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DFB-Team in WM-Qualifikation - Auch Arbeitssiege helfen weiter

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Die deutsche Nationalelf erzwingt beim 2:1 gegen Rumänien den vierten Sieg unter Flick. Trotz spielerischer Mängel überzeugt das DFB-Team die Fans mit Leidenschaft und Willen.

DFB-Elf bejubelt den 2:1-Sieg gegen Rumänien
Thomas Müller und das DFB-Team bejubeln den Sieg gegen Rumänien
Quelle: dpa

Es soll ja den einen oder anderen Zuschauer in Hamburg gegeben haben, der hinterher über Ohrenschmerzen klagte. Denn der Stadion-DJ verwechselte zeitweise das Volksparkstadion mit einer Großraumdisco in Hamburg-Bahrenfeld, dermaßen hoch war die Phonstärke bei der Begleitmusik zum mühsam gewonnenen WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Rumänien (2:1).

Fans honorieren das penetrante Anrennen

Dabei hätte es solcher Kunstgriffe am Regiepult gar nicht gebraucht. Obwohl die DFB-Auswahl gewiss nicht ihr bestes Spiel bot, zur Pause 0:1 zurücklag (Ianis Hagi, 9.), dann ausglich (Serge Gnaby, 52.) und erst spät den Siegtreffer erzielte (Thomas Müller, 81.) ertönten aus dem bekannt kritischen Länderspielpublikum der Hansestadt keinerlei Unmutsbekundungen.

Im Gegenteil: Für das hohe Engagement, das penetrante Anrennen gegen erstaunlich flexible und leidenschaftlich verteidigende Rumänen brandete von 25.000 Besuchern immer wieder Beifall auf. Und so blieb als Erkenntnis nach dem vierten Sieg im vierten Spiel unter Hansi Flick festzuhalten: Auch Arbeitssiege helfen beim Versöhnungskurs mit den Fans.

Flick sieht Entwicklung des DFB-Teams

Der Bundestrainer machte seinem Team ein großes Kompliment:

Die Mannschaft hat über 90 Minuten das Tempo sehr hoch gehalten. Sie war sehr gierig, dieses Spiel zu gewinnen.
Hansi Flick

Und so ein Spiel umzubiegen, dozierte der 56-Jährige zufrieden, "gehört auch dazu in der Entwicklung." Weil damit der Glaube gestärkt wird, bereits bei der WM 2022 in Katar in titeltauglicher Verfassung zu sein.

Matchwinner Müller spürt Explosion

Der sechste Erfolg im siebten WM-Qualifikationsspiel war letztlich ein Sieg der Leidenschaft und des Willens. Tatsächlich war bis in die letzte Reihe zu spüren, dass Flicks Ensemble den Erfolg erzwingen wollte. Die Körpersprache stimmte von Anfang bis Ende. Matchwinner Müller verriet, er habe beim 2:1 eine "kleine Explosion" auf den Rängen gespürt, "Ich habe das auf dem Spielfeld sehr genossen." Müller war als Einwechselspieler für den glücklosen Marco Reus gekommen und gab dem Team auf Anhieb den entscheidenden Impuls.

Es passt ins neue Erscheinungsbild dieser revitalisierten Mannschaft, dass zum zweiten Male unter Flick ein Standard half. Die Arbeit vom aus Dänemark abgeworbenen Fachexperten Mads Buttgereit trägt schneller Früchte als gedacht, obwohl niemand verraten wollte, ob diese Variante tatsächlich so besprochen und eingeübt war: Ecke Joshua Kimmich, Kopfballverlängerung Leon Goretzka, Tor Müller. "Ich habe ihn ganz gut reingedrückt – das war geil", schmunzelte der 32-Jährige.

DFB-Mängelliste

Ungeachtet des Hochgefühls übers Happy End verschwieg niemand, dass zuvor vieles nicht rund gelaufen war. "Kein perfektes Spiel", hatte Reus gesehen. Ungenaue Flanken und Zuspiele zuhauf, aber auch eine schlechte Chancenverwertung und teilweise mangelhafte Abstimmung standen da auf der Mängelliste, und mit ihrem nachlässigen Abwehrverhalten begünstigten Thilo Kehrer und Antonio Rüdiger erst den frühen Rückstand.

"Es war schon unser Manko, das der letzte Pass und im letzten Drittel die Präzision gefehlt hat", bemängelte Flick, der eine bessere Boxbesetzung empfahl und zugleich riet, "vielleicht noch mal den Kopf hochzunehmen, "bevor ich den Pass spiele".

DFB-Team gewarnt vor Nordmazodien

Die Aufarbeitung wird nach einem Regenerationstag mit Nachdruck erfolgen, denn am Montag wartet in Nordmazedonien jener aufmüpfige EM-Teilnehmer, der im Frühjahr die damals noch von Joachim Löw gecoachte DFB-Auswahl mit 2:1 übertölpelte

Das Duell in Skopje hat zwar keinen Endspielcharakter, aber der Ehrgeiz ist groß, frühzeitig einen Haken an die Fahrkarte fürs umstrittene Wüsten-Turnier zu machen. Daher forderte Flick bereits nach dem Sieg gegen Rumänien: "Im Moment haben wir sechs Punkte Vorsprung. Es geht darum, dass wir am Montag genauso eine Mentalität an den Tag legen."

Deutsche Nationalspieler

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