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Tennis | US Open - Zverev will nach "Reifeprüfung" ins Finale

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Mit Boris Becker gewann 1989 zuletzt ein deutscher Tennisspieler die US Open. Alexander Zverev will es ihm nachmachen. Seine neue innere Ruhe macht ihn zum echten Titelanwärter.

Alexander Zverev am 08.09.2020 in New York (USA)
Alexander Zverev will seine Chance aufs Finale wahren.
Quelle: epa

Alexander Zverev schimpfte und pfefferte seinen Schläger auf den Boden. Er kassierte eine Verwarnung und wenig später wegen Fluchens sogar noch einen Punktabzug. Am Ende stand die Niederlage bei den US Open: Genau ein Jahr ist es das jetzt her, dass der Hamburger in New York im Achtelfinale gegen den Argentinier Diego Schwartzman nach mehreren Wutausbrüchen scheiterte.

Und nun? Als die deutsche Nummer eins im Viertelfinale gegen den Kroaten Borna Coric den ersten Satz nach einem desolaten Auftritt 1:6 verlor, als er sich bei der Stuhlschiedsrichterin über eine Fehlentscheidung beschwerte, als Coric zum gefühlt 27. Mal den Platz verließ, um seine Klamotten zu wechseln - da hätte ein Ausbruch des Zorns niemanden überrascht.

Der 23-Jährige aber blieb so ruhig, als hätte er sich für diese so ungewohnten Corona-US-Open ein Schweigegelübde auferlegt. Zverev bewies im Duell mit Coric, dass er einen Reifeprozess durchlebt hat. Er fährt nicht mehr ständig aus der Haut und bleibt bei sich, selbst dann, wenn es mal schlecht läuft wie zum Matchbeginn im Viertelfinale.

"Das war schon in Australien ein bisschen so", sagte der Weltranglistensiebte. Anfang des Jahres gehörte er in Melbourne nach einer schwierigen Zeit erstmals zu den letzten Vier bei einem Grand Slam.

Ich musste lernen, mit dem Druck und den Erwartungen an mich umzugehen
Alexander Zverev

Der Lernprozess "hat etwas gedauert, aber jetzt bin ich im Halbfinale der US Open. Und es soll hier definitiv nicht enden", betont Zverev.

Dass er gegen Coric lange nicht sein bestes Tennis spielte und dennoch als erster Deutscher seit Boris Becker 1995 den Weg ins Halbfinale von New York fand, ist ein Charakterzug eines Champions. Oder, wie es Boris Becker formulierte: "Ich nenne das mal Reifeprüfung."

Konzentriert und gierig

Zverev ist mittlerweile in der Lage, sich aus Krisen zu befreien, plötzlich hochzufahren. Und: Zverevs Gier ist zu spüren, er will die Gunst der Stunde nach der Disqualifikation des Weltranglistenersten und Topfavoriten Novak Djokovic nutzen.

Im Halbfinale am Freitag ist der Deutsche gegen den Spanier Pablo Carreño-Busta der klare Favorit. "Ich denke, ich kann immer noch ein paar Sachen verbessern, und das gibt mir Selbstvertrauen", so Zverev. Er wäre der erste deutsche US-Open-Finalist seit Michael Stich 1994. Ein Jahr später hatte es Becker in das Halbfinale geschafft, bisher letzter deutscher Champion in New York war Becker 1989.

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