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Corona-Lage - RKI: Gelungen, dritte Welle abzubremsen

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Die Corona-Infektionszahlen steigen weniger rasant. Für eine Entwarnung sei es aber zu früh, sagt RKI-Chef Wieler. Der Gesundheitsminister kündigt Schüler-Impfungen im Sommer an.

Der steile Anstieg der Zahlen ist Bundesgesundheitsminister Spahn zufolge derzeit gebremst. Es sei aber noch unklar, ob dies nur eine Momentaufnahme oder ein Trend sei, sagt er in Berlin. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, ergänzt RKI-Chef Wieler.

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Die dritte Corona-Welle ist nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) abgebremst worden. "Die Fallzahlen steigen im Moment nicht mehr rasant an", sagte RKI-Chef Lothar Wieler in Berlin.

Seit Ostern hat sich das exponentielle Wachstum der Fallzahlen nicht mehr in dem Maße fortgesetzt, wie wir das befürchtet und auch prognostiziert haben.
RKI-Chef Lothar Wieler

Wieler: Pandemie noch nicht vorbei

Das sei auf weniger Mobilität, aber vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Menschen sich an die Regeln gehalten haben. "Wir sehen also, dass das wirkt. Ich möchte mich bei allen bedanken, die das tun, die selbstverantwortlich sich, aber auch andere schützen. Und das ist der entscheidende Aspekt, wie wir diese Pandemie bewältigen können."

Dennoch sei die Pandemie noch nicht vorbei. Innerhalb einer Woche seien die Fallzahlen weltweit um 24 Prozent gestiegen, sagte Wieler. Steigende Zahlen seien bei Menschen unter 60 Jahren zu beobachten, bei Kindern noch deutlicher:

Kinder tragen auf jeden Fall zum Infektionsgeschehen bei.
RKI-Chef Lothar Wieler

Langzeitfolgen, die es auch bei Kindern gebe, dürfe man nun bei der Risikobewertung nicht aus dem Blick verlieren, warnte Wieler.

Ungeimpfte "auf letzten Metern" schützen

Nach bisherigen, noch nicht finalen Daten könnte es dem RKI-Chef zufolge "jeden Zehnten treffen", das dürfe man nicht zulassen. "Wir müssen weiter alles dafür tun, um die Fallzahlen zu senken", betonte er. Es gehe jetzt darum, Ungeimpfte "auf den letzten Metern" kurz vor der Impfung zu schützen. Wieler forderte Geimpfte zur Solidarität auf:

Auch bei Geimpften besteht ein Restrisiko, dass sie andere anstecken können,
RKI-Chef Lothar Wieler

Diskussion um Geimpfte und Getestete

Das RKI war zum Ergebnis gekommen, dass von vollständig gegen Covid-19 Geimpften maximal noch ein geringes Ansteckungsrisiko ausgeht. Dies hat die Debatte um ein Ende der Einschränkungen für Geimpfte ausgelöst.

Spahn sagte, man müsse bei dem Thema zwei Bereiche unterscheiden. Die Gleichstellung Geimpfter mit negativ Getesteten sei vergleichsweise einfach und werde teilweise schon umgesetzt.

Schwieriger sei die Frage, ob es Ausnahmen für Geimpfte etwa bei Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen gibt. In einer Übergangszeit sei das schwierig, weil noch viele nicht geimpft sind. Deshalb gehe es darum, die verschiedenen Interessen in einen Ausgleich zu bringen.

Momentaufnahme oder Trend?

Spahn bestätigte die Aussage Wielers, dass der steile Anstieg der Zahlen derzeit gebremst sei. Es sei aber noch unklar, ob dies nur eine Momentaufnahme oder ein Trend sei, betonte er. "Das reicht aber insgesamt noch nicht." Die Zahlen seien nach wie vor zu hoch, und auch die Intensivstationen in Deutschland seien noch zu voll. RKI-Chef Wieler sagte ebenfalls:

Es ist zu früh, von einem Trend zu reden.
RKI-Chef Lothar Wieler

Bei der Frage nach dem Impfstart für Kinder ab zwölf Jahren erklärte Spahn, dass es bereits im Sommer losgehen könne:

Spätestens in den Sommerferien werden wir die über Zwölfjährigen impfen können, wenn die Zulassung da ist.
Gesundheitsminister Jens Spahn

Er rechne mit einer "zügigen Zulassung".

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen ist bundesweit so niedrig wie seit rund zwei Wochen nicht mehr. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank am Donnerstagmorgen dem RKI zufolge auf 154,9. Niedriger war sie zuletzt am 14. April (153,2), vor einer Woche hatte sie bei 161,1 gelegen. Mit 24.736 gemeldeten Corona-Neuinfektionen lag der binnen eines Tages verzeichnete Wert aber immer noch auf relativ hohem Niveau.

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