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Corona-Lage - Lauterbach: "Müssen zurück in den Lockdown"

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Die Corona-Fälle steigen, von einer "fulminanten dritten Welle", spricht der SPD-Politiker Lauterbach. Ein neuer Lockdown sei nötig. Auch Spahn dämpfte Erwartungen an Öffnungen.

Politik und Medizin stimmen angesichts rasant steigender Infektionszahlen auf eine Rückkehr zu strengeren Maßnahmen ein. Die dritte Corona-Welle beginne gerade erst.

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Der Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland verläuft laut Robert-Koch-Institut (RKI) wieder "ganz deutlich exponentiell", vor allem in der Gruppe der Unter-50-Jährigen. "Das Infektionsgeschehen gewinnt an Dynamik", sagte RKI-Vize Lars Schaade bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Berlin.

Spahn: "Vielleicht wieder einige Schritte zurück"

"Wir sind am Beginn einer fulminanten dritten Welle", warnte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Ginge die Entwicklung so weiter wie aktuell, läge die Inzidenz bis Mitte April bei 200.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Das gebe die Marschroute für Montag vor, befürchtete Lauterbach. Es mache keinen Sinn zu warten. Je früher man reagiere, desto kürzer müsse der Lockdown sein, um wieder auf eine beherrschbare Fallzahl zu kommen.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dämpfte Erwartungen, dass Bund und Länder bei ihren Beratungen kommende Woche weitere Öffnungen beschließen könnten. Im Gegenteil, müsse man vielleicht einige Schritte zurück machen.

Der starke Anstieg der Infektionszahlen sei nicht mit mehr Schnelltests zu erklären, so RKI-Vize Schaade. Für etwa drei Viertel der Positiv-Fälle sei mittlerweile die ansteckendere Virusmutante B.1.1.7 verantwortlich.

Lauterbach: So viele Menschen wie möglich mit Erstimpfung schützen

Impfen sei ein zentraler Schritt raus aus der Pandemie, so Gesundheitsminister Spahn. Zur ehrlichen Analyse der Lage gehöre aber auch zu sagen, dass es nicht genügend Impfstoff gebe, "um die dritte Welle durch Impfungen zu stoppen". Es werde noch einige Wochen dauern, bis die Risikogruppen geimpft sind.

Lauterbach begrüßte, dass ab diesem Freitag Astrazeneca nach einem kurzzeitigen Impfstopp wieder zum Einsatz komme. Das sei wichtig, denn es müssten rasch so viele Menschen wie möglich eine Erstimpfung erhalten. Dazu solle auch der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung maximal ausgeschöpft werden.

Der SPD-Politiker sprach sich eindringlich dafür aus, die bestehende Impfreihenfolge beizubehalten. Es sei nach wie vor wichtig, zunächst Ältere und Vorerkrankte zu schützen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vorgeschlagen, die Priorisierung zu lockern oder für Astrazeneca ganz aufzuheben.

Lauterbach: Systematisch in Schulen testen

Neben dem Impfen seien flächendeckende Tests ein zentrales Instrument im Kampf gegen die Pandemie, allerdings nicht die alleinige Lösung der Probleme, sagte Gesundheitsminister Spahn. Es gehe auch um eine Verhaltensänderung bei den Bürgern und Bürgerinnen.

Lauterbach pflichtete Spahn bei, dass mit dem Testen allein das Infektionsgeschehen nicht zu beherrschen sei. Aber sei es ein gutes Instrument, den R-Weg - also die Ansteckungsrate - zu senken. Studien hätten gezeigt, dass systematisches Testen - zweimal in der Woche - in Schulen und Betrieben einen deutlichen Effekt habe.

Über Schüler und Kinder verbreite sich die Mutante besonders stark. Der Aufbau einer Teststrategie in Schulen müsse daher Priorität haben, so Lauterbach.

RKI-Vize appelliert an Verantwortung der Bürger

RKI-Vize Schaade appellierte an die Menschen im Land, sich an die Corona-Regeln zu halten, bei einem Positiv-Schnelltest zu Hause zu bleiben und das Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigen zu lassen. Er rief auch dazu auf, die Ostertage nur im engsten Kreis zu verbringen und auf Reisen möglichst zu verzichten. Mobilität und Kontakte seien die Treiber der Pandemie.

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