wagemutig und maximal wahnsinnig. Die Idee Heim- und Auswärtsspiele auszutragen, die 30 Teams im globalen Corona-Hotspot USA umherreisen zu lassen und darauf zu hoffen, dass sich dabei niemand mit dem Corona-Virus infizieren würde, kommt einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt ohne Betäubung gleich.

NBA, Basketball Herren, US

US-Sport -
Neustart trotz Corona
 

In den USA sind die Coronazahlen alarmierend hoch. Dennoch stehen die Sportligen vor einem Comeback. Und die NBA, die NHL und die MLB gehen beim Neustart verschiedene Wege.

von Heiko Oldörp

Nun ist der Schmerz groß. 15 Spieler und zwei Trainer der Miami Marlins haben Corona. Nach Angaben des US-Sportjournalisten Bob Nightengale haben sich einige das Virus vergangene Woche in Atlanta eingefangen. Miami hatte dort seine letzten Testspiele vor dem Saisonstart am Freitag in Philadelphia absolviert. Einige Profis, so Nightengale, hätten in Atlanta das Teamhotel verlassen und "eine gute Zeit gehabt."

Alle Marlins-Partien dieser Woche verschoben

Dieser Leichtsinn könnte die gesamte Spielzeit gefährden. Alle Marlins-Partien bis Sonntag wurden verschoben. Das wiederum hat Einfluss auf den Spielplan von vier weiteren Teams - und die Saison ist noch nicht mal eine Woche alt.

Er sehe es nicht als Albtraum an, meinte Liga-Boss Manfred. Nun, was soll er auch anderes sagen? Die Teameigner zahlen ihm rund elf Millionen Dollar Gehalt im Jahr - und erwarten im Gegenzug, dass er durch seine Entscheidungen ihre Kassen füllt. So betonte Manfred, er glaube, dass “weitergespielt und die Beteiligten geschützt werden” könnten.

Die NBA in der "Bubble", isoliert und abgeschirmt in Orlando. Maximilian Kleber von den Dallas Mavericks erklärt, wie die Spieler die Tage vor dem Restart erleben.

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MLB-Konzept ohne Notfallplan

Das Problem - oder vielmehr, das Unglaubliche - ist jedoch, dass es im 113 Seiten umfassenden MLB-Konzept nur um das Thema Prävention geht. Was jedoch gemacht werden soll, wenn ein Ausbruch geschieht, darüber ist dort keine einzige Silbe zu finden.  

Michael Saag, Arzt für Infektionskrankheiten an der Universität von Alabama in Birmingham, sieht das Marlins-Malheur als Beispiel für den gesamten Umgang der USA mit Covid-19. "Wir sind ungeduldig und leiden darunter. Egal ob MLB oder alles andere, was wir versuchen”, so Saag in der New York Times.

Washingtons Meister-Trainer “ist bange”

Die MLB hat betont, dass die Klubs angesichts der Corona-Pandemie gewisse Regeln noch strikter einhalten müssten. Keine High Fives, keine Fist Bumps und erst Recht keine Umarmungen während des Spiels. Zudem sind das Verlassen des Hotels sowie Restaurant- oder gar Klub-Besuche strikt verboten. Dave Martinez beruhigt all das keineswegs. Der Trainer von Meister Washington Nationals meinte ebenso ehrlich wie emotional: "Ganz ehrlich, mir ist bange."

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