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Biathlon-Weltcup in Kontiolahti - Die Sehnsucht nach einem Staffelerfolg

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Seit fast vier Jahren haben es männliche Skijäger-Quartette des DSV nicht mehr auf Platz eins geschafft. Bei Benedikt Doll ist der Siegesdrang deshalb inzwischen besonders groß.

Arnd Peiffer (r) und Benedikt Doll aus Deutschland in Aktion.
Arnd Peiffer (r.) und Benedikt Doll beim Staffeleinsatz in der vergangenen Saison. In Kontiolahti soll es diesmal für ganz oben auf dem Treppchen reichen.
Quelle: dpa

In einem seiner zahlreichen Gespräche rund um die Skijägerei wurde Benedikt Doll kürzlich mit einem erstaunlichen Detail konfrontiert. "Da hat mir jemand vor Augen geführt, dass ich in Ruhpolding bislang eigentlich viel erfolgreicher war als in Oberhof", erzählt der 30-jährige Schwarzwälder im Gespräch mit zdfsport.de von seiner persönlichen Bilanz an den beiden deutschen Weltcuporten im Biathlon.

Falsche Wahrnehmung

Bislang war Doll - ein guter Läufer, dem der anspruchsvolle Kurs im thüringischen Oberhof besonders gut gefällt - vom exakten Gegenteil überzeugt. "Da hat meine Wahrnehmung nicht so ganz gepasst", bekennt der leidenschaftliche Hobbykoch, der in einer anderen Statistik dafür umso sattelfester ist.

Arnd Peifer lieferte beim Weltcup-Rennen in Kontiolahti fehlerfrei und sicherte sich damit den zweiten Platz. Auf dem Podium landete er zwischen den norwegischen Brüdern Bö.

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So weiß er genau, dass der letzte Erfolg einer deutschen Männerstaffel aus dem Januar 2017 in Antholz datiert. Ebenso parat hat er den Sieg des DSV-Quartetts bei der WM 2015 in Kontiolahti - dort, wo zum Abschluss der zweiten Weltcupwoche heute die erste Staffel dieser Saison auf dem Programm steht.

2015 in Finnlands Wäldern triumphiert

Beim Triumph in Finnlands Wäldern vor knapp sechs Jahren war Doll zwar im deutschen WM-Kader, die vier Gold-Läufer hießen damals aber Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp. Der 32-jährige Lesser und der 14 Monate ältere Peiffer sind immer noch dabei und bewiesen in den ersten Rennen in Kontiolahti jeweils eine gute Frühform. So dass Teamkollege Doll beim Gedanken an Sonntag nun leuchtende Augen bekommt.

Mein erklärtes Ziel und mein Wunsch ist es, auch in einer Staffel mal wieder ganz oben zu stehen.
Benedikt Doll, Sprint-Weltmeister von 2017

Ob das nun bei der nächsten WM oder im Weltcup passiert, ist dem besten DSV-Skijäger der Vorsaison dabei egal. Entscheidend für Doll ist: "Es sind schon tolle Momente, im Team Gold zu holen. Das würde ich auch gerne mal erleben."

Auswahl an Kandidaten wächst

Zuversichtlich stimmt den Biathleten aus Kirchzarten dabei auch die zunehmend große Auswahl, die Bundestrainer Mark Kirchner bei der Besetzung seiner Staffeln hat.

Die finnische Kleinstadt ist bekannt als Austragungsort von Biathlon-Wettkämpfen, aber auch für haarige Genossen in den Wäldern um Kontiolahti.

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Athleten wie Johannes Kühn, Roman Rees oder Philipp Horn, der nach einem "indifferenten" Corona-Testergebnis bei den zwei Weltcups in Kontiolahti nicht antrat, sondern abreiste, haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und stabilisiert. "Den Kreis von potenziellen Staffelläufern konnten wir so auf sechs bis sieben Leute erhöhen", sagt Doll. "Das stimmt mich schon positiv."

Aus Silber könnte Gold werden

Seit dem Erfolg am 21. Januar 2017 in Antholz lagen meistens die Norweger, immer wieder aber auch die Franzosen und Schweden vor den Deutschen. Und zuvor gab es den Heimsieg der russischen Staffel bei Olympia 2014.

In Sotschi wurde das DSV-Quartett damals Zweiter. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) sieht es allerdings als erwiesen an, dass Evgeny Ustyugov, Mitglied der russischen Siegerstaffel, aufgrund von Auffälligkeiten in seinem biologischen Blutpass eines Dopingvergehens schuldig ist. Das deutsche Staffel-Silber könnte nachträglich also noch zu Gold werden.

Entscheidung kaum vor 2022

Ustyugov ist inzwischen in Berufung gegangen. Die finale Entscheidung darüber, ob die Staffelmedaillen von 2014 neu vergeben werden, liegt beim Internationalen Olympischen Komitee.

Sekundenkrimi zum Biathlon-Auftakt der Frauen: Denise Herrmann liefert sich im Einzel über 15 Kilometer ein spannendes Duell mit Dorothea Wierer. Am Ende entscheiden 0,8 Sekunden.

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"Wenn das Gericht es als erwiesen ansieht, dass Evgeny Ustyugov betrogen hat, tausche ich meine Medaille gerne von Silber zu Gold. Ich finde, dann steht es uns auch zu", erklärt Arnd Peiffer, bei den Sotschi-Spielen im DSV-Quartett an Position drei gestartet, gegenüber zdfsport.de. "Es ändert aber für mein Leben nichts mehr." Und mit einer Entscheidung in diesem Fall rechnet der gebürtige Niedersachse nicht vor 2022.

Skispringen Typical am 23.11.2017.

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