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Watzke zu Bundesliga-Re-Start - "Wollen eine ganze Branche retten"

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BVB-Chef Hans-Joachim Watzke hat das DFL-Konzept und die Wiederaufnahme der Bundesliga verteidigt. Für die Zeit nach Corona fordert er ein Umdenken im Fußball.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Quelle: dpa

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat die Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs verteidigt. Der Profifußball sei "ein Wirtschaftszweig. Und genauso wie VW und andere wieder aufmachen, muss der Fußball wieder die Möglichkeit dazu haben", sagte Watzke in der ZDF-Sendung Markus Lanz.

Watzke: "Wir wollen keine Sonderstellung"

Im Gegensatz zu Amateurkickern würden die Profis "ihrer Arbeit nachgehen", so Watzke: "Wir wollen keine Sonderstellung, sondern möchten unserem Job wieder nachgehen, und dies auf höchstem Sicherheitsstandard."

Letztendlich gehe es bei der Wiederaufnahme der Bundesliga "um wirtschaftliche Überlegungen und vielleicht noch darum, den Menschen etwas Abwechslung zu bieten", so Watzke: "Wir wollen eine ganze Branche retten."

Watzke zu Zweikämpfen: Friseur hat mehr Kontakt zu seinem Kunden

Watzke verteidigte ebenfalls das Hygiene- und Medizin-Konzept der DFL: "Das Konzept ist engmaschig und verlangt von den Spielern eine ganze Menge ab, aber das können die für eine Zeit lang bringen", so Watzke.

Ziel sei es, durch Dauertestung und einer quarantäneähnlichen Situation für die Spieler das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren:

In diesem geschlossenen System bin ich ziemlich sicher, dass wir es hinbekommen, dass es keinen positiven Corona-Fall gibt
BVB-Geschäftsführer Watzke zu DFL-Konzept

"Ein Geisterspiel ist eines der sichersten Veranstaltungen überhaupt", so Watzke.

Zum Thema Zweikämpfe erklärte der BVB-Chef, ein Friseur etwa habe mehr Körperkontakt zum Kunden als ein Fußballer zum Gegenspieler. Während des Spiels sei nur in neun Prozent der Abstand zum Gegenspieler geringer als 1,5 Meter.

Watzke: "Irgendwann von Zwei-Wochen-Quarantäne abrücken"

Ob und wie lange die gesamte Mannschaft im Falle eines positiven Spielers in Quarantäne muss, "ist das Thema, das derzeit noch am engsten diskutiert wird", so der BVB-Boss: "Meine Meinung ist, wenn man die Wirtschaft nicht komplett killen will, müssen wir irgendwann von diesem 14-Tage-Quarantäne-Prinzip abrücken."

Die Frage, wie es bei einem positiven Corona-Test weitergeht, ist bislang ein Schwachpunkt des DFL-Papiers. Die Sportminister der Länder fordern Quarantänemaßnahmen für eine betroffen Mannschaft. Die Entscheidung liege aber bei den Gesundheitsämtern.

Watzke für Nachholspiele bei Infektions-Fall

Die Spiele der von einem Corona-Fall betroffenen Mannschaften müssten zur Not zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, so Watzke. Daher müsse der Restart möglichst bald beginnen, um einen zeitlichen Puffer zur Verschiebung bei möglichen Spielausfällen zu haben. Einen konkreten Termin nannte Watzke nicht, hofft aber auf Mitte Mai. "Das ist eine Entscheidung der Politik."

Am Donnerstag beraten die Ministerpräsident und Kanzlerin Merkel über das weitere Vorgehen bei den Corona-Maßnahmen. Offen ist noch, ob es dann auch eine Entscheidung zum Thema Geisterspiele geben wird.

Watzke verwundert über kritische Tendenz in Gesellschaft

Verwundert zeigte sich der BVB-Boss, "dass eine kritische Tendenz gegenüber dem Profi-Fußball stattfindet in der Gesellschaft", so Watzke. "Die Deutlichkeit hat mich überrascht", so Watzke, der als Folge davon ein Umdenken im Fußball nach Überwindung der Corona-Krise fordert. Man müsse wieder "puristischer werden", meinte Watzke und monierte konkret "die Sachen wie Gold-Steak-Geschichten und die ganze Protzerei."

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