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SPORTreportage | Vendée Globe - Der härteste Meeres-Marathon für Solosegler

Datum:

In 80 Tagen um die Welt? Für den Segelsport gilt: Das war einmal. In der Vendée Globe sollen die 70 Tage geknackt werden. Erstmals ist mit Boris Herrmann ein Deutscher dabei.

Der Skipper Boris Herrmann im August 2019 im Hafen von Cowes, Isle of Wight (Großbritannien)
Boris Herrmann hat die Welt schon drei Mal umsegelt, aber bislang immer im Team.
Quelle: reuters/Will Russell

Für den Hamburger Solosegler Boris Herrmann beginnt am 8. November das Rennen seines Lebens: Als erster deutscher Teilnehmer in drei Jahrzehnten Renngeschichte startet der 39-Jährige mit seiner Yacht "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" in die Vendée Globe. Das Rennen führt die Rekordflotte der 33 Boote mit 27 Skippern und sechs Skipperinnen aus dem französischen Start- und Zielhafen Les Sables-d’Olonne einmal um die Welt.

Das Rennen in der SPORTreportage

Sendung am 1. November
Sendung am 8. November

Boris Herrmann auf "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco"

Sport -
YouTube-Teaser von Boris Herrmann
 

Boris Herrmann auf seiner "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco"

Die Regeln beim wichtigsten Solorennen des Segelsports sind simpel: Die Teilnehmer segeln mit ihren 18 Meter langen futuristischen Hightech-Geschossen alleine, ohne Hilfe von außen und Non-stop um die Erde. Der letzte Sieger, Armel Le Cléac’h, hält mit 74 Tagen, 3 Stunden und 36 Minuten den Rekord, den die Besten bei der neunten Auflage unter 70 Tage drücken wollen.

Glückliche Rettungsmission

Der 21,638 Seemeilen (40.075 Kilometer) lange Kurs mit seinen Südpolarmeer-Passagen ist dornenreich. Die Ausfallquote liegt bei durchschnittlich fast 50 Prozent. Schwere Stürme, haushohe Wellen, Materialermüdung, Kollisionen mit "Ufos" (englisches Kürzel für unbekannte an der Wasseroberfläche treibende Objekte), Einsamkeit und Erschöpfung sind nur einige der Faktoren, die das Königsrennen der Solisten oft zum "Demolition Derby" machen.

Bilder von spektakulären Bergungsaktionen gehen regelmäßig um die Welt - wie die von der Rettung Jean Le Cams. 2009 hatte dessen Yacht 200 Seemeilen westlich von Kap Hoorn ihren Kiel verloren und sich auf den Kopf gedreht.

In der Not müssen die Konkurrenten helfen

Le Cam hatte in schwerer See 16 Stunden in einer Luftblase im finsteren Inneren ausgeharrt, bis sein Landsmann Vincent Riou ihn spektakulär befreite. Der in Frankreich als "König Jean" bekannte 61-Jährige zelebriert in diesem Jahr als Rekordteilnehmer seinen fünften Vendée-Globe-Einsatz. Sein Motto: "Yes we Cam!"

Skipper zu Thunbergs Segelreise -
"Es wird eine große Herausforderung"
 

Klimaaktivistin Greta Thunberg will heute von Großbritannien aus nach New York segeln - mit dem deutschen Skipper Boris Herrmann. Der spricht im ZDF von einer "Herausforderung".

Videolänge
5 min

Ein Problem der Hochseeheroen: Die Boote segeln oft so weit entfernt von jeder menschlichen Zivilisation, dass in Notsituationen nur die anderen Teilnehmer helfen können, weil Retter von Land Tage zum Unglücksort bräuchten. Boris Herrmann, der 2019 die Umweltaktivistin Greta Thunberg mit seiner Yacht über den Atlantik brachte, kennt Geschichte und Geschichten des Rennens gut:

Die Vendee Globe ist eines der letzten großen und weltumspannenden Sportabenteuer unserer Zeit. Ich empfinde es als Ehre, dabeisein zu dürfen.
Boris Herrmann

Boris Herrmann, Aspirant für die Top Ten

Der Vater einer bei Rennstart erst viereinhalb Monate alten Tochter weiß, worauf er sich eingelassen hat. Herrmann hat die Welt schon drei Mal mit Teams umsegelt, aber noch nie alleine. Er trainiert seit Jahren mit der französischen Einhand-Elite, beherrscht ihre Sprache, gehört dazu. "L’Allemand" gilt als Top-Ten-Aspirant.

Mancher Experte sieht ihn aufgrund seiner Allround-Qualitäten noch weiter vorne. Er selbst sagt vor der Premiere: "Höchste Priorität hat das Ankommen." Angst hat er nicht vor Unglücken, aber davor, dieses große Ziel nicht zu erreichen.

Segeln im Dienste der Forschung

Zweites erklärte Ziel des Mannes, der sich schon im Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Nachhaltigkeit auseinandergsetzt hat, ist sein Einsatz für den Schutz der Ozeane. Er sammelt während der Vendée Globe in entlegenen Revieren mit Hilfe von Spezialtechnik an Bord seltene und daher wertvolle Daten für die Meeres- und Klimaforschung.

Sein Teamslogan ist vor allem daran orientiert: "A Race we must win - Ein Rennen, das wir gewinnen müssen."

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