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Trennung als logische Konsequenz

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Vettel verlässt Ferrari - Trennung als logische Konsequenz

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Sebastian Vettel verlässt Ferrari zum Saisonende. Der Glaube, mit der Scuderia doch noch den Titel zu holen, scheint nicht mehr da zu sein. So ist die Trennung nur logisch.

Erinnern wir uns: Wie leicht muteten Sebastian Vettels vier WM-Titel mit Red Bull Racing und Renault Motoren an, im Vergleich zu seinen Anstrengungen der letzten sechs Jahre, mit Ferrari Weltmeister zu werden.

Und wer hatte bei seinem Wechsel zu dem berühmtesten aller Traditionsrennställe im Jahr 2015 nicht auf mindestens einen WM-Titel Vettels mit der Scuderia gewettet?

14 Siege, aber kein Titel

14 Siege und jede Menge zweite und dritte Plätze - aber nie der Titel. Das ist die Bilanz vor Vettels letzter Saison mit Ferrari – so es dazu überhaupt kommt. Ist das jetzt ernüchternd, oder geht es nicht besser bei Ferrari?

Es scheint, als sei genau das der Grund für den letzten deutschen Formel-1-Piloten im Feld: Fehlendes Vertrauen in die Mannschaft, das Team und damit der fehlende Glaube mit der Scuderia tatsächlich einen Titel zu holen.

Einschätzung von DTM-Pilot Timo Glock zu Vettels Rückzug:

Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Timo Glock spricht im ZDF-Interview mit Peter Leissl u.a. über Sebastian Vettels Gründe für den Abschied von Ferrari am Jahresende.

Beitragslänge:
5 min
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Ferrari konzentriert sich auf Leclerc

Charles Leclerc sieht das ganz bestimmt anders. Sein erstes Jahr mit den Roten brachte nicht nur den Sieg in Monza – so etwas wie eine Heiligsprechung, wenn man Ferrari-Pilot ist – sondern auch den vierten Platz bei der WM, und damit lag er vor Vettel.

Als Beobachter wurde man den Eindruck nicht los: Ferrari hat sich längst auf Leclerc als den künftigen Weltmeister der Scuderia konzentriert. Nicht mehr Hahn im Korb zu sein war eine völlig neue Erfahrung für den vierfachen Weltmeister Vettel. Und so ist die am Dienstag verkündete Trennung eine logische Konsequenz aus Vettels Sicht:

Das Team und ich haben festgestellt, dass es keinen gemeinsamen Wunsch mehr gibt, nach der Saison weiter zusammen zu arbeiten.
Sebastian Vettel

Ferraris Sportchef Mattia Binotto ergänzte in der Pressemitteilung zur Trennung: "Beide Parteien sind der Überzeugung, dass es Zeit ist getrennt Wege zu gehen, um die jeweiligen Ziele zu erreichen."

Vettel setzt Personalkarussell in Gang

Dass die Trennung verkündet wird, noch bevor die Saison gestartet ist, mag damit zu tun haben, dass Sebastian Vettel damit das Personalkarussell in Gang setzt. Wer übernimmt seinen freien Platz? Sollte der hoch gehandelte Carlos Sainz Junior zu Ferrari stoßen, braucht Renault einen erfahrenen Piloten. Den hatten sie mit Nico Hülkenberg und könnten ihn aus der Frühpension holen. Der Preisunterschied zwischen ihm und Vettel könnte da den Ausschlag geben.

Und was ist mit McLaren? Sebastian Vettel schätzt McLaren-Teamchef Andreas Seidl. Die beiden kennen sich aus der gemeinsamen Zeit bei BMW-Sauber. Wahrscheinlich wäre ein Wechsel aber erst 2022 sinnvoll und Vettel müsste ein Jahr pausieren. Der kühnste Gedanke aber sieht so aus: Weltmeister Lewis Hamilton einigt sich nicht mit Mercedes auf einen neuen Vertrag, weil er die Gehaltskürzungen aufgrund der Corona-Krise nicht hinnehmen will. Und schon sitzt Vettel im Mercedes.

Reine Gedankenspiele – und nur Sebastian Vettel selbst weiß, was er nach dieser Saison tatsächlich macht: "Ich werde mir die Zeit nehmen, die ich brauche um herauszufinden, was wirklich wichtig ist in Zukunft."

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