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Fußball | WM-Qualifikation - Löw: Weniger schön ist auch gut

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Beim schwer erkämpften 1:0 in der WM-Qualifikation gegen Rumänien hat es die DFB-Elf unnötig spannend gemacht. Für Bundestrainer Joachim Löw stimmt aber der Kurs.

DFB-Cheftrainer Joachim Löw mit Assistenztrainer Marcus Sorg im Länderspiel Rumänien - Deutschland
Vom Ästheten zum Pragmatiker? Bundestrainer Joachim Löw - hier mit Assistenztrainer Marcus Sorg (links).
Quelle: imago/ActionPictures

Das Wertebarometer bei der Fußball-Nationalmannschaft hat sich fast unmerklich verschoben. Selten kommt es vor, dass Joachim Löw einen Arbeitssieg wie beim 1:0 in Rumänien so positiv bewertet. "Im Training und auf dem Platz ist viel Dynamik und Energie zu spüren, das war insgesamt noch besser als gegen Island. Ich bin überwiegend noch mehr zufrieden", bilanzierte der Bundestrainer vor der nächtlichen Rückreise aus Bukarest.

Gnabry: "Leben selbst schwer gemacht"

Dass sich die Mannschaft "das Leben selbst schwer gemacht" hatte, wie Torschütze Serge Gnabry erklärte, und es am Ende "eine kleine Zitterpartie" wurde, wie Vorlagengeber Kai Havertz ergänzte - darüber ging Joachim Löw beinahe generös hinweg.

Klar könne man kritisieren, dass man den Sack nicht früher zugemacht habe, aber insgesamt habe die Mannschaft "konzentriert" gearbeitet. Der Bundestrainer: "Die Richtung stimmt in der Qualifikation." Doch auch die EM-Endrunde in weniger als drei Monaten kann kommen, so Löw:

Jetzt ist der Hunger groß, auch Richtung Turnier.
Joachim Löw, Bundestrainer

Der Bundestrainer gibt mehr den Pragmatiker

Würde sein Team nun auch am Mittwoch in Duisburg gegen Nordmazedonien reüssieren, wovon ganz Fußball-Deutschland ja ausgeht, dann hätte man "mit neun Punkten die richtige Richtung" eingeschlagen, beteuerte Löw. Ergebnistechnisch wäre der Weg zur umstrittenen WM 2022 in Katar freigelegt, aber sind Pflichtsiege gegen Island und Rumänien wirklich der Gradmesser auf dem Weg zurück in die Weltspitze?

Doch geht es Löw auf seiner Abschiedstournee nicht mehr um die langfristigen Perspektiven. Der 61-Jährige muss zum Ende seiner Amtszeit viel weniger den Entwickler geben, sondern darf den Pragmatiker herauskehren, der sich über die Resultate definiert.

Löw mit milder Analyse

Deshalb werden bei ihm auch die ästhetischen Ansprüche nicht mehr so hoch gewichtet. Unter diesen Aspekten ist Löws leicht gefärbte Analyse zu betrachten, in der er den Auftritt im Nationalstadion der rumänischen Hauptstadt - übrigens auch einer von zwölf geplanten EM-Spielorten - ein bisschen schönredete.

Denn zum einen gelang seinem gegenüber dem 3:0 gegen Island unverändert aufgelaufenen Ensemble in der ersten Halbzeit selten so ansehnliche Kombinationen wie beim 1:0, als Antonio Rüdiger mit einem langen Ball hinter die Abwehrkette kam - prompt veredelten Havertz und Gnabry im geschickten Zusammenspiel den Angriff (16.).

Viele Chancen liegengelassen

Zum anderen befleißigte sich die deutsche Elf im zweiten Durchgang einer mitunter nachlässigen Chancenauswertung, die sich in der EM-Gruppe mit Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal fatal auswirken könnte.

Gerade Leroy Sané versuchte sich mitunter an viel zu verspielten Lösungen und hätte in der Nachspielzeit mit einem schlimmen Rückpass fast noch den Ausgleich begünstigt (90.+2).

Neue Trikotaktion der DFB-Elf

Obwohl die deutsche Nationalelf weiterhin in einem unfertigen Zustand bleibt, überwiegen im Lichte der Öffentlichkeit die positiven Aspekte. Vielleicht auch, weil die Akteure gerade ihre gesellschaftliche Vorbildrolle mit Leben füllen: Diesmal hieß die die Trikotaktion "Wir für 30!" - mit umgedrehten Jerseys plädierten Neuer und Co. für die 30 Artikel in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Zudem ist der Drang nach Verbesserungen auch hörbar: Die deutlich lautere Kommunikation nach dem stumm ertragenen Offenbarungseid in Spanien (0:6) war für jeden über die Richtmikrofone aus Bukarest zu vernehmen.

Deutsche Nationalspieler

Fußball | WM-Qualifikation - WM-Qualifikation in Zahlen 

Ergebnisse und Tabellen im Überblick. Dazu die Spiele des DFB-Teams im Liveticker.

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