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Interview

Wahl Sportler*in des Jahres - Mester: "Para-Sport muss bekannter werden"

Datum:

Ex- Para-Werfer Mathias Mester erzählt, was ihm seine Ehrungen bedeutet haben. Und was er sich für die Zukunft seines Sports wünscht.

Archiv: Mathias Mester,  Sportler des Jahres im Behindertensport 2007, bei der Preisverleihung
Wahlsieger 2007: Para-Sport-Welt- und Europameister Mathias Mester
Quelle: dpa

Mathias Mester muss sich beeilen: Nur noch bis Freitag, 12 Uhr, läuft die Online-Abstimmung zur Wahl der Para-Sportler*innen des Jahres. Er selber hat die Wahl 2007 gewonnen. Und wurde 2020 vom Deutschen Behindertensportverband mit dem Sonderpreis "Besondere Leistung" bei der Wahl zum Parasportler des Jahrzehnts ausgezeichnet.

ZDFheute: Haben Sie schon Ihre Para-Sportler*in des Jahres gewählt?

Mathias Mester: Tatsächlich noch nicht. Aber ich weiß schon, wen ich wählen werde.

ZDFheute: Verraten Sie es nicht. Nur so viel: Fällt die Entscheidung schwer dieses Jahr? In den Einzelwertungen sind ja nur Paralympics-Sieger nominiert.

Mester: Mir fällt die Entscheidung diesmal nicht schwer, man kennt sich ja in der Parasport-Familie. Und ich gehe nicht nur nach sportlichen, sondern auch nach anderen Kriterien.

Wahl Para Sportler des Jahres 2021 - Logo.

Paralympics - Hier geht's zur Abstimmung 

Wahl Para-Sportler*in des Jahres 2021

ZDFheute: Sie wurden 2007 als Sportler des Jahres ausgezeichnet und im vergangenen Jahr mit dem Sonderpreis für Ihre Idee der Parantänischen Spiele geehrt. Wie war das?

Mester: Ausgezeichnet zu werden für das, was man geleistet hat, ist ein tolles Gefühl. Es gibt einem wieder Kraft, weiterzumachen. Es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist. Der Sonderpreis war noch mal etwas ganz Besonderes – da ging es ja nicht direkt um den Leistungssport. Obwohl das natürlich schon eine sportliche Betätigung war.

Archiv: Mathias Mester jubelt über seine Goldmedaille bei der EM 2018
Mehrfacher Weltmeister, Europameister und Silbermedaillen-Gewinner bei den Paralympics: Mathias Mester
Quelle: dpa

ZDFheute: Sie haben nach der Verschiebung der Paralympics 2020 Ihre eigene Sport-Challenge entwickelt und in lustigen Videos gezeigt. Warum?

Mester: Ich war fit damals und konnte wegen der Corona-Absage nicht zu den Spielen in 2021. Da habe ich gesagt: Dann kommen die Spiele eben zu mir. Ich wollte in dieser schwierigen Zeit Spaß verbreiten, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich denke, dass habe ich geschafft mit meinen Disziplinen unter Quarantänebedingungen.

ZDFheute: Wie Hochsprung aufs Bett und Schwimmen in der Badewanne…

Mester: Genau. 1,50 Meter Kraul in der Badewanne, Hochsprung über Toilettenpapierrollen ins Bett, Springreiten auf dem Gummipferdchen im Garten und vieles mehr.

Mathias Mester

Paralympische Spiele - Mathias Mester, der Mutmacher 

Der paralympische Spitzensport wurde durch die Pandemie noch deutlicher ausgebremst als der olympische, dennoch streben deutsche Athleten entschlossen den Tokio-Spielen entgegen.

von Susanne Rohlfing

ZDFheute: Die Resonanz war groß. Hatten Sie damit gerechnet?

Mester: Überhaupt nicht. Dass das so gut ankommt, hätte ich überhaupt nicht gedacht. Ich habe dann nach den Sommerspielen ja auch noch die Winterspiele gemacht und in dieser Zeit 18.000 Euro an Spenden für gemeinnützige Zwecke zusammenbekommen. Und wenn ich die Menschen nur für zwei Minuten den Alltag habe vergessen lassen – das war schon schön.

ZDFheute: Das könnte wieder nötig werden in diesem Winter.

Mester: Wer weiß, vielleicht kommen jetzt die Weltmester-Spiele.

Parasportler Mathias Mester ist heute zu Gast am "Volle Kanne"-Frühstückstisch bei Florian Weiss. Weitere Themen: Corona-Update zum Impfen mit Dr. Christoph Specht, Christian Ehrlich vermittelt heimatlose Tiere, Briefträger wird zum TikTok-Star, …

Beitragslänge:
77 min
Datum:

ZDFheute: Sie haben ihre Karriere kurz vor den Paralympics in Tokio beendet. Haben Sie keine Angst, dass Ihre sportlichen Leistungen vergessen werden und man Sie irgendwann nur noch als den mit den lustigen Videos in Erinnerung hat?

Mester: Der Sport hat mich zu dem gemacht, der ich jetzt bin: Ein selbstbewusster, mitten im Leben stehender junger Mann. Natürlich waren auch meine Leistungen entscheidend, ohne Erfolge wird man nicht gezeigt. Dazu bin ich einfach ein verrückter, bunter Vogel, der auch immer gern ein Späßchen macht.

Ich bin so, wie ich bin, und ich finde es schön, dass ich so jetzt weiter als Botschafter und Vorbild den Sport und die Inklusion vorantreiben kann.

ZDFheute: Was wünschen Sie sich noch für die Zukunft des Parasports?

Mester: Der Para-Sport muss noch bekannter werden. In Deutschland ist es im Moment so, dass wir von Olympia reden - und dann, ach so, die Paralympics sind ja auch noch. In anderen Ländern wird einfach von Sport geredet. Alle haben ein Ziel, alle starten für das gleiche Land, es geht um Sport. Nicht um: ach ja, die zweite Mannschaft tritt auch noch an. Da würde ich mir noch mehr Akzeptanz wünschen.

Die Leistungen im Parasport sind toll. Und es gibt so viele inspirierende Persönlichkeiten.

Mich hat zum Beispiel bei den Paralympics 2008 ein Schwimmer sehr beeindruckt, der keine Arme und Beine hatte. Trotzdem sprang der ins Wasser. Wahnsinn! Geht nicht, gibt’s nicht - das hat der junge Mann gezeigt. Das fand ich sehr stark.

Das Gespräch führte Susanne Rohlfing

sportstudio live: Paralympics Basketball

Wahl 2021 - abstimmen! - Wer wird Para-Sportler*in des Jahres? 

Die öffentliche Abstimmungsrunde hat begonnen – noch bis zum 19. November stehen in den Kategorien Sportlerin, Sportler, Team und Nachwuchssportler Ihre Favoriten zur Wahl.

von Susanne Rohlfing
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